ABBUC Magazin 072


IMPRESSUM
© 2003 Atari Bit Byter User Club e.V.
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Das Atari Bit Byter User Club Magazin erscheint ¼Jährlich. Jeweils
½jährlich erscheint das Atari Bit Byter User Club Sondermagazin. Eingesandte
Artikel müssen frei von Rechten Dritter sein. Mit der Zusendung
gibt der Autor seine Zustimmung zur Veröffentlichung. Veröffentlichungen,
auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung

Inhalt

Seite 3 Wie ich zu Atari kam
Seite 4 ABBUC Infothek
Seite 6 Werbung für den ABBUC
Seite 7 Game Clones Vol. 9
Seite 8 Zork 2003
Seite 10 ATARI Internet News
Seite 12 Bushnell ist 60
Seite 13 ATARI Image Bugfixing
Seite 17 ABBUC Infothek Teil 2
Seite 18 AtariSIO für Linux
Seite 20 Amtshilfe für 3sat
Seite 22 Welcome back at the Public Domain Library
Seite 23 Der wertvollste ATARI
Seite 24 8-Bit Talk
Seite 28 Pokey Sound: Grayscale im Interview
Seite 32 PD-Neuheiten

Wie ich zu Atari kam

Wenn jemand wissen möchte wo ich wohne: ganz in deiner Nähe gibt es im weiten Weltraum eine Galaxie Namens Atari. In dieser Galaxie findest du das Sonnensystem XL/XE und auf dem achten Bit …ääähhhh Planet wohne ich. Und hier meine Geschichte: Ich bin bei einem Arbeitskollegen hoffnungslos dem Atari verfallen. Aber von vorne… Es war 1986, ich war 27 Jahre alt und mein Traum war ein KC-Computer. Mit dem KC waren für damalige DDR-Verhältnisse „gewaltige“ Sachen möglich wenn man das Glück hatte alle Komponenten zu bekommen. Aber trotz Monate langem laufen in das einzige brauchbare Elektronik-Geschäft in Magdeburg ging die Sache nicht so recht vorwärts. Eines schönen Tages meinte also ein Arbeitskollege zu mir: „Ich habe von meiner Tante aus dem Westen einen Atari-Computer bekommen. Komm mich doch mal auf eine Stunde besuchen und ich zeige dir den Computer“. OK sagte ich und stand am nächsten Tag um 10:00 Uhr an seiner Tür. Er schloss seinen 800XL an den Fernseher an und schon ging das Pfeifen der Datasette los. Nach einer Ewigkeit war das erste Spiel geladen, es war DIAMONDS. Wir fingen an zu spielen. Später zeigte er mir einige andere Spiele und auch ein paar Programme, und schon war es um mich geschehen.

Inzwischen kochte er Nudeln mit Tomatensauce. Dann kamen wieder einige Spiele. Irgendwann gab es Abendessen, dann spielten wir wieder DIAMONDS. Und das unabwendbare passierte: Je mehr Punkte ich im Spiel erreichte, um so mehr packte mich das Fieber. Also „…ein Spiel noch.“, und „… aber jetzt nur noch eins“, usw. usw. Als ich dann meinte dass ich mal Heim gehen müsste, war es halb Eins am nächsten Morgen. Was nun kam war jede (Ost)-Mark die ich übrig hatte in DM umtauschen um mir irgendwann mal einen ATARI kaufen zu können. Nach etwa 9 Monaten und mehr als 2000 Ostmark konnte ich mir dann in unserem Intershop (West-Laden im Osten) für DM 199 einen 800XL mit XC12 kaufen. Im ATARI-Club der Technischen Hochschule bekam ich den Schaltplan für eine Turbo- Erweiterung für die XC12 die natürlich sofort eingebaut wurde. Fortan war der ATARI mein Hobby und mein Arbeitsgerät. 1989, nachdem plötzlich die Grenze verschwunden war, bin ich dann gen Westen geritten und habe mir in einem Second Hand Shop zwei Floppy 1050 mit einem für meine damaligen Verhältnisse riesigen Paket von etwa 30 Disketten zu einem relativ guten Preis gekauft.

Später stellte ich mal fest dass alle Bekannten und Verwandten mit Computer keinen Atari sondern einen C64 hatten. Aber die konnten mich natürlich nicht meinen wenn sie sagten ich solle mir doch auch so einen kaufen. Ich hatte einen viel besseren Atari. Im Jahr 1993 habe ich dann den ATARI nach langjähriger Nutzung eingemottet und mir wie alle anderen einen PC zugelegt, aber vor etwa drei Jahren fiel mir auf dass mein alter Atari doch auch einige sehr gute Spiele hatte. Also habe ich ihn wieder aus dem Karton geholt und mal Testweise einige Spiele geladen. Und schon war ich wieder mit dem ATARI-Virus infiziert, der mich nun nicht mehr loslässt. Ich fing nun auch an alles was es an 8-Bit Hardware und Software gab und gibt zu sammeln. Inzwischen habe ich eine recht umfangreiche ATARI-8-Bit-Sammlung und beschäftige mich fast täglich mit Hardware oder Software vom ATARI.

Die Idee diese Geschichte zu schreiben finde ich übrigens so gut dass ich diese später auch auf meiner Website veröffentlichen werde. Wer diese Geschichte noch nicht geschrieben hat, sollte das schnell nachholen und sie dann an den ABBUC schicken.

Bernhard (www.b-pahl.de/atari8bit/ )

ABBUC Infothek

Carsten Strotmann, der Ressortleiter Infothek hat seine Arbeit bisher hervorragend gemacht. Im Internet gibt es bereits eine große Datenmenge, die die Infothek im Bereich Bücher und Zeitschriften füllt. Es gibt auch einige Bücher und Zeitschriften, die online lesbar sind, bzw. zum Download bereit liegen. Leider ist die „ABBUC-Bücher online Site“ seit geraumer Zeit offline und somit nicht erreichbar. Vielleicht liest Raimund diese Zeilen und klärt uns auf, weshalb dies so ist. Um die Infothek mit weiteren Inhalten zu füllen, bedarf es natürlich Eurer Mitarbeit. Auch wenn Ihr keine Möglichkeit habt, die Titel zu scannen, solltet Ihr die Informationen von Euren Büchern, Zeitschriften, Diskmagazinen usw. einstellen. Die Scanns können ja später, möglicherweise von anderen Bit Bytern, eingestellt werden. Wie die Einstellung gehandhabt wird, entnehmt bitte der nachfolgenden Anleitung.

Kurzanleitung neue Bücher einstellen
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Um neue Inhalte in das Wiki Web einstellen zu können müssen Sie sich erst am WikiWeb anmelden. Dazu folgenden Link aufrufen: http://www.strotmann.de/twiki/bin/view/TWiki/

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Hauptseite bearbeiten
Wenn Sie ein deutsches Buch einstellen wollen, rufen Sie die deutsche Seite auf http://www.strotmann.de/twiki/bin/view/Infothek/

InfoBooks
Wenn Sie ein englisches Buch einstellen wollen, rufen Sie die englische Seite auf http://www.strotmann.de/twiki/bin/view/Infothek/

InfoBooksEng
Gehen Sie über den Link (EDIT) rechts oben in den Edit-Modus. Tragen Sie ein neues Buch ein, beginnen Sie mit zwei eckigen Klammern, danach das Wiki- Wort (ein Wort mit G
rossbuchstaben im Wort, siehe auch „Wiki in einer Minute“ z.B: BiBoDoS Danach eine schließende und eine weitere öffnende eckige Klammer, dann die Beschreibung / den Titel des Buches. Zum Abschluss zwei eckige Klammern. Eventuell die Symbole für „online“ und „Empfehlung“ hinzufügen (siehe bestehende Einträge). Die Seite über den Knopf „Save Changes“ oben rechts sichern. Beispiel:
[[BiBoDoS][BIBO-DOS Handbuch]]

Buchseite bearbeiten
Auf der neuen Hauptseite erscheint hinter dem neuen Eintrag ein Fragezeichen „?“. Mit einem Klick auf dieses Fragezeichen kommen Sie auf eine neue, leere Seite. Füllen Sie die Informationen für das Buch ein, Sie können hierfür die Vorlage am Ende der Seite http://www.strotmann.de/twiki/bin/view/Infothek/ShortIntroGer kopieren (über die Zwischenablage).
Speichern Sie die neue Seite ab.
Das ganze sieht dann so aus:

*BIBO-DOS Handbuch*
* Titel: BIBO-DOS Handbuch
* Verlag: Compy-Shop OHG, Mülheim Ruhr
* Autoren: Erwin Reuss, Peter Bee, Franz Guth
* Erschienen: 1988
* Thema: Handbuch zum BIBO-DOS
* Preis:
* ISBN: ohne
* Bewertung: ++
* online (siehe unten 988K PDF)
Bewertungschema:

|++ | sehr gut | | + | gut | | 0 | maessig | | - | schlecht |

Kommentare:
</td><td>
</td></tr></table>
Bilder hinzufügen
Wählen Sie auf der neuen Buchseite den Link „Attach“ (Anhang erstellen) rechts oben. Wählen Sie im Feld „local File“ die Bilddatei auf Ihrem Rechner aus, wir empfehlen die Benutzung von PNG, GIF oder JPEG Bildern. Wählen Sie die Auswahlfelder „Link“ und „Hide File“ an. Sichern Sie den Anhang über den Knopf „Upload File“ Das Bild erscheint nun am unteren Ende der Seite Wählen Sie wieder „Edit“ auf der Seite Sie sehen HTML Code am Ende des Textes, z. B.
* Buch.png: br/ img src=“/twiki/pub/Infothek/ShortIntroGer/Buch.png“ alt=“Buch.png“ /

Kopieren Sie den IMG Tag (von dem kleiner als Zeichen bis zum größer als Zeichen, also „<img src=…“ bis „.. />“) und ersetzen damit den Text „Hier kommt der Bilderlink hinein!“ aus der Vorlage. Löschen Sie den Rest , also „* Buch.png: <br / >“. Speichern Sie die Seite ab

Icons
über Wiki Variablen können kleine Icons in den Text eingefügt werden
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Weitere Tipps
Schauen Sie sich schon bestehende Einträge an (Buch anwählen, „Edit“ auswählen). Sie können immer den Quellcode von bestehenden Einträgen anschauen. Wählen Sie einen Bucheintrag und drücken Sie „Edit“. Sie können den Quellcode von bestehenden Einträgen markieren und über die Zwischenablage in neue Einträge einfügen. Beachten Sie die Tipps zum Thema GoodStyle. Beachten Sie die Regeln TextFormattingRules. Die Eingabe von Zeitschriften erfolgt analog.

Hier ein Beispiel:
Ausgabe 1-84
Titel: Ausgabe 1-84
Verlag: Markt & Technik Haar bei München
Erschienen: Januar 1984
Preis: 5,00 DM
ATARI Themen 1: REM-Killer
Autor: Thomas Tausend
ATARI Themen 2: Zellen-Gymnastik mit ATARI
400/800
Autor: Wolfram Harth
Online
Bewertung: O
Bewertungschema:
Bei offenen Fragen bitte eine E-Mail an infothek@
abbuc.de

Viel Spass

Carsten Strotmann
Wolfgang Burger

ABBUC Infothek TEIL 2

Bericht aus der ABBUC Infothek
Die ABBUC Infothek ist eine Informationssammlung über Publikationen zum Thema ATARI 8bit, gepflegt von den ABBUC Mitgliedern. In der Infothek finden sich Bücher, Magazine, Kataloge, Internetlinks, CD-ROMs und vieles mehr.

Ein wenig Statistik:
Am 9. Februar 2003 befanden sich die Informationen über 186 Bücher, davon
90 in deutscher Sprache
88 in englischer Sprache und
8 in Niederländisch in der Infothek.

Viele Einträge beinhalten auch eine Kopie des Buches oder einen Verweis auf eine Quelle im Internet.

Weiterhin in der Infothek
10 Kataloge, davon
5 deutsche
5 englische
111 Magazine, davon
71 deutsche
38 englische und
2 niederländische

Einträge für polnische und tschechische Beiträge sind schon vorgesehen. Damit ist die ABBUC Infothek innerhalb kürzester Zeit zur größten Informationssammlung über ATARI 8bit Medien geworden.

Beigetragen haben:
Wolfgang Burger, 1450 Einträge/Änderungen
Carsten Strotmann, 642 Einträge/Änderungen
Bodo Jürss, über 100 Magazin-Cover Scan
Florian Dingler, 15 Einträge/Änderungen

Beitragen und Einträge in die Infothek einpflegen kann jedes ABBUC Mitglied. Es werden ein Web-Browser und ein Internetzugang benötigt. Das Einpflegen von neuen Einträgen ist einfach. Siehe hierzu die Beschreibung auf den Seiten 4 und 5. Bitte habt keine Angst, das Ihr irgendetwas falsch macht.

Probiert es einfach aus. Die Infothek-Software hat Funktionen um sich über die neusten Einträge zu informieren. Eine E-Mail Benachrichtigungsfunktion sendet auf Wunsch eine E-Mail bei Änderungen/ Neuzugängen in der Infothek. Bei Fragen stehe ich Euch jederzeit unter der E-Mail

infothek@abbuc.de
oder über das ABBUC Forum zur Verfügung.
Carsten Strotmann

Werbung <-> Advert
ising

Hallo liebe Bit Byter,
in letzter Zeit wurde im Forum der ABBUC Homepage des Öfteren über Werbung für den ABBUC gesprochen bzw. geschrieben. Ich habe mir überlegt das Ebay ein sehr gutes Medium ist, um für den ABBUC Werbung zu machen. Man erreicht die gewünschte Zielgruppe und es ist nicht teuer. Gesagt getan, mit Wolfgang habe ich die Aktion abgesprochen und die Erlaubnis erhalten das Atari Technik Handbuch als Auktion einzustellen.

Der Trick bei der Sache ist folgender: Ich benutze ein Ebay Hilfsprogramm „Baywatcher“ welches unter www.aborange.de kostenlos zu bekommen ist. Mit dem Tool kann man sehr komfortabel Auktionen erstellen und zum Beispiel Links eingeben, die auf eine gewünschte Seite verweisen. Es besteht auch die Möglichkeit Grafiken einzustellen, die auf einen anderen Server als der von Ebay liegen. Es gibt bei einigen Anbietern kostenlosen Webspace z.B. bei www.arcor oder www.tripod. Auf diese Weise spare ich mir auch Extrakosten, die bei mehr als einem Bild über Ebay anfallen. In meiner Auktion habe ich dezente Hinweise auf den ABBUC gemacht und interessierten Atarianern die Möglichkeit gegeben mehr über den ABBUC zu erfahren.

Meine Auktion hatten über 60 Leute angeschaut und wenn nur die Hälfte sich zum ABBUC geklickt haben wäre das ein schöner Werbeerfolg. Deswegen mein Aufruf an euch, falls Ihr bei Ebay Atari Sachen versteigert macht doch bitte dezente Werbung für den ABBUC.

Ich hatte folgenden Satz eingefügt: „Mehr Infos über Atari 8 Bit Computer hier“ durch anklicken kommt man dann zur Homepage des ABBUC Mit dem Tool ist das wirklich sehr einfach. Viel Erfolg mit Euren Auktionen wünscht Euch.

Dieter Popp, W.A.F.
(Würzburger Atari Front)

Game-Clones Vol. 09

Eine besondere Herausforderung (oder gar ein Hindernis) bei vielen Computerspielen lag und liegt darin, dass man dafür Zeit/Geduld, Geschick und Entdecker- Eigenschaften benötigt. Während sich der erste Punkt wohl noch weitgehend von selbst erklärt, wird man hinter einem der anderen beiden vermutlich ein Fragezeichen setzen – also versuche ich es mal zu erläutern. Beginnen wir mit dem letzten Punkt, den Entdecker- Eigenschaften. In der Vergangenheit war es oftmals so, dass man zwar zahlreiche Atari-Spiele besaß, jedoch nur die wenigsten (oder keine) im Original, d.h. mit Verpackung und Anleitung. Heutzutage geht es zumindest den Emulatorenusern in dieser Hinsicht ähnlich. Tja, sodann bestand also die Aufgabe darin herauszufinden, was in dem jeweiligen Game zu tun ist…

Insbesondere musste man testen oder ausprobieren, welches Gerät zur Steuerung verwendet wird und/oder welche Taste am Anfang für die Spieloptionen, etc. und den Spielstart benötigt wird, sowie welche Tasten gegebenenfalls im Spiel selber benutzt werden konnten/ mussten. Doch selbst wenn man mal ein Spiel mitsamt Anleitung besaß, so waren und sind diese Entdecker- Eigenschaften weiterhin notwendig. Manche Anleitungen waren so kurz oder schlecht (und manche Übersetzungen in die deutsche oder andere Sprachen so unbrauchbar), dass man einfach nicht umhin kam, vieles selbst zu entdecken. Last not least gab es ja auch div. „Mammut-“ Games die so umfangreich waren, dass in der Anleitung gar nicht alles drinstehen konnte oder sollte. Das gilt insbesondere für alle Arten von Rollenspielen und Adventures, wo der Spieler ja als Entdecker und Erforscher tätig sein sollte. Aber auch einige Simulationen und selbst manche Jump + Run Games tendieren stark in diese Richtung…

Stichwort Geschick, vermutlich benötigt jedes Computer- und Konsolenspiel diese Eigenschaft auf irgendeine Art und Weise. Das merken wir insbesondere bei neuen und hektischen Spielen, die unsere „Kleinsten“ (Kinder, Enkelkinder, etc.) problemlos und in kürzester Zeit meistern, während wir Oldies dafür tausend Versuche bis hin zu ewig brauchen oder schier daran verzweifeln (und aufgeben). Bei Atari und neuerdings auch anderen Firmen benötigte man aber oftmals Geschick im Umgang der vielen verschiedenen Eingabegeräte, wie Joystick, Joypad, Tastatur, Paddles, Lightpen, Lightgun, Trackball, Zehnertastatur, Maus, Maltafel und vielen anderen Geräten mehr. Einerseits konnten einem die vielen Geräte die Steuerung div. Games erleichtern, vor allem wenn sie gleich mehrere Steuerungen akzeptierten. Man konnte sich dann nämlich jene aussuchen, die man selber besaß oder die besonders einfach und handlich war. Andererseits konnten diese Geräte auch den Umgang mit so manchem Game erschweren, etwa dann, wenn man sich jahrelang an den Joystick gewöhnt hatte und dann urplötzlich für Game x einen Trackball oder Paddles benutzen musste.

Last not least gab und gibt es einige Games die besonderen Wert auf Geschicklichkeit legen – eben sog. Geschicklichkeitsspiele, bei denen es auf besondere Genauigkeit, gutes Timing oder ähnliches ankam. Manche dieser Games waren dann noch so hinterhältig programmiert, dass einem hier die normale Steuerung verändert wurde, z.B. um 90, 180 oder 270 Grad gedreht. Bewegte man hier das Steuergerät nach vorne, bewegte sich die Spielfigur / der Player nicht etwa auch nach vorne, sondern nach links, nach rechts oder nach hinten. Gute Beispiele hierfür sind meines Erachtens Spindizzy und Flip & Flop und zahlreiche andere Games. Ebenso kann man Games, die zwar nur ein Steuergerät – wie Joystick/Joypad – benötigen aber dafür dutzende Bewegungsrichtungen ausnutzen zu dieser Kategorie zählen. Für ein Game, wie International Karate, das ganze 16 versch. „Moves“ inne hat benötigt man schon etwas Geschick, ganz zu schweigen von heutigen Computer und Konsolengames, wo neben den div. Moves auch noch sog. „Combos“ benötigt werden. Hier muss man das Joypad meist schnell in mehrere Richtungen bewegen und ebenso in bestimmter Reihenfolge irgendwelche Buttons drücken um einen Specialmove bzw. eine Combo auszuführen. Das ist vor allem bei vielen Prügelspielen a la Sony, Sega, Nintendo, etc. der Fall, die von Kindern und Jugendlichen meist geliebt und von Erwachsenen oft gehasst werden…

Letztes Stichwort Zeit und Geduld, nun hierzu muss ich wohl nicht viel schreiben. Bei den Atari Games (und nicht nur dort!) dauert es halt etwas, bis diese eingeladen, gestartet oder eben durchgespielt sind. Man denke dabei nur mal an die tollen Ladezeiten eines Datenrekorders (Tapes) oder die schönen „Please Wait – Initializing“ Screens dutzender Basic- Spiele. Schön, dass man sich als PC und Konsolenspieler noch immer mit diesen Ladezeiten rumschlagen muss und zum Teil dabei noch immer einen Job als Disk- bzw. CD-Jockey ausüben darf. Für heute habe ich mehr als genug gelabert, darum viel Spaß mit den Gameclones FlopFlip (Flip & Flop), Ants (Whomper Stomper) und 100m Dash (entspricht einer Disziplin aus Decathlon).

-Andreas Magenheimer-

ZORK 2003

Was haben Abenteuerspiele und virtuelle Computer gemeinsam? Mehr, als man auf den ersten Blick annimmt.

In den 80er Jahren waren die Infocom Textadventures die Renner auf dem Markt der Textadventures. Damals, als die Grafikfähigkeiten der Rechner nur für wenig realistische Pixelgrafiken ausreichten, benutzen die Infocom Adventures das leistungsfähige verfügbare Peripheriegerät, um die Abenteuer zu visualisieren: das Gehirn der Spieler. Die Spiele bestachen durch atmosphärische Beschreibungen der Szenen, knifflige Puzzles und lustige und oftmals ironische Geschichten. Brian Moriaty, Steve Meretzky, Douglas Adams und viele andere Autoren erschufen Spiele, die in Fankreisen Kultstatus genießen. Diese Spiele waren in Z-Code Programmiert, einer Art Maschinensprache für die Z-Maschine, einen Computer den es nie in wirklicher Hardware gegeben hat. Aber es gab (und gibt) für fast alle Computersysteme so genannte Z-Code Interpreter, die es ermöglichen, diese Spiele auf wirklichen Computern zu spielen. Diese Technologie ermöglichte es Infocom, die Spiele in kurzer Zeit auf sehr vielen verschiedenen Computersystemen zu veröffentlichen (u. a. Atari 400/800, CP/M, IBM PC, TRS-80 Model I/III, NEC APC, DEC Rainbow, Commodore 64, TI Professional, DECmate, Tandy- 2000, Kaypro II, Osborne 1, MS-DOS, TI 99/4a, Apple Macintosh, Epson QX-10, Apricot, Atari ST und Amiga).

Leider ging die Firma Ende der 80er Jahre innerhalb des Activision Konzerns auf und verschwand bis auf den Markennamen, welcher von Activision nun für andere Spiele verwendet wurde. Ein sehr interessanter Bericht über den Aufstieg und Fall von Infocom findet sich unter [1]. Anfang der 90er Jahre machte sich Graham Nelson daran den Z-Code der Infocom Spiele zu erforschen. Herausgekommen ist hierbei das ZMaschine Standard Dokument [2] und der ZCode Compiler, Inform. Mit dem Inform Compiler ist es möglich, Z-Code Programme zu schreiben und in Z-Code zu übersetzen. Der Inform- Compiler ist freie Software und ebenfalls für eine große Anzahl von Rechner verfügbar [3]. Inform machte es möglich, das Autoren auch nach dem Verschwinden von Infocom neue Textadventures, oder besser Interactive Fiction, erstellen konnten. Und das schöne an der von Inform benutzten Z-Code Technik ist es, das auch diese neuen Spiele mit den bestehenden Z-Code Interpretern spielbar sind. D. h., das auch die neuen Spiele auf einem 8Bit ATARI funktionieren. Hierzu müssen die kompilierten Spiele mit einem Z-Code Interpreter zusammengebracht werden. Ungünstigerweise kann man die neuen Spieledaten nicht einfach auf eine bestehende Infocom Diskette kopieren, da Infocom hier ein Platz sparendes Sektorformat auf einer Bootdiskette benutzt.

Tom Hunt von der „Closer to Home“ Mailbox/ Webseite [4] hat schon 1996 einen neuen ZCode Interpreter für den ATARI 8-Bit geschrieben und sieben neue Spiele veröffentlicht. Die Spiele sind von verschiedenen Autoren, einige sind Einsendungen aus dem jährlich stattfindenden Interactive Fiction Autoren-Wettbewerb. Auf Tom’s Webseite befindet sich ein Paket [5] mit DCM-Dateien der Programme.

Die Spiele:
* Scott Adams‘ Adventureland
* Alice through the looking glass, eine Anleitung/Beispiel für die Inform Programmierspra-ABBUC e.V.
* Mini Zork I: The great Underground Empire, von Infocom (nie für den ATARI erschienen, Zork Demo)
* „Detective“, Mystery Science Theatre 3000, von C. E. Forman, 4ter Platz des IF-Wettbewerbs 1995 (Mystery, Humor, Satire)
* Odieus’s Quest for the Magic Flingshot, Fantasy, 1990
* The Paper Chase, von Chris Skapura, Schulabenteuer
* Toyshop, an Interactive Demostration, von Graham Nelson

Wer sich auf „Baf’s Guide to the IF Archive“ [7] umschaut, wird sehen, das seit 1996 etliche (über 100) neue Abenteuer im Z-Code Format hinzugekommen sind. Die Quelle für alles rund um Interactive Fiction findet sich auf den Servern des IFArchives [8].

Das die Z-Maschine nicht nur benutzt werden kann, um Textadventures zu spielen, zeigen Programme, die Z-Code benutzten (andere würden sagen missbrauchen) um z. B. Tetris zu spielen [9].

Für die Programmierer wie Tom Hunt wäre es interessant zu erfahren, ob es Bedarf an weiteren Adventures für den ATARI gibt. Wer gerne weitere Z-Code Spiele auf dem ATARI sehen würde, schreibe doch eine E-Mail an Tom (<tomhunt@bright.net> ) oder an carten@strotmann.de (ich leite die Anfrage an Tom weiter und werde mit Tom zusammenarbeiten um neue IF-Titel auf den ATARI zu portieren).
Carsten Strotmann

Links aus dem Text
[1] – die Geschichte von Infocom, ftp://ftp.gmd.de/if-archive/infocom/info/infocompaper.pdf
[2] – Z-Machine Standard Document, http://www.inform-fiction.org/zmachine/standards/z1point0/index.html
[3] – Inform Compiler, http://www.informfiction.org/
[4] – Closer to Home, http://cth.dtdns.net/
[5] – ATARI Z-Code Paket,http://cth.dtdns.net/Featured/Z-Code/zcode.html
[6] – Alice through the looking glass tutorial,http://www.engin.umd.umich.edu/CIS/course.des/cis587/alice/InformTutorial.html
[7] – Übersicht von IF Titeln mit Bewertung,http://www.wurb.com/if/game?sort=A
[8] – IF-Archive, http://www.ifarchive.org/
[9] – FreeFall, Tetris in Z-Code,http://www.eblong.com/zarf/if.html
[A] – Infocom Documentation Project, Anleitungen,Spielhilfen, etc., http://infodoc.plover.net/index.html
[B] – Infocom IF Infosammlung,http://infodoc.plover.net/index.html
[C] – Inoffizielle Infocom Homepage,http://www.csd.uwo.ca/~pete/Infocom/

Atari Internet News

* Es handelt sich um Atari-8Bit-Infos, die ich (Charlie Chaplin) in den letzten 3-5 Monaten von diversen Homepages und Newsgroups zusammengetragen habe;
* Aufgrund der vierteljährlichen Erscheinungsweise des ABBUC Magazins sind diese Infos bei Drucklegung meist nicht topaktuell – was sich aber leider nicht vermeiden lässt;
* Für die Richtigkeit oder den Wahrheitsgehalt dieser Infos übernehme ich keine Gewähr und auch keine Haftung / Verantwortung;

Tajemnice Atari: Das tschechische Magazin Tajemnice Atari (mit XL + ST-Inhalt) ist im Sommer/Herbst 2002 zu Freeware erklärt worden. Im Internet gibt es eine eigene Homepage mit Downloadmöglichkeit aller erschienenen Ausgaben (Hefte als gezippte HTML oder PDF Dateien, Software der 8Bitter als gezippte ATR-Images). Unter der URL: http://horror.mirage.com.pl/pixel/index.html ist die entsprechende Startseite zu finden. Viel Spaß beim Lesen der (tschechischen) Texte und ausprobieren der XL/XE Software. Ach ja, unter den Programmen findet man u. a. viele kleine Listings, seien es Tools (kleine Anwendungen) oder Games bzw. Mini-Games (kleine + kurze Spielchen)…

Boss-X: Mirko Sobe hat auf der Unconventional mal wieder ein Update von Boss-X (dem TB-Desktop) erstellt. Nach fleißiger Überarbeitung des Vor- und Hauptprogramms, sowie einiger Ergänzungen liegt nunmehr die neue Version X.3 oder auch 10.3 zum Download vor. Man findet Mirkos H
omepage unter der URL: http://www.atarixle.de Dort einfach mal umsehen und wenn gewünscht auf das Icon für Download klicken, um die neue Version herunter zu laden (gezippte ATR-Images). Auch ein HTMLEditor ist dort nunmehr für BOSS oder sonstige Anwendungszwecke zu finden…

Megacopier / Full Scale Sector Copier:
Die beiden Programme von
a) Erhard Pütz (programmiert in Assembler für Sparta/Bewe DOS) und
b) Carsten Strotmann (programmiert in Forth für DOS 2.x) wurden upgedated bzw. fertig gestellt.
Man kann damit beliebig viele Sektoren (mit 128 oder 256 Bytes) mittels 2 „Laufwerken“ (Floppies, Ramdisks, HD-Partitionen, etc.) kopieren, so dass dann auch Kopien von 720k oder 1440k oder gar bis zu 16MB kein Problem mehr darstellen dürften. Die Programme sollten demnächst auf dem ABBUCMagazin zu finden sein (beim Programm von E.Pütz bereits geschehen)…

Neue Hardware:
Auf der JHV war auch einiges von neuer Atari 8Bit Hardware zu hören und zum Teil zu sehen. 1) Stefan Dorndorf hat versprochen sein 512k Flashrom- Modul in den nächsten Monaten fertig zu stellen. Außerdem will er eine Ramkarte/Flashkarte (die man u. a. von Digitalkameras kennt; Größe 32MB und mehr!) für den kleinen Atari nutzbar machen. 2) Von den Holländern war zu hören, dass hier u. a. eine Ethernetkarte für den kleinen Atari entwickelt wurde (Rene de Bie), außerdem arbeitet man an einer neuen Floppy und einem universellen USB-Anschluß bzw. einer USB-Cartridge (Guus Assmann). Mal sehen, ob daraus dann was wird und die Sachen auch in größeren Stückzahlen hergestellt werden. 3) Bei der RAF wurde neben dem Multijoy8 (Joystick) und Multilink (Netzwerk) Interface auch das SIO2IDE Interface vorgeführt. Man kann die Sachen über ihre Homepage bestellen (die Preise sind mir derzeit nicht bekannt). Die URL lautet: www.abbuc-raf.de

Da auf der JHV leider kein Ressortleiter für Atari Hardware gefunden wurde, bleibt abzuwarten ob und wie die neuen Hardware-Ideen von den Machern koordiniert und vom ABBUC supportet werden… Neue Demos: Neue Meetings und Conventions bringen meist auch neue Demos hervor. Von den Animkomials ist die Demo „AMBV“ (Animkomials meet Boris Valleyo) erschienen. Es handelt sich um eine Gr. 9 +1 1 Bildershow, für die man 128k Speicher benötigt. Man kann sie unter der URL: http://atariarea.nostalgia.pl/animkomials/rilejzy.html downloaden. Dort gibt es auch fast alle anderen ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 Seite 11 ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 Demos der Animkomials…

Neue Software:
1) Auf der JHV gab es die Games „Bremspunkt“ (Vollversion) von Thorsten Butschke, sowie „Sheep-Race“ und „Card-Grabber“ von Florian Dingler zu bewundern. Alle drei Games sind für das Multijoy8 Interface programmiert worden und auf dem ABBUC Magazin # 71 erscheinen (weitere Games sind in der Mache aber noch nicht fertig).

2) Des Weiteren konnte man die Games „Multi-Race“ und „Multi-Worms“ in Aktion sehen. Bei diesen Spielen von Jiri Bernasek handelt es sich um sog. Multilink-Spiele, also Netzwerk-Spiele zum verlinken mehrere Rechner. „Multi-Race“ ist ebenfalls auf dem ABBUC Magazin # 71 erscheinen. „Multi-Worms“ wird wohl auch irgendwann auf dem ABBUC Magazin erscheinen.

3) Im Internet bzw. auf der Seite von atari-area gab es kürzlich das Game „Yie-Ar-Kung-Fu“ und das Tool „Neo-Tracker“ zum Download. Ersteres ist eine Umsetzung eines C64, CPC, Amiga, etc. Kampfsport-Spieles, letzteres ist ein Soundplayer (vermutlich für MOD-Files). Beide Sachen haben nur einen kleinen Haken: Ich habe sie herunter geladen und ausprobiert und beide liefen nicht !! Jedenfalls nicht auf dem Original-Atari (vermutlich nur auf dem ollen Emulator). Demzufolge gibt es hierfür auch keinen Link, ich hoffe die Programmierer werden den Fehler finden und beheben…

K-Soft:
Hiermit meine ich nicht etwa KE-Soft (und habe das „e“ vergessen), sondern die tschechischen Atari-Firma KSoft, bei der es einige, bei uns zumeist unbekannte, Atari-Games gab. Wie es scheint sind deren Sachen nunmehr Freeware, jedenfalls werden einige Programme von den eigentlichen Autoren auf div. Homepages kostenlos zum Download angeboten. Unter der URL: http://datri.wz.cz/atari_frame.html sind beispielsweise einige Programme zu finden (auf „Hry“ = Spiele klicken!), außerdem gibt es hier auch Links zu anderen tschechischen (K-Soft) Programmierern, wie Fuco, ESC, u. v. a. die noch weitere Software zum Download bereitstellen…

Page 6:
Das englische Magazin Page 6 gibt es schon lange nicht mehr, auch dessen Nachfolger Page 6 / New Atari User ist seit einigen Jahren nicht mehr vorhanden. Ein Brite hat sich nunmehr die Mühe gemacht und eine Homepage für diese Magazine erstellt. Einige alte Ausgaben sind dort schon vorzufinden, wenngleich es noch nicht allzu viele sind. Aber vielleicht wird es ja mit der Zeit noch etwas mehr und vielleicht wird ja früher oder später auch ein Download eingerichtet. Die URL lautet auf jeden Fall: www.page6.org

ABBUC Programmier-Wettbewerb

Noch mal zur Erinnerung, der ABBUC bzw. seine Mitglieder haben auf der JHV einen Programmierwettbewerb für Spiele und Anwendungen beschlossen.

Dafür stehen insgesamt 1000 Euro zur Verfügung, die auf mind. 7 Platzierungen verteilt werden sollen. Man kann also als ersten Preis 500 Euro gewinnen, der zweite erhält 200 Euro, der dritte 100 Euro und alle anderen dann jeweils 50 Euros. Sollte es mehr als die geforderten sieben Platzierungen geben, dann kann die Preisverteilung ggf. auch etwas anders aussehen.

Wer am Wettbewerb teilnimmt und einen Preis erhält, der erklärt sich dann auch damit einverstanden, dass seine Software auf dem ABBUC-Magazin (zur Zeit ca. 400 Exemplare!) released wird. Der Stichtag für die Einsendung der Software ist der 15. September 2003, also hat man jede Menge Zeit, etwas vernünftiges auf die Beine zu stellen. Wenngleich die Macher von IK+, Space Harrier, etc. mir schon Absagen hierzu geschickt haben, so sollte man den Kopf nicht hängen lassen. Denn Tipps und Anregungen findet man u. a. bei der APG (Atari Programmers Group) von Carsten Strotmann oder beim Ideen-Pool, der sich ebenfalls bei Carsten Strotmann auf der Seite befindet http://www.strotmann.de/twiki/bin/view/APG/WebHome

Das war mal wieder alles für heute. Viel Spaß beim (Atari-) Internet-Surfen !!
Charlie Chaplin /
Andreas Magenheimer

Bushnell ist 60

Am 5. Februar 2003 feierte Nolan K. Bushnell seinen 60. Geburtstag. Als Pionier der Videospiele gründete Bushnell im Alter von 27 Jahren mit 500 Dollar Startkapital die Firma ATARI um Computerspiele für Amüsierparks herzustellen. Bushnell skizzierte unter dem Projektnamen Darlene das Spiel Pong, das Al Alcorn, der erste Vollzeit- Angestellte im Jahre 1972 zu programmieren begann. Mit diesem Spiel startete der Siegeszug einer neuen Industrie. Mit Geschick verstand es Bushnell, die fähigsten Köpfe für seine Zwecke einzuspannen. So programmierte Steve Wozniak im
Verein mit Steve Jobs in vier Tagen das Videospiel Breakout, für das „Woz“ 350 Dollar und Jobs 6650 Dollar erhielten. Dies war das Startkapital für Apple, neben dem Bushnell noch den Kontakt zu Venture- Kapitalisten vermittelte.

Bushnell selbst hatte ein Faible für das Gründen neuer Unternehmungen: Im Jahre 1978 verkaufte er Atari für 28 Millionen Dollar an Warner Communication und gründete die Restaurantkette Chuck E. Cheese Pizza Time Theater, in der Familien preiswert speisen konnten, während die Kinder das Geld in Videospiel- Automaten steckten. Als die Restaurantkette an die Börse ging, war Bushnell 70facher Millionär. Insgesamt gründete Bushnell 18 weitere Firmen, von denen allerdings nur Etak richtig erfolgreich wurde. Für 50 Millionen kaufte der Pressemagnat Rupert Murdoch die Firma, die Landkarten für Navigationssysteme digitalisierte.

Im Jahre 1983 wendete sich das Glück für Nolan Bushnell. Zweifelhafte Verträge mit Investment- Bankern ruinierten die Familie Bushnell, inzwischen mit acht Kindern gesegnet. Nolan Bushnell prognostizierte damals, dass im Jahre 2000 die gesamte Arbeit im Haushalt von Robotern geleistet wird und gründete die Firma Androbot, die solche Roboter entwickeln sollte. Als weiterer Flop erwies sich Video Music, eine Farborgel, die zwischen Fernseher und Stereoanlage gestöpselt werden konnte und Klänge zu psychedelischen Bildern verdichten sollte. Von 25.000 produzierten Orgeln konnten sechs Stück verkauft werden. Später tauchte die Idee in der Atari Jaguar Virtual Light Machine wieder auf.

Die derzeit letzte Firma, mit der Nolan Bushnell sein Glück sucht, ist uWink, die mit vernetzten, mit Geldmünzen zu fütternden Web-Terminals für Filial-Ketten wie Starbucks Gruppenspiele anbietet, gewissermaßen die kleine LAN-Party zur Latte Macchiato. Seine unbezwingbare Leidenschaft für alles, was als Unterhaltungsspiel bezeichnet werden kann, wurde dem Sohn frommer Mormonen im Amüsierpark Midway Carnival in Lagoon nahe Salt Lake City eingeimpft. Hier arbeitete Nolan K. Bushnell zunächst abends nach dem Studium an der Universität, wo er zum Elektronik- Ingenieur ausgebildet wurde. Später wurde er der Manager des Amüsierparks. Zu den bekannten Namen seines Universitätsjahrgangs zählen John Warnock, Gründer von Adobe, Ed Catmull, Gründer von Pixar und Jim Clark, der Netscape gründete. „Ich habe vielleicht nicht das große Geld gemacht, aber ich hatte sicher mehr Spaß als all die Jungs“, erinnerte sich Bushnell im Jahre 2001.

Atari Image Bugfixing:
(ATR, XFD, DCM, SCP, etc.)

Inzwischen dürften ja die meisten Atarianer etwas von sog. „Images“ gehört haben. Es gibt sie einmal als Emulatorenfiles (z.B. ATR, XFD, DI, etc.) für die verschiedensten Atari-Emulatoren, daneben auch als gepackte Bootdisketten-Files (z.B. DCM, SCP, etc. – nicht bootfähig!) für Mailboxen, das Internet, XLMagazine, etc. und vermutlich auch noch in ganz anderen Formen und Formaten (z.B. WAV, CAS, etc. – Kassetten Bootfiles und CD-ROM Turbotapefiles). Manche dieser Files bzw. Images sieht man öfter, andere eher seltener – je nachdem halt welches Computersystem und/oder welchen Emulator bzw. Diskpacker man benutzt. Problematisch wird es häufig dann, wenn das jeweilige Image in einem nicht gewünschten bzw. vom Emulator oder Computer nicht akzeptierten Format vorliegt. Und natürlich wird es noch problematischer, wenn das jeweilige Image einige Bugs / Fehler oder gar Defekte aufweist. Hier ist guter Rat teuer, darum heute mal ein paar Ratschläge dazu…

1. ) defekte Images:
Man sollte untersuchen, welche Art von „Defekt“ vorliegt. Ist das Image zu lang oder zu kurz? Fehlt eventuell der Image-Header? Sind die Daten ganz oder teilweise unbrauchbar? Nun, fangen wir mit letzterem an. Gänzlich oder teilweise unbrauchbare Daten quittiert der Atari (bzw. dessen Emulator) im Allgemeinen mit einer Fehlermeldung. Erhält man einen Error 144, dann kann man nur versuchen, zu retten, was noch zu retten ist (z.B. noch ladbare Files auf eine andere Disk bzw. ein anderes Image umkopieren). Reparaturtools gibt es zwar hier und da in PD-Bibliotheken, jedoch nichts wirklich super Brauchbares. Also lautet bei Error 144 die Devise: Hier ist Handarbeit angesagt, nun rette, was du retten kannst! Ein Error 164 ist schon einfacher zu beheben, hierfür gibt es nämlich für fast jedes DOS so genannte Diskfix Tools, sei es für DOS 2.5, Turbo-DOS, MyDOS, etc. Auch viele Disk/Sektoreditoren und sogar einige Directory-Manipulierer (wie Dir.-Wizard, Dir.-Master, etc.) können bei einem Error 164 weiterhelfen und gegebenenfalls Files retten oder zumindest löschen. Zu allen anderen erwähnten Problemen gibt es gleich noch Tipps…

2) defekte Files:
Wieder einmal gilt es zu untersuchen, welche Art von Defekt vorliegt. Bei einem Error 144 hat man die geringsten Reparaturchancen, Error 164 kann man meist mit dem schon erwähnten Atari DOS Tool namens Diskfix (oder anderen Tools) retten. Was aber, wenn ein Error 136 auftritt ?!? Nun, es handelt sich hierbei um einen Fehler bezüglich der File- Länge, d.h. das Atari-File ist zu lang oder zu kurz. Zu kurze Files kann man kaum reparieren, denn man weiß ja meistens nicht was da fehlt (man rettet halt, was zu retten ist). Solche Files können durch Fehler beim Kopieren entstehen oder durch irgendwelche Scherze einiger Hacker. (Manche Demos oder Spiele enthalten absichtlich falsche Längenangaben, sie laufen dann nur mit einem Gamedos!)

Und woher kommen nun zu lange Files ?!? Nunja, bei Basicfiles kann es ein fehlerhaftes Basic sein (Revision A oder B), bei ML Files sind es entweder Tools/Konverter, die an das File sog. Header oder Footer anhängen oder sehr viel häufiger irgendwelche Mailboxprogramme (wie z.B. Bobterm), die beim Upload oder Download von Files unbedingt Datenmüll anhängen wollen. Auch für derartige Probleme gibt es Lösungen, sogar gleich mehrere. Es gibt einige Programme die speziell zu dem Zweck geschrieben wurden, überflüssigen (Mailbox-) Downloadmüll aus Files zu entfernen. Ich erinnere mich da an das Atari File „Download-Doctor“ oder an das Bob Puff Tool namens „Filefix2“ und einige andere Atari-Sachen. Auch einige Packer- oder Segmentanzeige- Programme können helfen. Meist ist der Datenmüll nämlich am Ende eines Files (nach der RUN-Adresse) zu finden und erscheint dort nicht nur einmal, sondern gleich dutzendfach. Wenn man also am Ende eines ML-Files bzw. dessen Daten-Segmenten und RUN Adresse sehr oft solche Segmente sieht wie „0000- 0000“ oder „1A1A-1A1A“, so kann man diesen Daten- ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 Seite 14 ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 müll getrost entfernen. Das Anzeigen und/oder Entfernen dieses Datenmülls kann man dann, wie erwähnt, mit dem Download Doctor, Filefix2, Jiri`s Superpacker, Probj und vielen anderen Tools erledigen. Danach sollte eigentlich kein Error 136 mehr auftreten…

3) Image-Länge:
Es gibt hin und wieder auch Images, die zu lang oder zu kurz sind. Je nach Computer oder Emulator kann dies Probleme verursachen. Auf dem (IBM kompatiblen) PC kann man beispielsweise das Programm ACVT.EXE von Jindrich Kubec nutzen, um die Image-Länge zu reparieren, seien es zu kurze Single/Medium Images oder zu lange Double Density Images. Manche Emulatorenuser neigen nämlich dazu einzelne Files als sogenannte. Bootimages abzuspeichern. Um dann aber Platz zu sparen wird z.B. ein 16k Spiel eben nur als 16k- 18k Image gespeichert. Mit ACVT lässt sich das reparieren und das ATR oder XFD Image wieder auf eine Länge von 90k oder 130k wandeln. Natürlich gibt es auch noch andere PC Tools, die so was tun können (ACVT läuft glaube ich nur unter DOS). Bei DD-Images gibt es sog. Kompatibilitätsprobleme, denn SIO2PC speichert ein DD/180k Image stets mit 184.336 Bytes, Atari 800 WIN hingegen
mit 183.952 Bytes. Der Unterschied liegt in den Bootsektoren, die leider bei DD mit fast jedem Emulator anders gehandhabt werden. Egal, ACVT kann auch dieses Problem beheben, neben einer Standard-Autoreparatur gibt es noch 3-4 manuelle Reparaturmöglichkeiten. Da dürfte dann für jeden (Emulator) etwas Passendes dabei sein…

Wie bekommt man „zu lange“ oder „zu kurze“ Images auf den Atari ?!? Man kann dazu einen Emulator nutzen und dort z.B. das Programm Mycopier 2.1 (zu finden auf der Pooldisk Too unter Bellcom/242.ATR) einladen. Bei zu kurzen Images erhält man jede Menge Fehlermeldungen – aber das Programm liest automatisch weiter und schreibt dann später dafür Leersektoren. Bei zu langen Images kann man „per Hand“ nachhelfen, denn Mycopier erlaubt es manuell das Medium/Enhanced Format ein- oder auszuschalten. So kann man das Programm dann eben manuell dazu zwingen bestimmte Images als Single oder Medium oder Double Density Formate anzunehmen. Auf der Pooldisk Too sind z.B. einige Medium-Images mit einer Länge von 140kbytes zu finden, fast jeder andere Sektorkopierer ist nicht in der Lage mit diesem Format etwas anzufangen (und schaltet auf Single, also ca. 40k Datenverlust). Mit Mycopier kann man dieses Problem aber schnell und einfach lösen. Lediglich einen Wermutstropfen gibt es: Mycopier nutzt Ultraspeed (kein Turbospeed, kein XFHighspeed) und hilft der XF leider nicht sonderlich bei der Formaterkennung bzw. Formatumschaltung…

4) falsches/ungewünschtes Image:
Nun, liegt das Image nicht im gewünschten Format (ATR, XFD, SCP, DCM) vor, so gibt es hierfür dutzende Konverter Programme. Auf dem PC findet man z.B. ACVT als Reparatur- und Multi-Konverter-Tool, Imagic als Multi-Konvertertool (für DOS), Imagic95 als Multi- Konvertertool (für Win 95/98), sowie noch div. Single- Konverter wie z.B. die Tools ATR2XFD, XFD2ATR und DCM2ATR (alle für DOS) von Bo und Ernest Schreurs. Sicherlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Konverter – aber zumindest auf dem IBM PC ist man mit ACVT und Imagic bestens bedient…

5) Image Directory:
Will man von einem Emulator-Image (ATR oder XFD) nur mal eben den File-Inhalt sehen, ohne es gleich einladen oder gar downloaden zu müssen, so gibt es hierfür div. Directory Programme. Von Jörg Gernreich gibt es XFD-View oder View-XFD, das sowohl XFD als auch ATR Directories listet und druckt. Einige Versionen davon waren ja schon auf älteren ABBUC Magazinen zu finden. Die Pooldisk Too Macher Bo und Ernest Schreurs haben uns das Programm XDIR beschert, das in der neuesten Version 10.x sogar die Directories von DD-Images, Sparta-DOS Format und Sub-Directories anzeigt und nicht nur reine DOS-2 Single oder Medium Disk-Inhalte. Klar, dass es sowohl ATR wie auch XFD beherrscht. Das Programm XDIR 10.x lässt sich zudem noch toll konfigurieren und ist u.a. auf ihrer Homepage zu finden (ältere Versionen auch auf der Pooldisk Too)…

6) Image Lister:
Hat man vor, den Inhalt div. ATR oder XFD Images aufzulisten, so kann man das furchtbar umständlich per Hand tun. Schneller (aber recht platzfressend) geht es mit XDIRLIST von Bo und Ernest Schreurs, das einem erlaubt einen Pfad anzugeben und dann eben die Inhalte aller dort befindlichen Images listet und als Text abspeichert. Allerdings listet das Programm auch wirklich alles auf, bei 200 DOS 2 Disks sieht man dann eben auch 200 mal DOS.SyS und/ oder 200 mal DUP.SyS usw. So erklärt sich auch, weshalb sich auf der Pooldisk Too eine Megadatei mit ca.18MB Umfang befindet. Hier sind halt wirklich alle Sachen aufgelistet, die sich in den ca. 6000 Pooldisk Images befinden. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn ca. 10-12 Images urplötzlich eine zig (hundert) Kilobyte große Textdatei erzeugen…

7) Files zu/aus Images:
Befinden sich auf dem großen Rechner schon dutzende Atari 8bit Files, die man gerne (ohne Atari) in Images wandeln bzw. aufnehmen möchte, so gibt es auch hierfür einige Konverter oder Extractor Tools. Meinereiner hat sie bisher noch nie gebraucht, daher erinnere ich mich auch nicht mehr so genau an ihre Namen. Ich glaube die PC Tools MakeATR, ACOPY, ATR2IMG, DIR2ATR und einige andere sind dafür geeignet. Manche Leute möchten gerne Files aus Images herausholen, ohne dafür den Atari oder Emulator hochzufahren. Nun, wenn ich mich nicht irre, gibt es auf dem PC hierfür die Tools UNMAKATR, EXTRACT und noch einige andere Sachen, die Images komplett „entpacken“ oder einzelne Files aus den Images herausholen und als PC Files speichern. Auch das habe ich bisher noch nie ausprobiert, also beschäftigt euch selber damit…

8) Images auf dem XL:
Hat man das Glück oder Pech sogenannte. Images auf dem XL vorliegen zu haben, so muss man diese erst wieder entpacken, um sie nutzen zu können. Der Diskcom. erzeugt DCM Images, also kann man auch ihn nutzen um DCM (DSK, DC3, etc.) Images wieder zu entpacken. Analog erzeugt das SpartaDOS Programm Scopy sog. SCP Images, man sollte es also nutzen um jene SCP Images wieder zu entpacken. Was aber, wenn man statt Atari 8Bit Images nunmehr PC-Images, wie ATR und XFD vorliegen hat ?!? Kein Problem, auch dafür gibt es passende Atari 8Bit Konverter. Für ATR Images kann man das TurboBasic Programm von Erhard Pütz oder das ML Programm von Tom Hunt nutzen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob beide Programme auch in beide Richtungen (ATR<=>XL-Disk) konvertieren, einfach selbst herausfinden. Bei XFD Images kann man ein polnisches CTB-File (Unimage.CTB) zum entpacken nutzen oder ein ML Programm von Ken Siders, namens Diskformer oder aber eines der diversen XFD Konverter Programme von älteren ABBUC Magazinen…

9) File-Erkennung:
Manche User erlauben sich den Spaß den Atari XL-Files falsche oder gar keine Extender zu geben. Woher soll man nun wissen, um was es sich da handelt ?!? Ok, handelt es sich um ML-Files (COM, OBJ, BIN, EXE), so kann man das noch schnell herausfinden. Auch „gesavte“ (tokenized, allg. *.BAS) oder „gelistete“ (listed, allg. *.LST) Basic Files sind recht schnell auffindbar. Mitunter auch Texte, die im ASCII oder ATASCII oder HTML Format vorliegen. Viele weitere File-Formen sind aber schon recht schwierig und nur mit großem zeitlichen Aufwand aufzuspüren. Es sei denn man hat einen sehr guten Spürsinn (bzw. sehr gute Atari Kenntnisse) – tja, oder halt ein passendes Tool, das dies für einen erledigt. Einige mir bekannte Programme auf dem kleinen Atari heißen „The Compactor Detector“ (Detect.BAS oder Detect.COM), „What is …? Vers. 2.4“ (Whatis24.COM), und „Check it, Vers. 5“ (Check5.COM). Diese kleinen Tools spüren nicht nur ML Files, Basic Files und Texte korrekt auf, sondern noch viele andere Formate, wie z.B. AMS-1- Sounds, AMS-2-Sounds, Degas Bilder, GIF Bilder, MMS/Midi-Music-Sounds, etc. Dabei erlauben sie es zumeist auch die Files passend umzubenennen bzw. den korrekten Extender zu setzen. Somit dürfte das Laden dieser Files, via DOS, Sound Player, Text- oder Grafik-Viewer kein Problem mehr darstellen…

10) stark segmentierte Files:
Hin und wieder stößt man auf Atari Files, die sehr seltsam und langsam laufen, da sie gleich hundertfach segmentiert wurden. Die Ursache hierfür kann einerseits darin liegen, dass diese Files mit einem uralten Packer (sog. Cruncher) gepackt wurden, andererseits kann es sich aber auch um einen Bug der Programmiersprache oder des Compilers handeln. Im Allgemeinen bestehen viele ML Files nämlich aus mehreren Segmenten, in denen die Daten, Bilder, Sounds, Texte, etc. abgelegt sind. Früher gab es sog. Cruncher, die ML Files auf sehr einfache Weise packen bzw. crunchen konnten, indem sie alle Nullen aus dem File entfernten. Das ML File wurde auf diese Weise zwar kürzer, es konnte jedoch nur noch mit einem Gamedos geladen werden und zudem bestand es nach dem crunchen aus dutzenden oder gar hunderten Segmenten. Diese Segmen
te sind meist nicht fortlaufend, z.B. könnte ein gecrunchtes File so aussehen: Data 2000-2008, Data 2017-2127, Data 2205- 2235, usw. Man sieht also, dass jeweils Lücken vorhanden sind (zwischen 2008 und 2017, 2127 und 2205).

Auf der anderen Seite gab und gibt es einige Programmiersprachen und Compiler die etwas „buggy“ sind und damit erzeugte ML Files in fortlaufenden Segmenten speichern. Dazu zählen z.B. der Atari Assembler, der Atari Macro Assembler, der ABC Compiler, der MMG Compiler u.a. Dinge mehr. Programme die damit geschrieben oder erzeugt wurden enthalten meist mehr Segmente als notwendig wären, dazu ein Beispiel: Ein Programm X enthalte die Daten 2000-2FFF, 3000-3FFF, 4000-4FFF, 5000-5FFF, zusammen also 4 Segmente plus RUN oder Init Adresse. Wenn man genau hinschaut sieht man, dass die Daten eigentlich (kontinuierlich) fortlaufend sind, man könnte also auch nur ein Datensegment von 2000-5FFF nebst RUN und Init Adresse vorliegen haben. Letzteres ML-File wäre nicht nur kürzer, es würde auch schneller laden. Tja, und genau hierzu gibt es das Programm „Streamliner“, es entfernt überflüssige Bytes und Segmente und fügt mehrere fortlaufende Segmente zu einem Segment zusammen. (Man spart auch Bytes, da jedes Segment einen ML-Header hat!) Dies klappt aber wirklich nur bei fortlaufenden Segmenten. Besteht zwischen den Segmenten eine Lücke (wie z.B. bei den gecrunchten Files) und sei es nur eine wenige Bytes (oder ein einziges Byte) große Lücke, so klappt dies nicht und der Streamliner kann auch nicht weiterhelfen.

Doch wie gesagt, bei recht vielen Programmen, die mit einem alten Atari Assembler oder einem Basic Compiler erzeugt wurden, klappt dies einwandfrei…

11) Files vom / zum PC:
Manch einer hat Atari-Files auf dem PC vorliegen und möchte diese wieder auf den kleinen Atari zurückkopieren. Umgekehrt gibt es Leute, die gerne ihre Atari Files unverändert auf den PC übertragen möchten. Für diesen Zweck gibt es verschiedne Modemprogramme, wie Bobterm, Kermit, Ice-T, etc. die so was erledigen können. Man kann aber auch einfache Filekopierer (PCProgramme) dafür verwenden, sofern man auf beiden Seiten einheitliche 5,25″ oder 3,5″ DD-Laufwerke besitzt. Ergo, will man 5,25″ Atari Disks mit Files auf den PC transferieren, dann benötigt der PC halt auch ein 5,25″ Laufwerk. Ebenso verhält es sich mit 3,5″ Laufwerken bzw. Disks, will man das 3,5″ LW des PC nutzen, so muss der kleine Atari eben auch über 3,5″ Disks und LW verfügen. Sind auf beiden Seiten einheitliche Laufwerke und Disketten vorhanden, so kann man für die Datenübertragung die Filekopierer Util, MyUtil, Ataridsk und ähnliche (zumeist DOS-) Programme verwenden…

12) seltsame/fremde Images:
Vor vielen ABBUC Ausgaben hatte ich schon mal über div. DOS Versionen gesprochen und auch einige seltsame DOS-Versionen bzw. Menuloader, wie Howfen-DOS, Multi-Boot, Alphaload, etc. erwähnt. In GB/UK scheinen diese Menülader sehr verbreitet zu sein, man hat sie vor allem benutzt um ehemalige Cassettengames und natürlich RKs auf Disk zu übertragen. Lustigerweise lassen sich von diesen Disketten zwar Images erstellen, jedoch gibt es diverse Emulatoren, die eben jene Images nicht booten oder laden können. Der Bug liegt hier klar auf Emulatorenseite, denn auf den kleinen Ataris laufen diese Sachen ja einwandfrei. Dennoch haben sich einige Leute die Mühe gemacht und passende Konverter für dieses Problem gecodet. Von Jindrich Kubec gibt es das Programm ADIR. EXE, das div. Atari Formate bzw. dessen Images umwandeln kann. Darunter fallen auch Howfen DOS und ähnliche Images – einfach mal ausprobieren. Steve Tucker, der Autor von APE, hat einen spez. Konverter für die sog. Alphaload Images geschaffen, er heißt glaube ich Alpha.EXE und wandelt halt Alphaload Images in „normale“ Images um. Schon seltsam, anstatt die Emulatoren anzupassen, wandelt man alle unpassenden Images um. Aber warum auch das Problem einmal bei der Ursache anpacken, wenn man es dutzendfach bei der Wirkung angehen kann…

Genug gelabert für heute. Da ich leider nur eine DOSe (Marke 486er PC, mit 66Mhz) besitze, kann ich über Amiga, Acorn, ST und Mac leider nix schreiben bzw. keine dazu passenden (Konverter-) Programme erwähnen, sorry! Selbst Windows XY oder Linux, Unix, Be-OS, OS/2 u.a. PC-Betriebssysteme und dazu passende Programme mussten demzufolge unerwähnt bleiben. Ich kann halt nur DOS oder Win 3.11 Tools nutzen. Aber vielleicht hat ja ein anderer Abbucianer Lust auf eines der unerwähnten Computeroder Betriebssysteme etwas näher einzugehen. Jedoch wie ich euch (da draußen) kenne, ist dies wohl eher nicht der Fall. Also dann, bis zum nächsten Laberartikel

Andreas Magenheimer.

AtariSio für Linux

Gute Nachrichten für alle Linux User, die eine SIO2PC Lösung suchen: ich habe auf meiner Homepage http://www.horus.com/~hias/atari/ „AtariSIO“ unter der GPL veröffentlicht.
Kurz zusammengefasst besteht AtariSIO aus 3 Teilen:
* Dem Programm „atariserver“,
* dem Programm „atarixfer“ und
* dem Linux Kernel Modul „atarisio“.

„atariserver“ kann man in etwa mit SIO2PC oder APE für MSDOS vergleichen. Zur Zeit kann es bis zu 8 Floppy Laufwerke (D1: bis D8:) emulieren und unterstützt single und double density (also 128 und 256 Bytes pro Sektor). Die einzelnen virtuellen Laufwerke dürfen dabei jeweils bis zu 65535 Sektoren (also 16MB) groß sein. Damit der Zugriff auch halbwegs schnell abläuft unterstützt atariserver neben der normalen Übertragungsrate (19200 Bit pro Sekunde) auch einen Highspeed Modus mit 57600 Bit pro Sekunde. Diese Art der Highspeed-Übertragung ist kompatibel zur Speedy 1050, sodass die meisten DOS Versionen (z. B. Sparta DOS oder Turbo DOS) und Sektor-Kopierer ihn problemlos verwenden können.

Ein interessantes Feature von „atariserver“ versteckt sich etwas im Hintergrund und betrifft das Formatieren der virtuellen Diskettenlaufwerke: Genau so wie eine normale Floppy „gehorcht“ es dem Atari und formatiert ein Laufwerk in der vom Atari gewünschten Dichte (z. B. mit 90k, 130k oder auch mit 16MB, genau so wie es der Atari möchte). SIO2PC und APE waren dabei etwas „sturer“: war ein Laufwerk z. B. mit 90k eingerichtet, konnte es auch nur auf 90k formatiert werden. Um es dann z. B. mit 130k formatieren zu können, muss man im Programm per Hand zuerst das alte Laufwerk deaktivieren und danach ein neues in der gewünschten Dichte anlegen.

Gerade wenn man etliche Disketten auf den PC kopieren möchte und man nicht im Vorhinein weiß, in welcher Dichte sie sind, kann das ganz schön nervig sein. Nun zu „atarixfer“: Dieses kleine Programm macht quasi das umgekehrte von „atariserver“, damit kann man auf eine am PC angeschlossene Atari Floppy (z. B. 1050) zugreifen.

Zur Zeit bietet das Programm nur 2 Funktionen: Eine in der Floppy eingelegte Diskette auslesen und als ATR-File am PC abspeichern, und ein ATR-File vom PC auf eine Diskette in der Atari Floppy schreiben. Bei der letzteren Funktion formatiert „atarixfer“ übrigens automatisch die Diskette im richtigen Format. Das wirkliche Herzstück von „AtariSIO“ liegt aber nicht in den Programmen „atariserver“ und „atarixfer“, sondern im Kernel Modul „atarisio“. Grob gesagt kümmern sich die beiden Programme hauptsächlich um die Verwaltung der Images bzw. reagieren auf Usereingaben. Die eigentliche Kommunikation mit der Atari-Hardware und die Ansteuerung der seriellen Schnittstelle spielt sich im Kernel Modul ab.

Eigentlich wollte ich ja gar kein Linux Kernel Modul programmieren, das erschien mir immer zu kompliziert und deshalb ha
be ich so was vorher auch noch nie gemacht. Aber es gibt immer ein erstes Mal 🙂 Jedenfalls bin ich nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass sich die Aufgabe als normales „User Space“ Programm nicht zuverlässig lösen lässt. Ein Problem war, das relativ knappe Timing exakt einzuhalten, ein anderes war, dass es nur im „Kernel Space“ möglich ist, per Interrupt-Handler sofort (und zwar wirklich sofort!) nach dem Eintreffen eines Bytes eine Benachrichtigung zu bekommen. Tja, und so bin ich also dazu gekommen mein erstes Linux Kernel Modul zu schreiben 🙂 Die genauen Details der Implementierung erspare ich euch jetzt, aber trotzdem noch ein paar Worte zu dem Kernel Modul:

Mein Bestreben bei dem Design des Modules war es, die Schnittstellen nach außen so einfach wie möglich zu halten. Unter anderem aus dem Grund, dass auch andere Programmierer dieses Modul verwenden ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 Seite 19 ABBUC e.V. # 72 1. Quartal 2003 können.

Ich möchte euch hier nur einen groben Überblick über
die Funktionsweise des Moduls geben, wenn ihr genauere
Details wissen wollt, schaut bitte in das Header-File
„atarisio.h“ oder lest euch den Sourcecode der Utilities
„atarixfer“ und „atariserver“ durch.
„atarisio“ ist als character device driver realisiert und kann über mehrere ioctls angesprochen werden.

Kurz gesagt: zuerst muss man von C aus per normalem „open“ Befehl das Device „/dev/atarisio“ öffnen und kann dann die in „atarisio.h“ angegebenen ioctls verwenden. „atarisio“ kann übrigens nur von einem Programm gleichzeitig verwendet werden, greift im Hintergrund schon ein anderes Programm darauf zu, gibt’s beim Öffnen eine Fehlermeldung! Grundsätzlich bietet „atarisio“ zwei verschiedene Betriebsmodi: „1050-2-PC“ und „SIO-Server“. Der einfachere Modus ist „1050-2-PC“. Er dient dazu, an eine angeschlossene Atari-Floppy Kommandos zu schicken. Um die Verwendung so einfach wie möglich zu halten, habe ich die Schnittstelle sehr stark an die SIO-Routine vom Atari ($E459) angelehnt: man muss nur eine struct mit den entsprechenden Daten (Device- Nummer, Sektor-Nummer, Kommando, Daten-Puffer sowie Puffer-Länge) auffüllen – ziemlich genauso wie am Atari – und diese struct dann per ioctl übergeben. Das war’s auch schon! Für den Fall, dass irgendwas schief gegangen ist (z.B. ein Timeout weil die Floppy nicht eingeschaltet war), gibt’s eine Fehlernummer retour – z.B. 138 bei einem Timeout, wie beim Atari 🙂 Etwas komplizierter ist der „SIO-Server“ Modus. Da ich „atarisio“ nicht nur auf die Emulation von Diskettenlaufwerken einschränken wollte, habe ich die einzelnen Teile des SIO Protokolls voneinander getrennt implementiert.

Eine genaue Erklärung des SIO Protokolls würde zu weit führen, deshalb empfehle ich, die Spezifikation des SIO Protokolls zu lesen (SIOspecs.pdf im Internet suchen), und einen Blick in das File „AtrSIOHandler.C“ zu werfen. Anhand eines einfachen Beispiels (z.B. „read sector“) werdet ihr sicher schnell draufkommen, wie der Hase läuft 🙂 Zu Beginn muss der PC erstmal auf ein Kommando vom Atari warten. Dafür bietet sich die Verwendung von select/poll an: mittels dieser (Standard) Funktionen kann man auf ein Ereignis von einem oder mehreren Geräten (z. B. von der Tastatur und von „atarisio“) warten. Bis zu dem Eintreten des Ereignisses wird das aufrufende Programm schlafen gelegt und belegt damit auch keine Rechenzeit.

Als nächstes muss man das empfangene Kommando „abholen“ und kann dann entscheiden, wie man darauf reagieren möchte. Soll man es ignorieren, z. B. weil es für ein anderes Peripheriegerät bestimmt ist (z. B. für eine „richtige“, zusätzlich am SIO-Bus angeschlossene Atari Floppy), soll man einen Fehler zum Atari schicken (z. B. weil es ein illegales Kommando ist), oder soll man ein „OK“ melden und das Kommando dann ausführen. Bei allen Antworten zum Atari, oder beim Empfangen von Datenblöcken muss man sich übrigens nicht selber um die Einhaltung von irgendwelchen Mindest- Zeitabständen, wie sie im SIO Standard festgelegt sind, oder um die Berechnung und/oder Überprüfung von Checksummen kümmern, das wird alles schon automatisch vom Kernel Modul übernommen! Wenn man ein Kommando vom Atari bearbeiten möchte, wird man normalerweise nach dem Senden des OK‘s möglicherweise einen Datenblock vom Atari empfangen, später evtl. einen Datenblock zum Atari senden und OK oder ein Error senden, ob das Kommando korrekt ausgeführt wurde. Für all diese Sachen gibt’s eigene ioctls die man quasi im Baukastenprinzip einfach zusammensetzen kann.

Genauere Hinweise sowie eine ausführliche Bedienungsanleitung findet ihr übrigens im File „README“ im AtariSIO-Paket. Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Ich habe zwar AtariSIO schon einige Monate bei mir erfolgreich im Test-Einsatz, aber nachdem noch nicht allzu viele Leute außer mir AtariSIO getestet haben, habe ich es zur Sicherheit als „alpha“ Version gekennzeichnet. Falls ihr also Probleme habt, schickt mir bitte eine email an hias@horus.com . Falls AtariSIO bei euch läuft, würde ich mich auch über eine email freuen. Schreibt mir bitte auch ein paar Informationen über euer System: welche Distribution, Version des Linux- Kernels, Version des gcc, welche Hardware (Motherboard, CPU, …), das kann mir bei der Fehlersuche sehr weiterhelfen!

Viel Spaß noch mit euerem Atari,
Matthias Reichl (HiassofT)

Amtshilfe für 3sat

Die Mitglieder der Regionalgruppe Frankfurt staunten nicht schlecht, als sie Mitte Januar eine besondere E-Mail in ihrer Inbox fanden. ‚Fernsehen bittet um „Amtshilfe“‚ hieß es in der Betreffzeile, die E-Mail kam von Ralph Benz, einem Redakteur der Computer- Informationssendung „neues“ auf 3sat.

Die Redaktion der Sendung „neues – computer und mehr“ hatte für die Sendung am Montag dem 10. Februar 2003 das Thema ATARI auf dem Programm. In der Sendung sollte ein Überblick über die ATARI-Computer- Benutzer im Jahre 2003 gegeben werden, also auch über die ATARI 8bit Reihe. Recherchen im Internet führten die Redaktion zum ABBUC, und von dort auf die Seiten der Regionalgruppe Frankfurt. Die Redaktion der Sendung „neues“ befindet sich beim ZDF in Mainz, daher war eine Möglichkeit, ein paar Bilder von einem ATARI 8bit Treffen im Rhein- Main-Gebiet zu drehen, ideal. Es wurde ausgemacht, das ein Fernsehteam am 3. Februar bei dem regelmäßigen Treffen der Regionalgruppe vorbeikommt um einige Aufnahen zu machen.

Das Treffen am 3. Februar fand in der Wohnung von Gunnar Busse in Oberjosbach/Niedernhausen in der Nähe von Wiesbaden statt. Die Regionalgruppe hatte eine umfangreiche Sammlung an original ATARI-Geräten und Neuentwicklungen zusammengetragen und aufgebaut. Gegen 19:00 Uhr kam das Filmteam vor Ort an, bestehend aus Redakteur, Kameramann und Beleuchter. Der erste Test der dicken Scheinwerfer war zuviel für das Stromsystem in Gunnars Wohnung, plötzlich herrschte Stille und Dunkelheit – die Sicherungen) waren herausgeflogen. Das Problem war schnell gefunden, eine defekte „Birne“ in einem
der Scheinwerfer. Die Dreharbeiten konnten beginnen. Nach und nach Trafen dann die Mitglieder der Regionalgruppe Frankfurt ein, so das wir im Laufe des Abends eine neue Rekordanwesenheit von zehn Personen hatten. Besonderes Interesse galt den Hardware Erweiterungen.

Harry Reminder und Thomas Grasel zeigten das ATARI Netzwerkinterface (SIO), SIO2PC, SIO2IDE und DVM. Diese Hardwareentwicklungen und vieles mehr wurde, teilweise auch in Aktion, gezeigt. Der ATARI Portfolio, der Jaguar, die Speicher- Steckkarten eines ATARI 800 und der Diskettenauswurfmechanismus der ATARI 810 Floppy wurden gefilmt. V iel e Regional gruppen- Mitglieder waren (soweit möglich) in ATARI oder ABBUC TShirts erschienen (und das bei Schneefall), die ABBUC Magazindiskette wurde vorgeführt und Interviews über den ABBUC und ATARI allgemein aufgezeichnet. Insgesamt war dies bestimmt das ungewöhnlichste Regionaltreffen in den letzen Jahren, aber es hat allen Beteiligten Spaß gemacht. Für die Bit Byter, welche die Sendung verpasst haben, wird ein Mitschnitt der Sendung in Schreiersgrün und auf der nächsten Jahreshauptversammlung zu sehen sein.

Carsten Strotmann

Welcome back at the Public Domain Library

Endlich ist es geschafft. Der Umzug mit seinen Folgen sowie der neue Job haben doch einiges an Kraft und vor allem Zeit gekostet. Doch seit Samstag, dem 15. Februar 2003 ist mein 800XL- 320K zusammen mit einer 1050 und dem Slavedrive (P200MMX an SIO2PC) wieder in Betrieb. War nicht einfach, in dem neuen Haus überhaupt Platz zu finden für den ATARI. Wo sind sie hin, die Zeiten als mein XL und ich noch 40 qm ganz allein für uns hatten. Meine bescheidene Sammlung und natürlich auch die ABBUC PD-Bibliothek befindet sich noch wohl verpackt in verschiedenen Gebäuden. Derzeit arbeite ich nur mit ATR & Co sowie den neuen Magazindisks. Kein Platz für Bücher etc. Aber für den Moment kann ich die PD‘s pflegen und der Frühling bietet sicher Chancen, so nach und nach alles in gewohnt erreichbarer Weise zu organisieren.

An dieser Stelle die neue Adresse für den PDService: Der Versand der PDs erfolgt in Deutschland und somit bleibt das Porto unverändert, solange die Post nicht an der Preisschraube dreht. Und damit zu den PDs: Pünktlich zum neuen Jahr hat Les Wagar eine überarbeitete Version seiner Disk-Utilities (PD #576 Rev Jan-01-2003) geschickt. An dieser Stelle soll diese Arbeit durch eine Vorstellung der Disk gewürdigt werden. Das Original ist natürlich in Englisch (CA), da Les in Red Deer, Provinz Alberta, Kanada wohnt. Special thank you to Les Wagar for his ongoing efforts in maintaining this utilities. DISK UTILITIES by Les Wagar – Revision Jan 01 2003

Beide Seiten der Disk sind in Single Density formatiert. Die Utilities funktionieren aber auch mit Enhanced Density Disks. Seite 1, die Programmseite, bootet das File DENSITY, das dann das Menüprogramm DISK startet. DISK beginnt mit einer einführenden Meldung, die auf den englischen Originaltext dieser Vorschau hinweist. Das Menüprogramm DISK stellt eine Reihe von Funktionen inklusive einiger DOS-Kommandos zur Verfügung. Mit <N>EW lassen sich andere Inhaltsverzeichnisse oder Laufwerksnummern auswählen. Mit <O>VER gelangt man zu den restlichen Kommandos in der Kommandozeile. Bitte beachtet das <P>RINT -Kommando, das in dem File DISK.DOC erläutert ist. Hingewiesen sei auch darauf, dass alle Programme in BASIC geschrieben sind. Daher habe ich auf die Endung BAS verzichtet.

ABBUC e.V. PD-Service
c/o Walter Lojek
Willem de Zwijgerstraat 20
NL-6021 HM Budel

Für Besitzer des 130XE ist das File RAMDISK. COM auf beiden Diskettenseiten vorhanden. Besitzer von ATARI‘s mit nur 64 KB Speicher sollten wissen, dass die meisten Programme beim ersten Start automatisch auf „D8:“ speichern. Diese Routine wird allerdings sorgfältig abgefangen, so dass sie kein Problem darstellt. Seite 2, die Dokumentationsseite, bootet das Programm FILEVIEW, mit dessen Hilfe sich jedes ausgewählte Dokument oder auch File am Bildschirm lesen lässt. Allerdings muss Seite 2 nicht zwingend gebootet werden. Die wichtigsten Programme sind einzeln dokumentiert: DISKUTIL. DOC, VTOCKEY.DOC und DISK.DOC. Die übrigen sind im File MISC.DOC zusammenfassend erläutert. Die Text-Files sind für die Druckerausgabe formatiert. Trotzdem lassen sie sich auf dem Monitor brauchbar lesen. Zum Ausdrucken eignet sich das Programm DOCPRINT. Voreingestellte Codes für EPSON Drucker sind allerdings auf die amerikanischen Briefmaße eingestellt. Und natürlich sollte man nur mit einer Kopie die Programme ausprobieren. Das Programm DISKUTIL beinhaltet umfangreiche Möglichkeiten:

1. Datacopy – Read Sectors, Viewcopy Sectors, Copy Sectors, Replicate
2. Filetrak – Read A File, Trace A File, List Deleted, Global Index, Global Trace
3. Stylus – Read Sectors, Add Directory Note, Signature Sector, Revise Sector, Copy Sector
4. Restore – Restore deleted or zapped files to active file status
5. Diskname – you name it!
6. Datalift – interesting features to play around with sectors, VTOC and directory
7. Directory – view or print it
8. Quit to DISK – finito, but in a special order

Die anderen Programme auf dieser Disk überlasse ich den Neugieren. Wer sich schon immer mal mit Systemutilities in BASIC befassen wollte findet auf dieser Disk massig Material. Nur ein wenig Englisch sollte man können.
Walter Lojek

Der wertvollste Atari

So, so – da seid ihr also unter die Sammler gegangen, was ? Und weil ihr eine so tolle Atari Sammlung besitzt, meint ihr wohl auch, diese müsse sehr wertvoll sein. Aber sie ist nur wertvoll für euch (und Gleichgesinnte Atarianer!), nicht jedoch für den Rest der Welt! Es ist also ganz gleich, ob ihr einen Atari 400, 800, 600XL, 800XL (mit oder ohne Freddy), 65XE, 130XE oder 800XE euer Eigen nennt. Auch der seltenere 1200XL oder gar die ultraseltenen 1400XL (von dem ca. 50- 75 Stück existieren) und der 1450XLD (von dem ca. 150 Stück existieren, jedoch nur 3 Stück mit Floppycontroller!) sind ziemlich wertlos in den Augen anderer Artgenossen, äh, Menschen. Probiert erst gar nicht die Prototypen, wie den 65XEM (M = Music, also mit Amy-Music-Chip) oder den 65XEP (p = portable, also tragbar) aufzutreiben, bei deren Stückzahlen (weniger als 5 Stück sollen davon existieren), wird euch das eh’ nicht gelingen. Denn wirklich wertvoll wird euer Atari erst, wenn ihr ihn vergolden lasst! Tja, und dies hat sich wohl jemand zu Herzen genommen und schon vor 20 Jahren seinen 1200XL unglaublich wertvoll gemacht:

Das ziemlich schlecht zu erkennende Bild zeigt
einen Atari 1200XL mit ein paar Steinchen und Klunkern darauf. Der Titel verrät es bereits: „Versteinerter Atari“ – und so sind darauf Juwelen im Gesamtwert von 250.000 US-Dollar zu finden. Nicht weniger als 225 blaue Saphire, 150 Rubine und 16 Diamanten wurden für diesen Atari geopfert und sorgten dafür, dass er sowohl für den Besitzer, als auch für andere Leute etwas besonders wertvolles darstellt. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass hinter dieser Idee ein US-Juwelier steckt(e). Übrigens, dieser Leserbeitrag erschien in der März-Ausgabe des Antic-Magazins 1983, wer will kann ja mal nachschauen, wie viel der Dollar damals so wert war…
Andreas Magenheimer

8-bit Talk

In Ausgabe 12/2002 der st-computer erschien folgendes Interview, welches wir mit freundlicher Genehmigung des Redakteurs Thomas Raukamp hier wiedergeben dürfen. Wenn man von Ataris 8-Bit-Reihe spricht, wird meist der Atari Bit Byter User Club in einem Atemzug gleich mit genannt. Dies ist kein Wunder, denn schließlich ist nahezu jeder aktive XL-/ XE-Fan in dem Verein eingetragen. Kaum eine andere Stelle hat einen so genauen Überblick über die Aktivitäten in der immer noch quicklebendigen Szene. Thomas Raukamp unterhielt sich daher mit Wolfgang Burger, Vorsitzender des ABBUC e.V. Das Herz der 8- Bit-Bewegung ?? Obwohl Atari die Unterstützung der 8- B i t -Reih e schon vor einem Jahrzehnt aufgegeben hat, gibt es immer noch Fans der Maschine.

Woher kommt die hohe Popularität der XLXE-Reihe von Atari?

Ganz einfach, weil es wirklich gute Maschinen sind. Außerdem hat sich nach meiner Meinung ein gewisser Menschentyp für diese Maschinen interessiert nicht einfach nur Consumer, sonder Leute, die sich für das Innenleben der Maschine interessierten. Die haben dann versucht, das Letzte herauszukitzeln. Solche Leute gibt es heute immer noch. Als Beispiele seinen hier nur aufgezählt: Anschluss einer IDE – Festplatte, USB für den Atari und Nutzung von handelsüblichen Flash-ROMs als Speichermedium. ?? Was kann ein Anwender noch mit 8- Bit-Computern anfangen, wenn nun schon bald 64-Bit-Maschinen bereit stehen? Eigentlich alles. Es gibt Textverarbeitungen, Grafikprogramme, Tabellenkalkulationen, Spiele und vieles mehr. Eigentlich ist auf diesen Computern alles umgesetzt worden, was es auch in der PC-Welt zu finden gibt. Natürlich nicht so schnell und so toll, aber wenn man zum Beispiel BOSS XE, eine grafische Oberfläche, betrachtet, fehlt es weder an Icons, Hintergrundbildern noch an Bildschirmschonern. An einen HTMLInterpreter mit ausführbaren Links wird gerade gebastelt. Es muss eben nicht immer schöner, schneller, weiter sein.

?? Wann wurde der ABBUC gegründet? Der Atari Bit Byter User Club wurde im Jahre 1984 von ca. 10 Leuten gegründet. Er bekam dann 1985 seine Rechtsform als eingetragener Verein. Dies geschah nach langen Diskussionen, da man erst über eine kommerzielle Form als Verlag oder ähnliches nachdachte. Bis heute bin ich persönlich davon überzeugt, dass gerade die nichtkommerzielle Form das Überleben gesichert hat. ?? Wer ist im ABBUC willkommen? Im ABBUC ist jeder willkommen, der ein Herz für die 8-Bit-Rechner von Atari hat egal, ob er Programmierer oder nur Nutzer der veröffentlichten Programme ist. Auch passive Mitglieder halten den Verein am Leben.

?? Was für Vorteile hat ein ABBUCMitglied? Ein vierteljährliches Magazin auf Diskette mit Programmen und Infos von Mitgliedern aus allen Bereichen, sowie Wettbewerben, seit 1990 zusätzlich mit gedruckter Textbeilage, schriftliche und fernmündliche Beantwortung von individuellen Fragen zu Softsowie Hardware, Literatur, Händlern etc., eine PD-Bibliothek mit über 600 Disketten EUR 0.50 plus Versand, Kontaktförderung zwischen Mitgliedern, eigenverantwortliche Arbeitsgruppen und Regionaltreffen, Informationsaustausch mit anderen Vereinen insbesondere in den USA, Deutschland, Kanada und Benelux (wobei dieses so langsam schwieriger wird, da sich die Vereine auflösen), kostengünstiger Reparaturservice für Floppies, Computer und Monitore durch Mitglieder zum Selbstkostenpreis, Vermittlung preisvergünstigter Soft- und Hardware, eine eigene Webseite und Community. Eine E-Mail-Adresse ist nach dem Muster name@abbuc.de möglich. Hinzu kommt ein Hardwareservice, der zum Beispiel fertig aufgebaute Interfaceschaltungen zu günstigen Preisen, vielfältige Eigenentwicklungen, einen Bauplanservice und Literatur im Eigenverlag (zum Beispiel TurboBasic-Handbuch). Diverse Treffen und Events zur Aufrechterhaltung der Kontakte zu und zwischen den Mitgliedern werden abgehalten. Es gibt eine Rückvergütung von erwirtschafteten Überschüssen an die Mitglieder, zum Beispiel in Form von zwei Sondermagazinen jährlich sowie einer Jahresgabe.

?? Wie hoch ist der Jahresbeitrag? EUR 31, übrigens unverändert seit der Gründung!

?? Was sind die Ziele des ABBUC? Atari-8-Bit Fans zu helfen und den 8-Bit Rechner vor dem endgültigen Gang in das Computermuseum zu bewahren.

?? Beschränkt Ihr Euch auf die 8-Bit- Reihe oder sind auch ST-Anwender bei Euch willkommen? Ja, wir sind auf die 8-Bit-Rechner beschränkt. Dieser Wille wurde mehrfach in den letzten Jahreshauptversammlungen bekräftigt worden. Leider sind fast alle ehemaligen 8-Bit Clubs, die den ST mit aufgenommen haben, an den verschieden Interessenskonflikten (8-Bit <-> 16 Bit) zu Grunde gegangen.

?? Wie viele Mitglieder hat der ABBUC derzeit? Am heutigen Tage genau 400. In den 80er Jahren waren wir 980.

?? In den letzten zwei Jahren wird viel über die Welle des „Retro-Computings“ gesprochen. Merkt Ihr im ABBUC wieder ein aufkeimendes Interesse an den „alten“ Maschinen? Ja das merken wir. Ob es ehemalige Mitglieder sind, die sich am damaligen „Weihnachts-PC“ ausgetobt haben und reumütig zurück kehren, oder Leute, die auf dem Speicher gegangen sind und dort einen Atari gefunden haben. Hinzu kommen die Anwender, die bei eBay ein Schnäppchen gemacht haben.

?? Wie setzt sich derzeit die Anwenderschaft zusammen? Habt Ihr hauptsächlich Leute, die seit Jahrzehnten mit dem 8-Bittern arbeiten oder kommen auch völlig neue Anwender hinzu? Natürlich gibt es den harten Kern, der die überwiegende Anzahl der Mitglieder stellt. Diese Leute sind aus den Gründungszeiten übergeblieben. Ich schätze die völligen Neulinge auf ca. 10 Prozent ein.

?? Für was für Aufgaben werden die 8- Bitter heute konkret eingesetzt? Eigentlich für alle Computeranwendungen, wobei natürlich Spiele und Demos einen Großteil abdecken. Es gibt aber auch Leute, die ihre Modelleisenbahn damit steuern, ihre Heizungsanlage überwachen und andere, die die Maschine als Wetterstation mit ausführlicher Statistik einsetzen. Unsere älteren Mitglieder benutzen den Atari als Schreibmaschine und zur Buchhaltung, da sie keine Lust haben, sich mit Betriebssystemen wie Windows auseinanderzusetzen.

?? Gibt es tatsächlich noch Anwender, die nur mit dem XL/XE arbeiten? Ich habe zur Zeit keine aktuelle Umfrage vorliegen. Aber ich kenne wirklich noch viele Leute, besonders die lebensälteren, die keinen Trend zum Zweit oder Drittrechner haben.

?? Wie gebräuchlich sind Emulationen mittlerweile unter XL-/XE Freaks? Emul
atoren sind sehr verbreitet. Viele Leute nutzen den PC um ihre Datenbestände dort zu sichern und mit den Emulatoren dort kontrollieren. Aber wenn es um echtes Atari-Feeling geht, dann kann das keiner der Emulatoren so wiedergeben, wie es die originale Hardware macht.

?? Wie sieht es derzeit mit der Software- Entwicklung aus? Gibt es größere Projekte aus dem Club, die derzeit in der Mache sind? Ja, wir bereiten gerade einen Programmierwettbewerb mit EUR 1000. Preisgeld vor. Näheres demnächst in dem neuen ABBUCPortal. Leider sind in den ehemaligen Ostblockstaaten die Programmierer in den PCSektor abgewandert. Schade um diese wirklich guten Potenziale

?? Man hört auch von der Hardware- Front so einiges. So soll eine USBErweiterung für die kleinen Ataris in der Mache sein? Ich habe die USB-Entwicklung ja bereits am Anfang dieses Interview erwähnt. Der Entwickler liegt nach seinen Angaben voll im grünen Bereich. Vielleicht wird es etwas problematisch, mit der Digitalkamera gemachten Fotos in annehmbarer Qualität auf dem Atari zu betrachten. Aber machbar wird es sein.

?? Wie sieht derzeit überhaupt das Setup eines echten 8-Bit-Fans aus? Wie viel RAM wird durchschnittlich benutzt, sind Festplatten weit verbreitet? Der echte Fan hat natürlich mindestens einen unveränderten Rechner jeden Typs, also einen Atari 400, 800, 600 XL oder 800 XL zu Hause. Die meist gebräuchliche Speichererweiterung ist 320 KBytes groß. Aber auch die 1-M Bytes-Erweiterungen sind verbreitet. Festplatten sind nicht so stark verbreitet. Aber vielleicht ändert sich das durch das MYIDE-Interface von Sijmen Shouten aus den Niederlanden, das preislich wirklich für jeden erschwinglich ist.

?? Welche Hardware-Ausstattung könnt Ihr einem Neustarter oder Wiederkehrer empfehlen? Wonach soll er bei eBay Ausschau halten? Zunächst sollte der Wiederkehrer in den Inseraten auf der Homepage des ABBUC nachsehen. Dort gibt es immer wieder Komplettsystem zu fairen Preisen zu ergattern. Ansonsten empfehle ich einen 800 XL und eine 1050. Sollte die Speedy fehlen, kein Problem, beim ABBUC gibt es sie nagelneu!

?? Welches DOS ist heutzutage beim Atari Standard? Wird hauptsächlich immer noch mit DOS 2.5 gearbeitet? Ja, eigentlich ist DOS 2.5 der Standard, weil es mit jedem Diskettenlaufwerk läuft. Damit ist auch unsere Magazindiskette bestückt. Aber auch das BEWE DOS (ein Sparta DOS-Clone, nur besser) und das Bibo DOS (Rechte liegen beim ABBUC) sind gut verbreitet.

?? Wie sieht es mit der Verbreitung von grafischen Benutzeroberflächen aus? Werden Sie angenommen oder bevorzugen die Anwender eher kommandozeilenorientierte Systeme? Grafische Oberflächen, wie das schon erwähnte BOSS XL, sind nicht so stark in der Benutzung. Eigentlich ist das auch klar, denn der Rechner ohne Speichererweiterung muss bei seinen 64 KBytes natürlich immer nachladen, das fördert ja nicht gerade die Arbeitsgeschwindigkeit und den Komfort. Also benutzt man das DOS oder den LOAD „D:*.*“ -Befehl

?? Der Commodore 64 bekommt ja mit dem CommodoreOne mittlerweile einen Quasi-Nachfolger. Könnt Ihr euch so etwas auch für den XL/XE vorstellen, oder gibt es bereits konkrete Überlegungen? Nein, solche Überlegungen sind mir nicht bekannt. Aber die Atari-Welt ist groß. Ich denke, dass sich so ein System nicht durchsetzen wird. Dazu gibt es zu viele gute Emulationen, die sich auf fast allen Betriebssystemen einsetzen lassen.

?? Die 8-Bit-Reihe gibt es ja nun schon seit quasi 20 Jahren. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es auch in 20 Jahren noch XL- /XE-Freaks gibt? Ups, da bin ich ja 73… Wenn es dann den Atari Bit Byter User Club noch gibt, kann ich mir das schon vorstellen. Ein gemütliches Altersheim für alle Atari-Freaks

?? Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den ABBUC.

POKEY-Sound:
Grayscale im Interview

Dieser Artikel erschien in der stcomputer 02/2003 und wurde uns freundlicherweise von Thomas Raukamp zur Verfügung gestellt. Chipmusic wird nicht nur auf „großen“ Systemen wie dem ST, Falcon oder Amiga produziert. Gerade der 8-Bit-Sound ist in der elektronischen Musik derzeit sehr gefragt. Anfang 2003 formierte sich in Polen mit dem Grayscale Project ein Duo, das komplett auf dem Atari XE produziert. Thomas Raukamp traf sich mit den beiden Künstlern zu einem Gespräch über Bits und Bytes. Das Interview führte Thomas Raukamp Vielen Dank für die Möglichkeit, Euch ein paar Fragen zu stellen. Würdet Ihr euch bitte unseren Lesern erst einmal vorstellen?

Greg: Grzegorz Kwiatek, 24 Jahre.
Ich lebe in Warschau in Polen.
Ich bin frisch verheiratet, genauer gesagt seit dem Sommer 2002. In der Scene habe ich die Nickname Greg/Bit Busters.

X-ray: Lukasz Sychowicz, 26 Jahre alt. Ich bin in der Scene als X-ray/ Slight bekannt und lebe ebenfalls in Polen.

Auf eurer Webseite drückt Ihr eine „gemeinsame Liebe zu Atari-Computern“ aus. Woher kommt diese Liebe? Wie habt Ihr den Atari entdeckt?

X-ray: Das war gar nicht so eine besondere Entdeckung, wie Du sagst. Als Jugendlicher kam ich bei einem meiner Freunde mit einem Atari in Kontakt, das muss so um 1992 gewesen sein. Atari war hier in Polen damals sehr populär, genauso wie Commodore und sein C64. Es war also eine Art „Unfall“, dass ich einen Atari kaufte.

Greg: Ich habe meinen Atari 65XE unter dem Weihnachtsbaum gefunden, das war 1987. Ich vermute, dass dies auch eine Art Unfall war. Ich erinnere mich, dass der Atari damals noch 130 US-Dollar kostete, und das war ein sehr teures Geschenk von meinen Eltern. Der Rest ist wohl Nostalgie – der Atari war einfach Teil unserer Kindheit, ein Teil unserer Geschichte sozusagen.

Wann habt Ihr angefangen, auf dem Atari Musik zu machen?

Greg: Auf dem Atari? Ich denke, dass ich so Ende 1993 damit begonnen habe, nachdem ich den Chaos Music Composer gekauft hatte. Das ist ein professioneller Tracker, um Musik auf den „kleinen“ Ataris zu machen. Meine ersten produzieren Module waren allerdings grauenvoll, und Du wärst sicher sehr irritiert, wenn Du sie Dir anhören würdest. Wie auch immer: Ich schloss mich dann 1994 der Scene- Gruppe Taquart an, von da an wurde meine Musik immer professioneller.

X-ray: Ich bin den nahezu gleichen Weg gegangen. Ich begann mit Musik im Jahre 1992, und benutzte auch den Chaos Music Composer. Dann kamen auch für mich die Scene-Zeiten…

Greg: …und er trat der Scene-Gruppe Slight bei.

X-ray: Genau. Die Musik und die polnische Atari-Scene sind „schuld“ daran, dass wir uns überhaupt begegnet sind. Das war so 1995 auf der QuaST-Party in Orneta, die Dir als ST-Fan vielleicht besser als uns bekannt ist, da es sich um eine ST-Copy- Party handelte. Ich präsentierte hier meine Songs auf einer Music-Competition, genauso wie Greg.

Entstand damals schon das Grayscale- Projekt?

X-ray: Offiziell entstand das Grayscale Project im Januar 2003. Inoffiziell begann
die Zusammenarbeit mit einem ersten gemeinsamen Modul. Eine gute Zusammenarbeit wurde aber erst möglich, als Greg aus dem Süden von Polen nach Warschau zog. Chipmusik ist zurzeit ja sehr angesagt, aber viele Musiker bevorzugen den C64, der den legendären SID-Soundchip besitzt.

Was ist das Besondere am POKEYSound?

Greg: Zuerst einmal: Für was steht der SIDChip denn? Für einen milderen und weicheren Sound? Ich glaube, es ist ziemlich egal, welche Plattform – ob nun Atari oder C64 – man auswählt. Das Wichtigste ist, dass Du es schaffst, Interesse beim Zuhörer zu erzeugen. Er muss die Musik, die Du machst, fühlen – Deinen Ausdruck und Deine Gefühle…

X-ray: Greg hat recht. Für kümmern uns nicht um irgendeine Ideologie, wie immer diese auch aussieht. Wir machen einfach nur Musik mit dem Atari. Es könnte auch ein C64 sein, aber durch unsere Kindheit bevorzugen wir nun einmal den Atari, das ist alles. Ob SID oder POKEY, das ist uns egal…

Greg: Technisch gesehen klingt der Atari mit seinem POKEY rauer und härter, aber auch ein bisschen klarer als der C64. Der SID hat fantastische Filter und einen tollen Bass, aber wir beneiden die C64- Musiker nicht darum…

X-ray: Die Liste der Vergleiche könnte na klar noch viel länger sein, aber wie wir schon erwähnt haben, kommt es nicht darauf an, welchen Computer man benutzt. Es kommt darauf an, wie man diesen Computer benutzt.

Wie sieht Euer Setup derzeit aus?

Greg: Ich benutze einen Atari 65XE mit 256 KBytes, einer Stereo-Erweiterung und einer MIDI-Out-Schnittstelle. Darüber hinaus einen PC mit einem Athlon 1800+ und einem schlechten AC97-Soundchip. Zum Glück muss ich keine Musik auf dem PC machen.

X-ray: Ich benutze ebenfalls einen Atari 65XE mit QMEG mit einem Stereo- Upgrade und einen PC. Das wichtigste Teil ist aber das SIO2PC-Kabel, mit dem wir unsere Ataris mit dem PC verbinden.

Welche Software setzt Ihr heutzutage zum Produzieren Eurer Musik ein?

X-ray: Zurzeit benutzen wir den Theta Music Composer von Jaskier/Taguart, einen der bekanntesten Tracker für den Atari. Das Programm hat einen entscheidenden Vorteil: Es macht das meiste aus unseren Stereo-Upgrades.

Greg: X-ray vergaß zu erwähnen, dass er auch den Impulse Tracker benutzt.

Benutzt Ihr spezielle Software zum Programmieren von Sounds?

Greg: Nein, nichts Spezielles…

X-ray: Na ja, wir benutzen SapMaker, um SAP-Dateien zu erzeugen. SAP-Dateien machen es möglich, XL-/XETunes auch auf dem PC, Mac und ST zu hören. Ich bin sehr beeindruckt von der hohen Qualität Eurer Produktionen. Ich wusste – ehrlich gesagt – gar nicht, dass eine dermaßen hohe Qualität auf dem „kleine“ Atari überhaupt möglich ist.

Wieviele Ataris setzt Ihr bei Euren Produktionen eigentlich parallel ein? Wieviele 8-Bitter sind zum Beispiel auf dem Stück „Euglena Zielona“ zu hören?

Greg: So eine hohe Qualität ist und war immer möglich! Du hast einfach noch nicht genug unserer Module gehört… Zu Deiner Frage: In dem Stück „Euglena Zielona“ ist nur ein einziger Atari zu hören – ob Du das nun glaubst, oder nicht. Natürlich hat dieser das erwähnte Stereo- Upgrade. Du kannst also acht, statt der üblichen vier Kanäle, hören. Ein Stereo-Upgrade ist eine sehr verbreitete und auch einfache Verbesserung des XE.

Mit welchen Equipment nehmt Ihr Eure Musik auf?

X-ray: Vielleicht ist dies nicht eine besonders direkte Beantwortung Deiner Frage, aber hier ist der Weg, um aus einem Atari- Modul ein MP3-File zu machen: Zuerst verbindet man den Atari via SIO2PC mit einem PC. Der PC dient als Fileserver für den XE, Du kannst also das Modul direkt an den PC übertragen. Hier verwandeln wir das TMC-Modul in eine SAP-Datei. SAP kannst Du als plattformübergreifendes Musikformat betrachten, es gibt unter anderem Player für Windows, Linux, STE und Amiga. Mit dem SAP-Plugin für WinAMP konvertieren wir das SAP-File dann in eine WAV-Datei. Zum Schluss konvertiert CDEX das WAV in eine MP3-Datei.

Was für Software vermisst Ihr auf dem XE zur Musikproduktion am meisten? Was steht auf Eurer Wunschliste?

X-ray: Ich bin mir sicher, dass unsere Wunschliste leer wäre – wir haben alles, was wir brauchen. Ich nehme an, dass unsere Produktionen und die der anderen derzeitigen Atari-Musiker so etwas wie eine Obergrenze für den XL/XE darstellen.

Greg: Natürlich könnte man theoretisch immer noch weitere POKEYChips in das System einfügen, um die Anzahl der Kanäle zu erhöhen. Das macht aber nicht viel Sinn.

Benutzt Ihr nur den Atari oder auch noch andere Computer für die Erzeugung von Chipmusik?

X-ray: Ich benutze auch noch den PC mit Impulse Tracker.

Greg: Zwischen 1997 und 2000 habe ich Musik gemacht, indem ich meinen XE mit einem Casio-Keyboard via MIDI verbunden hatte. Alle meine Kompositionen, die in dieser Zeit entstanden sind, findest Du auf meiner Webseite. Warum ist Chipmusic Eurer Meinung nach derzeit so populär? Einige Künstler sind sogar im deutschen Musikfernsehen aufgetreten…

X-ray: Hm, ich weiß nicht, ob Chipmusic so populär ist. Es ist einfach eine ganz andere Art der Musik, aber eine sehr spezielle. Du musst schon sehr flexibel, wenn nicht sogar sehr schlau sein. Du musst Dein Gehirn benutzen, um einen wirklich guten Chiptune zu erschaffen.

Greg: Ich denke, dass die derzeitige Popularität auch viel mit dem 80er-Revival Musiker bei der Arbeit: X-ray zu tun hat, vielleicht ist dies auch nur eine Form von Mode…

Wenn über Musik auf dem Atari gesprochen wird, denken die meisten Anwender zumeist an den ST oder gar den Falcon. Habt Ihr mit diesen Maschinen schon gerarbeitet?

Greg: Nein, habe ich nicht. Natürlich reizt die Möglichkeit, von einer Plattform auf die andere zu wechseln. Wir sollten uns aber immer fragen, was wir dadurch gewinnen.

X-ray: Greg sagt immer, dass es eine Menge professioneller Musiker in jeder Scene gibt – aber es gibt nur wenige in der XL-/XE-Scene. Unsere Musik – und ich meine alle Atari- Musiker – hilft, dass der Atari in der Welt der Chiptunes nach wie vor wahrgenommen wird. Wie gesagt, habe ich aber auch schon einige Module auf dem PC programmiert…

Produziert Ihr auch Musik für Demos?

X-ray: Greg hat schon Soundtracks für drei Produktionen geliefert, darunter „Back to Life“ und „Ultra“, die beide von der Taquart- Gruppe kommen. Ultra wurde 1997 auf der Scene-Party „Intel Outside 4 CP“ veröffentlicht. Außerdem hat er an der Demo „Cogito“ mitgearbeitet.

Greg: X-ray hat die Musik für die „Overmind“-Demo von Slight geschrieben. Auch bei „Numen“, einer brandneuen Demo von Taquart aus dem Jahr 2002, hat er mitgearbeitet. Außerdem gibt es von ihm eine Menge Musik für Intros und kleinere Produktionen.

X-ray: …genau wie Greg.

Was für besondere Anforderungen stellt die Demo-Produktion an Euch als Musiker?

Greg: Das hängt in erster Linie vom Coder ab. Für gewöhnlich gibt es aber keine besonderen Voraussetzungen für Demo- Musik. Die Coder sind natürlich glücklich, wenn Musicplayer benutzt werden, die so wenig Prozessorzeit wie möglich benötigt. Das ist aber nur eine lockere Vorgabe, kein Befehl. Zum Beispiel benutzt die Demo Ultra den Theta-Player, und der benutzt am meisten Prozessorzeit.

Seht Ihr Euch eigentlich mehr als Musiker oder als Programmierer?

X-ray, Greg: Als Musiker natürlich! Plant Ihr in Zukunft auch Live- Auftritte?

X-ray (lacht): Nein, ganz bestimmt nicht! Wer will sich schon so komische Musik anhören?

Greg: Es ist wirklich schwer vorstellbar, Live-Auftritte mit dem Atari zu machen. Was für Musik hört Ihr euch e
igentlich privat an?

X-ray: Ich interessiere mich für ein sehr breites Musikspektrum: Pop, Jazz, Rock, Funk und Klassik. Ich mag einfach Musik, ich bevorzuge nicht bestimmte Künstler oder Musikstile. Ich bin Musiker und interessiere mich für die gesamte Musikwelt.

Greg: Man sagt, dass Musik von Stimmungen abhängig ist, und das ist eine richtige Aussage. Ich versuche, mich daran zu halten.
http://grayscale.scene.pl/

 

ABBUC e.V. PD-Neuheiten

666 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 7/90 2S/ED
Die erste Ausgabe des bekannten PD-Magazins. Über viele Jahre Hinweg hat es in der Szene immer wieder neue Anregungen verschafft. In der Qualität setzt es den Standard des Compy-Shop-Magazins fort; auch optisch erinnert es daran. Michael Schulz und Tobias Geuther haben das Magazin 1990 in Halle als reines PD-Mag ins Leben gerufen, was sicher viel zu dem Erfolg beigetragen hat. Zum Inhalt: Stories und Berichte über die Entstehung des Top- Mags, die auch ein wenig deutsche Geschichte beinhalten. Selbst geschriebene Utilities, Teste, Leserbriefe, Kochrezepte und ausführliche Programmbeschreibung zu „The Soundmachine‘

667 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 8/90 2S/SD
Die zweite Ausgabe enthält neben den bewährten Inhalten, die auch nach so vielen Jahren noch ansprechen, einen umfassenden Bericht zu BASIC XL von OSS. Auch die BASIC-Utilities und andere Hinweise z.B. zum Drucken sind auch heute noch interessant.

668 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 9/90 2S/SD
Amüsieren kann man sich über den Bericht zum ATARI Club Halle (ACH?!). Wie kommt es nur, dass der ABBUC e.V. immer noch voller Leben ist? Dazu Teste, Berichte und Utilties in BASIC und TurboBASIC.

669 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 10/90 2S/SD
Mit routiniert-professionellem Startbildschirm inklusive Sound und Scroller erfreut die vierte Ausgabe des Mags. Es ist erstaunlich, was die beiden Schüler damals zusammengetragen und auf dem Mag veröffentlicht haben. Gut in dieser Ausgabe: Teste von verschiedenster Soft- und Hardware sowie erstmalig eine PD-Liste.

670 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 11/90 2S/SD
Bewährte Inhalte in ausgezeichneter Qualität und großer Bandbreite – eben TopMag. Neu in dieser Ausgabe die Games – Corner mit Lösungstipps zu den Spielen „Der leise Tod‘, „Alptraum‘ und „Fiji‘.

671 Serie Disk-Mag: TOP-Magazin 12/90 2S/SD
Die letzte Ausgabe des Jahrgangs 1990. Interessant vor allem die auf spezielle Drucker zugeschnittenen Directoy Printer Programme und Testberichte zu verschiedenen Demos. Daneben erstmalig eine bootfähige Rückseite mit zusätzlicher Software. Vieles vor allem in TurboBASIC.

ABBUC e. V. – Public Domain Software-Bibliothek
c/o Walter Lojek – Willem de Zwijgerstraat 20 – NL-6021 HM Budel
walter.lojek@web.de

 

Dieses ABBUC Magazin erschien ursprünglich als Papierbeilage. Aufbereitung für HTML: Andreas Bertelmann