ABBUC Magazin 083


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Das Atari Bit Byter User Club Magazin erscheint ¼Jährlich. Jeweils
½jährlich erscheint das Atari Bit Byter User Club Sondermagazin. Eingesandte
Artikel müssen frei von Rechten Dritter sein. Mit der Zusendung
gibt der Autor seine Zustimmung zur Veröffentlichung. Veröffentlichungen,
auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung

Inhalt

Seite 3 A-Track
Seite 8 Weihnachtsknüller 2005
Seite 12 Die wundersame Welt des Pokey
Seite 16 ABBUC Hardware Wettbewerb: Ergebnisse
Seite 17 ABBUC Software Wettbewerb: Ergebnisse
Seite 18 JHV in der Presse
Seite 20 ABBUC im Radio
Seite 22 Spieletest
Seite 25 Computermagazine Scann Projekt
Seite 27 Turbo Freezer XL/XE 2005
Seite 29 Wie ich zu ATARI kam
Seite 32 PD-Neuheiten

Modelleisenbahn steuern mit dem XL – Wie geht’s ?

Im Magazin #80 habe ich euch das A-TRACKSystem zur digitalen Modellbahnsteuerung von Terry Chamberlain aus Großbritannien vorgestellt. Terry war über die Kontaktaufnahme sehr erfreut und hat seinerseits zusätzliche Informationen bereitgestellt sowie Kontakte zum Cochise & Western Model Railroad Club (CWMRRC) vermittelt. Meinen Ansprechpartner dort konnte ich nicht über die Webseite des Clubs erreichen, da der Club den Internet Service Provider (ISP) gewechselt hatte und die alte Webseite als Auslaufmodell keinerlei Funktion mehr besaß. Scheinbar gibt es überall auf der Welt ISP, die bei einer Kündigung nicht besonders umgänglich sind. Immerhin gibt es noch eine „Sicherheitskopie“ der Seite im Web (http:// cacole.mystarband.net/cwmrrc_001.htm). In der Zwischenzeit entstand eine neue Webseite unter http://members.cox.net/cacole2/ cwmrrc_001.htm, die neuere Fotos enthält. Umso überraschender war dann für mich, dass das Sprachrohr des CWMRRC Charles A. Cole ist. Alten ATARIanern bestens bekannt als Editor des ehemaligen ATARI Classics Magazine (AC). Getoppt wurde das dann nur noch von der Tatsache, dass ich während meiner Zeit in den USA mehrere Male in Sierra Vista war, um als Tourist dem Wilden Westen nachzuspüren. Die Welt ist doch klein .


Charles A. Cole kennt den ABBUC gut aus seiner aktiven Zeit bei AC und hat mir einiges über die Modellbahnanlage des CWMRRC geschrieben. Die Anlage ist im Maßstab HO und hat eine Größe von ca. 6m mal ca. 13,5m in der Form eines liegenden großen „E“ und wird vollständig durch einen ATARI 130XE mit Hilfe der A-TRACK Hard- und Software gesteuert. Die Anlage funktioniert problemlos und wird bei Schautagen mit dem Zusatzprogramm A-STILE von Terry Chamberlain an spezielle Vorführungen angepasst. Insgesamt kann der CWMRRC die Daten von über 1200 Lokomotiven-Decodern auf einem zweiten mit Speichererweiterung und Festplatte ausgestatteten 130XE mit Hilfe von A-STILE verwalten. Damit werden die Disketten für die speziellen Vorführprogramme erstellt, die dann auf dem ersten 130XE zum Einsatz kommen. ATRACK an sich kann gleichzeitig nur (!!!) 64 Lokomotiven steuern. Aktuell verfügt der CWMRRC über mehr als 200 Lokomotiven, die mit Decoder ausgerüstet sind. Da bieten ATARI plus A-TRACK-System auch für die Zukunft mehr als genug Ressourcen.

Warum ist A-TRACK attraktiv? Natürlich ist es einerseits das einzige professionell entwickelte Digital Command Control System (DCCSystem) für unseren ATARI. Andererseits kann man als Elektronikbastler dieses System weitgehend selber bauen, und letztlich ist es besonders interessant für Modelleisenbahner, die eine Bahn der Spurgröße N oder Z auf digitale Steuerung umstellen wollen, da seit 2004 neue kleine Decoder auf den Markt gekommen sind, die sich mit ein wenig Geschick und Feinlöterei auch in die kleinsten Lokomotiven einbauen lassen. Damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, folgen jetzt kommentierte Photos. Übersicht über die zur Anlage gehörenden Geräte:

Das DCC-Interface wird im Text des Handbuchs zu A-TRACK als „DIU“ bezeichnet. Lasst euch davon nicht irritieren. Das DCC-Interface ist praktisch das Herzstück der gesamten Entwicklung und nach den Parametern für DCC-Standards von der NMRA entworfen. Damit funktioniert diese Anlage für den XL praktisch mit jedem Decoder, der ebenfalls diesem internationalen Standard folgt.

Da Terry Chamberlain „vom Fach“ ist, verwundert der professionelle Aufbau der selbst hergestellten Geräte nicht. Versierte Bastler kennen die inzwischen vielfältigen Angebote von Conrad, Reichelt & Co., die vergleichbare Lösungen für Gehäuse, Regler, Boxen etc. auch auf dem deutschen Markt anbieten. Auf der letzten Modellbaumesse in Dortmund hatte ich jede Menge interessante Angebote gesichtet.

Besonders gelungen finde ich die Handregler, von denen man maximal 8 Stück gleichzeitig an ein mit der Anlage im Daisy-Chain-Mode verbundenen Netzwerkkabel anschließenden kann. Das Kabel darf maximal 15 m lang sein. Verteilt man entsprechende Buchsen für den Anschluss der Controller rund um die Modellbahnanlage, kann man von den verschiedensten Positionen aus unter beliebigen Blickwinkeln seine Bahn steuern. Für die Versorgung des Interfaces und der Handregler wird eine zusätzliche Power Booster Unit gebraucht, die genauso professionell hergestellt wurde, wie alle anderen Geräte und Bestandteile der Anlage. Sie ist im Bild 1 nicht zu sehen:

Das DCC-Interface wird an den Parallelport angeschlossen, der Network Driver an Joystickport 2. Bedient werden kann alles mit Maus, Tastatur, Maus & Tastatur oder Handregler. Power Booster werden gebraucht, um die entsprechenden Teile der Modellbahnanlage mit Strom zu versorgen. Details entnehmt
bitte aus dem englischen Manual auf Terry’s Webseite. Bei größerem Interesse kann ich die Manuals auch in Deutsch übersetzen.

Abb. 1: 800XL, 1050, DCC-Interface, Network-Driver, Handheld Controller

Für Technikfreaks und Elektronikbastler folgen nun Fotos vom Innenleben der einzelnen Geräte. Wer daran nicht so interessiert ist, kann die Bilder überspringen und mit dem Lesen beim Absatz „Mein Vorschlag für den ABBUC“ weiter lesen. Als nächstes folgt das Innenleben des D C C – Interfaces. Die Platine ist klar und übersicht-

Abb. 2: 800XL, 1050, DCC-Interface, Network-Driver,
Power Booster Unit

lich gegliedert und Terry hat ganz auf die Verwendung von SMD-Bauteilen verzichtet. Eine Wohltat für alle Hobbybastler. Nicht das wir nicht auch SMD-Bauteile verarbeiten könnten, aber diese Lösung ist natürlich einfacher zu erstellen und höchstwahrscheinlich auch billiger und robuster. Nun die Power Booster Unit. Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass die PBU praktisch ein Teil des DCCI nterfaces (DIU) ist. Eine clevere Lösung. Terry hat das System so konzipiert, das praktisch jede Unit (DCC bzw. DIU oder PBU) einen eigenen Trafo verwendet . Damit lässt sich eine Eisenbahnanlage in verschieden Bereiche aufteilen. Die Lokomotiven können natürlich auf der gesamten Anlage fahren.

Nun noch ein Einblick in den Network Driver: 
und den Handheld Controller:

Alles sehr sauber und vorbildlich gearbeitet. Kaum zu glauben, dass man mit all diesen Teilen und einem ATARI 800 XL eine voll digitalisierte Modellbahnanlage steuern kann. Kommen wir nun wie weiter vorne im Artikel angekündigt zu: Mein Vorschlag für den ABBUC Im Magazin #80 hatte ich ja bereits geschrieben, dass Terry für die weitere Entwicklung seines ATRACK- Systems auf PC- und Windows-Plattform umsteigen wird, da der ATARI mit A-TRACK bereits voll ausgereizt sei. Zumindest was das Programmieren angeht, hat er sicher Recht. Hardwareseitig ließe sich mit einer großen Speichererweiterung, Festplatte und USB-Interface sicher noch einiges mehr herausholen. Aber seine Entscheidung ist nun einmal gefallen. Doch da das A-TRACK-System voll ausgereift ist, wäre es eine Schande, wenn es für die ATARI-8-Bit-Welt verloren ginge. Derzeit gibt es weltweit 2 Anlagen, beide in den USA, die mit Terry’s System von einem XL/XE gesteuert werden. Obwohl Terry Brite ist, gibt es in Europa keine durch einen XL/XE digital gesteuerte Modellbahnanlage. Und hier sollten wir als ABBUC die Lücke auffüllen. Sofern ich passende Mitstreiter im ABBUC finden kann, bin ich mehr als willens das Projekt „ABBUC-Modellbahn“ aus der Taufe zu heben.

Gebraucht werden:
1. Elektroniker, welche die passenden Komponenten bauen und anpassen.
2. Modellbahnbauer, die eine transportable Modellbahnanlage entwerfen und in einen Koffer einbauen.
3. Eine Modellbahn Spur Z.

Neben dem Projektmanagement steuere ich einen Karton voll Märklin Spur Z bei, den ich seit über 20 Jahren bei allen Umzügen brav mit mir genommen hatte in der Hoffnung, das kein weiterer Umzug mehr folgen möge. Doch der Beruf hat sich gewandelt und seit 1982 habe ich die Anlage nie mehr wieder aufgebaut. Lok, Waggons, Schienen, Brücken, Häuser, alles was man für eine kleine Anlage von ca. 1mx2m benötigt ist vorhanden. Ziel: Eine „Z-Anlage im Koffer“ für Messen und Events, wenn möglich zur Hobbytronic 2006, spätestens aber zur JHV 2007, die über einen entsprechend aufgerüsteten 600XL gesteuert wird. Diesen Vorschlag hatte ich auch auf der JHV 2006 in Kurzfassung vorgetragen und Guus Assmann hatte sich spontan bereit erklärt, den Elektronikpart unter seine Fittiche zu nehmen. Danke Guus! Nachdem nun Punkt 1 und 3 der Anforderungen für das Projekt erfüllt sind, fehlen noch arrivierte Modellbahnbauer – und natürlich ein Koffer :o).

Mit diesem Beitrag hoffe ich genug Interessenten zu finden, die dieses Projekt unterstützen werden. Es ist in seiner Art einzig und allein deshalb schon vorzüglich als ABBUCProjekt geeignet.
GoodByte

Weihnachtsknüller 2005

Auch in diesem Jahr hat das WASEO-Team wieder Neues im Angebot für alle ABBUC-Mitglieder:


1. Die große ABBUC-JHV Bildershow 2005 Weihnachtsknüller 2005 Die Bildershow ist nicht nur noch besser geworden und bietet noch mehr Bilder und Musik, sondern erstmals in der Geschichte des ABBUC auch einen kompletten Videofilm über die JHV 2004! Auf der randvoll gefüllten DVD gibt es folgendes zu entdecken:
* Über 400 Bilder mit witzigen Kommentaren in Top-DVDQualität
* Beste ATARI-Hintergrundmusik
* Neue Übergangseffekte und Texteinblendungen
* Videofilm (45 Min.) mit vielen Texterklärungen
* DVD-Box mit farbigem Umschlag
* Auswahlmenü
* * * Preis: Nur 4,00 EUR! * * *


2. Der große ATARI-Kalender 2005
Zum ersten Mal in der Geschichte des ABBUC bietet WASEO einen Bilderkalender an, der jeden Monat ein „Bild im Bild“ mit bekanner und weniger bekannter Hard- und Software, Screenshots und JHV-Fotos.
Weitere Pluspunkte:
* 12 Monatsbilder mit zahlreichen Minibild-Zusammenstellungen
* Innovatives Design
* Alle deutschen Feiertage enthalten
* Tolles ATARI-Vergnügen
* Stabile Karton-Rückwand
* * * Preis: Nur 2,00 EUR! * * *


3. Künstlerbilder 2005
Drei neue Collagen-Bilder:
* ABBUC & ATARI: Immer ein feuriges Erlebnis
* Alle Wege führen nach ABBUC & ATARI
* Mit ATARI gibt es immer neue Höhenflüge
* * * Preis: Nur 3.00 EUR! ***

Bestellung (zzgl. 2 Euro Porto- und Verpackungspauschale)
per Vorauskasse oder Nachname (+ 2 Euro)
bei: WASEO, c/o Thorsten Helbing, Königsberger Str.
9, 30916 Isernhagen. Tel: 0175/9982360.


Bereits zum 6. Mal präsentiert WASEO die ATARI HISTORY ROM. Mit ansprechendem Design und vielen interessanten Bildern rund um die ATARI – X L /XEComputer und das ATARI- VCS bietet die aktuelle Ausgabe wie immer stundenlange Beschäftigung mit dem ATARIHobby.
Auf der ATARI-HISTORY-ROM findet Ihr:
* Viele Cover von ATARI-Zeitschriften (ANALOG, ANTIC)
* Über 350 Fotos von der ABBUC-JHV 1999-2004
* Insgesamt mehr als 1000 Bilder rund um den ATARI-8-Bit
* Über 100 Bilder des ATARI-VCS-2600
* Multimediale Diashows (HTML + Windows) aller Inhalte
* Über 60 PPP-PD-Mags im ATR-Format

Neu in dieser Ausgabe:
* Das große WASEO-Paket: WASEO-
Publisher, WASEO-Labouratorium, WASEO-Triology, WASEO-Practoscope und WASEO-Grafinoptikum als ATR-Dateien.
* Über 70 weitere PD-Mags im ATR-Format
* Über 100 Fotos von der JHV 2004.

Preis 4 Euro + 2,50 Euro Porto und Verpackung (Vorkasse) ( + 2 Euro bei Nachnahme)
zu bestellen bei:WASEO
Michael Probst
Göttingstr. 16
38106 Braunschweig
miprobst@web.de

Die wundersame Welt des POKEY

Wie sicherlich bekannt ist, bedeutet „POKEY“ nichts anderes als die Abkürzung für „Potentiometer“& „Keyboard“. Der Chip ist für diverse IO Funktionen zuständig und ohne ihn könnte man z.B. keine Daten vom Diskettenlaufwerk laden. Hm…. Ist POKEY nicht der Chip im ATARI, der für die Töne zuständig ist? Klar ist er das. Immerhin kann man deutlich hören, wenn Daten transportiert werden. Warum heißt der Chip dann nicht z.B. SOUNDIO? Damit wäre verständlich gewesen, dass der Chip Sound- und IO- Fähigkeiten besitzt. 😉 Wann POKEY das Licht der Welt erblickte, wissen scheinbar nur die Entwickler. Jedenfalls muss es den Chip bereits 76-77 gegeben haben, da aufgrund der eigentlichen Entwicklung eines Systems zumindest Prototypen vorhanden gewesen sein müssen, um die Funktionalität des Systems zu testen. (Den 6502 gab es bereits 1975)

Widmen wir uns nun der Seite des POKEY, die uns der Name unterschlägt: Der Soundgenerierung.

Wer kennt nicht die altbekannten Daten:
* 4 unabhängige Audiokanäle
* 3,5 Oktaven
* Konfigurationsmöglichkeiten der Kanäle:
* vier 8-Bit Kanäle
* zwei 16-Bit Kanäle
* ein 16-Bit Kanal und zwei 8-Bit Kanäle
* Taktung der Soundgeneratoren auf 64khz (standard)
* Taktung der Soundgeneratoren auf 15khz
* Taktung von Kanal 1 und/oder 3 auf die volle Taktrate des ATARI (1,77MHZ PAL/1,79MHz NTSC)
* Lautstärke und Frequenz für jeden Kanal einzeln regelbar, variable Hüllkurven
* Hochpass-Filter
* 17bit Schieberegister mit Zwischenabgriffen (taps) für Polybit-Reihen zur Geräuscherzeugung -direct D/A-Modus zur

Ausgabe von Soundsamples
Was bedeutet das nun genau? Ursprünglich wurde die „normale“ Einstellung des POKEY verwendet. Also 4 Stimmen mit der Taktung von 64kHz. Für unterschiedliche Klänge wurden verschiedene Ton-/Geräusch- Generatoren verwendet. Wahnsinn…. 4 Stimmen mit verschiedenen Tongeneratoren…. und dass in einer Zeit, bevor andere Homecomputer die Fähigkeit hatten überhaupt mit 3 Stimmen aufzuwarten. Und, mit etwas Glück hatten diese Soundchips neben der einfachen Rechteckwelle noch einen Rauschgenerator zu bieten. Doch der Schein trügt. Besonders dieses Setting sprach dem POKEY sehr schnell die Fähigkeit ab, für „echte“ Musik geeignet zu sein. Warum? Die 8-Bit Auflösung lässt keine genauen Noten zu. Anstatt z.B. Den Kammerton „A“ mit 440Hz zu spielen, bekommt man entweder 332Hz oder 446Hz.

Die Rauschgeneratoren greifen ein Zufallsregister ab. Das bedeutet, dass ein Ton nicht immer gleich klingt, wenn man ihn mehrmals hintereinander abspielt. In Buchstaben gefasst: Mal „mmmm“ und mal „rrrr“. Wobei sich auch noch die akustische Wahrnehmung des Tons ändert. Also, einem der Bass als unpassend vorkommt. Verwendet man auf allen vier Kanälen die einfachen Rechteckwellen, bekommt man es mit der Physik zu tun. Die Töne addieren sich zu ungewollten Lauten, oder sie heben sich gegenseitig auf. Hinzu kommt eine qualitativ minderwertige analoge Schaltung, welche die Signale des POKEY auch noch verzerrt, anstatt sie zu glätten. Am Ende fragt man sich, wieso man überhaupt versuchte, aus dem POKEY echte Musik zu zaubern.

Die Grundlage dafür findet man im eigentlichen ATARI, der lange Zeit leistungsmäßig einer der führenden Home-Computer war. Während nun mit der Zeit bessere Geräte erfunden wurden, wuchsen auch deren Grafik- und Musikeigenschaften, auch wenn so mancher Computer der neuen Generation immer noch deutlich in der CPU Leistung hinterher hinkte. Irgendwie ergab es sich, dass die Leistung eines Home-Computers nach dessen Grafik- & Musikeigenschaften bemessen wurde und nicht mehr nach der eigentlichen Rechenleistung. Das bedeutete wiederum, dass man mit dem A8 entweder Kunststücke vollbringt oder die Maschine schneller im Sumpf der Computergeschichte verschwindet, als man denkt. Aufgrund der mangelhaften Unterstützung seitens ATARI war ja bekanntlich dem XL/XE ein jähes Ende beschert. Bis dann der Osten Europas zum neuen Markt für 8 Bit Rechner wurde.

Seltsamerweise war die Gesamtqualität der aus der 2ten Epoche der 8-Bit entstandenen Musik deutlich höher, obwohl sich die Technik nicht geändert hat. Was sich geändert hat, war ganz einfach die Nutzung der vorhandenen Hardware. Änderung der Nutzung? POKEY hat im Prinzip vier voneinander unabhängige Stimmen. Man kann aber Stimmen zusammenfügen. Dieses Zusammenfügen hat mehr Vorteile als Nachteile. So kann man z.B. zwei Stimmen zur 16 Bit Auflösung zusammenfügen, wodurch man genaue Frequenzen einstellen kann. Obwohl sich von jeh her die 16-Bit Lösung bot, wurde sie nie für „perfekte“ Musik-Erzeugung genutzt.

Man kann aber auch einen kombinierten 16Bit-Noise-Generator verwenden. Dieser wurde für die sog. „Bass“ Erzeugung verwendet. Obwohl dieser schon besser klang, als die 8 Bit- Variante, waren die Obertöne einfach nicht positiv für die Musik-Erzeugung. Eine weitere Kombination ergibt sich durch die Filter-Eigenschaften. Dieses Thema ist etwas komplexer, da die Filter nicht wirklich Filter sind. Man könnte sie eher als „subtraktive Modulatoren“ bezeichnen.

Zur Erklärung:
Ein Filter schneidet den Frequenzgang entwe- der nach oben oder unten ab und der Ton wird entweder spitz oder dumpf. Die Generatoren des POKEY blenden sich beim „Filtern“ gegenseitig aus. Dieses Ausblenden erzeugt eine neue Frequenz (den Oberton). Und jetzt kommt der Clou. Nimmt man einen Kanal mit 432Hz und „filtert“ diesen mit 448Hz, wird „multipliziert“ und es kommt 880Hz heraus. Aufgrund der 8-Bit Auflösung kann aber z.B. höchstens die Genauigkeit von 439Hz erreicht werden. Den Unterschied zwischen 440Hz und 439Hz erkennen im Übrigen nur die Besten der besten Musiker.

Prima! Dann nehmen wir doch einfach den Filter und machen „gerade“ Noten. Nee… Pustekuchen. POKEY hat nämlich noch ein Problem. Es ist nämlich keine Möglichkeit vorgesehen, die Filter zu koordinieren. Somit wurde auch dieses Feature früher nicht genutzt bzw. wurden erhebliche Verzerrungen oder Dropouts in Kauf genommen. Es gibt eine Softwarelösung dafür, mehr dazu aber später. Eine weitere Variante der Tonerzeugung liegt in den 1,79MHz getakteten Kanälen. Die Funktion ist beim Filter die selbe, nur eben höher getaktet. Aufgrund der Tatsache, dass die Taktung der Kanäle sehr hoch ist, werden die Obertöne unhörbar. Dadurch greift hier die eigentliche Filterfunktion und es ist z.B. möglich aus zwei Rechteckwellen einen echten Sägezahn zu formen. Sägezahnwellen klingen wie Saiteninstrumente.

Ein echter „Clou“ der 1,79MHz Taktung ist die Möglichkeit „Dreieckwellen“ zu generieren. Diese klingen stark nach Holzinstrumenten wie z.B. einer Flöte. Interessanterweise wurden auch diese beiden Features in der Vergangenheit nicht verwendet. Nun zum Wesentlichen Nennen wir die verschiedensten Eige
nschaften des POKEY mal „Spezialfunktionen“. Diese Spezialfunktionen machen leider immer noch keine „Musik“, sondern die korrekte Nutzung derselben.

Ich spiele schon länger mit dem Raster Music Tracker herum, um die verschiedensten Klangkombinationen zu mischen. Dazu verwende ich bestehende 4-stimmige AMIGA Module, die ich dann auf drei Stimmen reduziere. Der Raster Music Tracker ist eigentlich ein sehr wertvolles Werkzeug. Doch leider unterstützt er nicht alle Spezialfunktionen des POKEY so, wie es notwendig wäre.

Außerdem hat die POKEY-Emulation immer noch gravierende Fehler, wie fehlende Interpolation (softwaremäßige Emulation der Kondensatoren), und Timingfehler und das Lautstärkeverhältnis ist nicht korrekt. Das bedeutet, dass die in der Emulation erzeugten Tunes auf der original Hardware leicht bis extrem im Klang abweichen können. RMT unterstützt leider auch keine 16 Bit Auflösung und die Filteransteuerung ist sehr rudimentär.

Wie man z.B. in „FSR“ hören kann, ist es möglich, sich verändernde Töne zu programmieren. Das ist mit Standard-50Hz-VBI aber sehr problematisch, da man mehrere VBI-Durchläufe braucht, um den gewünschten Ton zu programmieren und somit kurz angeschlagene Töne schlicht falsch klingen. Man kann im Prinzip bis zu 65536 verschiedene Klangvariationen programmieren, wenn der Tracker das unterstützen würde. Es würde etwas mehr Zeitaufwand benötigt, dieser würde aber in einen VBI-Durchlauf komplett zu programmieren sein. Was wiederum bedeutet, dass man die Musik sogar mit Timing-abhängigem G2F-Code nutzen könnte.

Filter koordinieren
Wenn es um Filterprogrammierung geht, gibt es ein großes Problem. Es ist nicht möglich, POKEY zu sagen, dass er bei jedem Notenstart entsprechende Kanäle zurücksetzt. Das hat zur Folge, dass Filtersounds im Normalfall immer anders klingen (ähnlich wie bei den Generatoren „C“ und „E“.) Es gibt aber die Möglichkeit, die Reqister komplett zu „resetten“. Dadurch klingt der zu erzeugende Ton dann zwar immer gleich, aber die restlichen Töne werden ebenfalls beeinflusst, was wiederum zu unerwünschten Störungen führt.

Ohne jetzt allzusehr in die Physik abzugleiten: Es gibt die Möglichkeit, am Start eines „Filter- Sounds“, den höchstmöglichen Ton am POKEY für kurze Zeit zu spielen. Dadurch wird der Offset zwischen den Filterkanälen immer relativ gleich gehalten, was die effektive Filterprogrammierung erst möglich macht. Trotz allen Handycaps mag es interessant sein, die folgenden Musikstücke (auf der Diskette) mal genauer anzuhören, und zu beachten wo das „Special“ des jeweiligen Tunes auf dem POKEY ist. Alle Songs sind mit einfacher 50Hz-VBI Programmierung erstellt.

Silkworm
Normalerweise basiert der Song auf einem Bass- Gitarren-Solo. Um den POKEY besser auszunutzen, liegt der Gitarrensound im mittleren Frequenzbereich. Der Sound ist in drei Frequenzbereiche aufgeteilt, um für mehr Abwechslung zu sorgen. Wer genau hinhört, erkennt am Anfang der Noten immer einen kurzen „Piep“. Das ist der Ton zur Filterkoordinierung, wie oben beschrieben.

Speedball 2
Der Song mischt 15kHz Filter mit 1,79MHz Filter. Während 15khz für die „Musik“ zuständig ist, werden mit den 1,79MHz Filter-Sounds Effekte programmiert, welche die Samples des original Mods simulieren sollen. Der Filtersound ist darauf ausgelegt, wie eine Trompete(Brass) zu klingen.

On the Run
Eigentlich die am besten gelungene Umsetzung. An einer Stelle wird es aber ungewollt agressiv, da die Filtersounds ohne korrektes Timing aus der klanglichen Schiene geraten. Das kann interessant klingen, wie im letzten Part des Tunes, aber es passt leider nicht immer und man müsste eine andere Filter-Kombination suchen. Dazu sind aber die Grenzen des RMT zu eng gesteckt.

Funny Step (FSR)
Dieser Tune stammt nicht von einem AMIGA Mod, sondern ist eine Eigenkreation. Hier werden die verschiedensten Klänge (incl. einigen sehr Sprach-ähnlichen Effekten) per einfacher 50Hz Programmierung so genutzt, wie sie für Musik genutzt werden können. Zum Schluss möchte ich noch folgendes anmerken:

POKEY ist nach über 25 Jahren immer noch ein Rohdiamant, der geschliffen werden will. Mal sehen, ob es irgendwann einen optimierten POKEY-Synth-Tracker gibt.
MK

ABBUC Hardware Contest 2005

Abstimmungsergebnis „Beste Hardware 2005“

Turbo Freezer 2005
S/XEGS RAM.Cartridge
USB-Cartridge

 

ABBUC Software Contest 2005

Programmier-Wettbewerb 2005 – Ergebnisse:
Nun, der ABBUCSoftware- Contest (kurz ASC) befindet sich in seinem dritten Jahr der Durchführung und einmal mehr gab es dutzende Programmeinsendungen dafür. Wer sich ein wenig zurück erinnert, der weiß vielleicht noch, dass der Software-Contest aus den wunderbaren Best of Show Awards der Regionalgruppe Frankfurt hervorging und dem Wunsch einiger Abbucianer, die BoS-Software auch geldmäßig zu prämieren. So wurde aus den BoS-Awards ein richtiger Programmier- Wettbewerb mit festen Regeln und Preisgeldern… Im ersten Jahr, anno 2003, wurde der ASC noch von Sorin Markstetter (damals noch Sorin Pascu) geleitet – und wie das halt bei neuen Wettbewerben so ist, beteiligten sich zunächst nur wenige Leute daran. Anno 2004 wurde die Beteiligung dann aber besser, denn mit neuen und deutschen + englischen Wettbewerbs- Regeln in mehreren Atari-Foren kam dann endlich auch die erhoffte (internationale) Beteiligung.

Da Sorin leider inmitten des Wettbewerbs aus privaten Gründen an der Durchführung desselben verhindert war, übernahm ABBUC-Internet-Guru Andreas Bertelmann kurzfristig und einmalig diesen Job. Und in der Kürze der Zeit machte Andreas seinen Job wirklich gut, was man am Ende auch an insgesamt 13 Programmen sehen konnte. So war es kein allzu großes Wunder, dass für 2005 ein neuer Wettbewerb beschlossen wurde…

Als neuer Leiter des ABBUC-Software-Ressorts habe ich (AM) seither die Ehre den ASC durchzuführen. Als erste Amtshandlung habe ich mir sodann auch erlaubt, die Wettbewerbs-Regeln etwas zu verändern und sie in fünf verschiedenen Sprachen (neben deutsch auch englisch, spanisch, tschechisch und polnisch) auf der ABBUC Homepage und in div. int. Atari-Foren präsentiert. (M)Ein besonderer Dank gilt hierbei meinen freundlichen Übersetzern, denn selbstverständlich war ich nur für zwei der fünf Sprachen verantwortlich. Tja, und dass sich diese Mühe wieder gelohnt hat, sieht man erneut an insgesamt 12 Programmeinsendungen, darunter auch wieder Programme aus Polen, Tschechien und der Slowakei. Von daher geht der ASC anno 2006 auch wieder an den Start !

Und ein jeder Programmierer kann sich sogleich wieder hinter die Tasten klemmen.

Zuvor aber möchte ich euch noch die Programme und Plätze des ASC 2005 präsentieren:
1. Platz: Cubico von Fandal, 383 Punkte (prämiert mit 500 Euro)
2. Platz: Monex von Mato Simi, 364 Punkte (prämiert mit 250 Euro)
3. Platz: L
aser Blaster von Mato Simi, 357 Punkte (prämiert mit 125 Euro)
4. Platz: Joe`s Adventure von Piotr Wisniewski, 337 Punkte (prämiert mit 75 Euro)
5. Platz: Stroq von C.Strotmann und W. Piegsda, 323 Punkte (prämiert mit 50 Euro)
6. Platz: Cervi 2 von Radek Sterba, 321 Punkte
7. Platz: Xunzip 2.0 von Epi, 309 Punkte
8. Platz: Inglenook Rangier Puzzle von Florian Dingler, 266 Punkte
9. Platz: Outside Adventure von Thorsten Helbing, 245 Punkte
10. Platz: Französische Wörter 2 von Dieter Gretzschel, 234 Punkte
11. Platz: Waseo-Inhalts-Kreator von Thorsten Helbing, 216 Punkte
12. Platz: Fly over Floor von Thorsten Helbing, 203 Punkte

Der ABBUC gratuliert den Gewinnern und dankt allen Teilnehmern des Wettbewerbs 2005. Wir alle hoffen und wünschen uns eine genauso rege Beteiligung für den ASC 2006.

Die Regeln dazu werden wohl unverändert erhalten bleiben (außer dem Einsendeschluss!) – und damit ihr sie oder den ASC 2006 nicht vergesst, werden sie auch noch mal im nächsten ABBUC Magazin abgedruckt.

Bis demnext – euer ABBUC Software Ressort (Andreas Magenheimer)

Den ATARI kann man verstehen






ABBUC im Radio

Radiodienst Ruhr
Beitrag:
Die Mutter aller Rechner: Atari-Fanclub
Herten hat Mitglieder in der ganzen Welt
Vorschlag zur Anmoderation
Vorschlag zur Abmoderation
Vorschlag zum Sprechertext
Incl.: O-Ton 1 : 24 Sekunden
O-Ton 2: 18 Sekunden
O-Ton 3: 21 Sekunden
O-Ton 4: 23 Sekunden

Weitere Informationen: 
Atari Bit Byter User Club e.V., Wolfgang Burger, Wieschenbeck 45, 45699 Herten, Telefon und Fax: 02366 39 62 3, wolfgang@abbuc.de, www.abbuc.de

Vorschlag zur Anmoderation:
Retro ist in! Der verklärte, manchmal ironische, manchmal auch ganz ernste Blick zurück ist so beliebt wie selten. Die Mode von damals, die Wohnungseinrichtung, die Musik. Ein Fanclub mit Sitz in Herten hält seit mittlerweile genau 20 Jahren einen fast vergessenen Computer am Leben: den Atari. Uli Reitinger über einen Verein zwischen Kult und Computerliebe.

Vorschlag zum Sprechertext:
Herzlichen Glückwunsch! Die Atari-Freunde aus Herten halten die Fahne des Vergessenen seit 20 Jahren hoch. Atari ist tot – es lebe Atari! Mitte der 80er Jahre – da sah die Welt für Vereinsgründer und ersten Vorsitzenden Wolfgang Burger noch anders aus. Damals war Atari auf der Höhe der Zeit und Burgers Leidenschaft geweckt. Erst versuchte der Hertener, sich das Computerwissen aus Fachzeitungen anzueignen, auf der Arbeit traf er Gleichgesinnte. Schnell war die Gruppe derer, die das Wort ,,Commodore“ nur unter Zwang aussprachen, auf 50 angewachsen.

O-Ton 1,24 Sekunden
Mit diesem Bestand von 50 Leuten sind wir zur „Hobbytronic“ nach Dortmund gegangen, haben da einen Stand aufgebaut, haben so ein bisschen geprotzt auf diesem Stand. Damals – man darf es ja nicht verhehlen – gab es ja auch eine Raubkopiererszene. Und wir hatten einen hervorragenden Ingenieur in unserer Gruppe, der hat sieben Floppys hintereinandergeschaltet, und man sah da nur die Lampen leuchten, und alle haben gedacht, wir hätten die ultimative Kopierstation erfunden und hatten so einer: Riesenandrang bei uns am Starad. (0-Ton Ende)

Das Ergebnis des Messeausflugs: 300 Neuanmeldungen und ein Fanclub, der weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinausreicht. So ist es auch heute noch. Der ,,Atari Bit Byter User Club“, kurz ,,abbuc“, wie sich der Verein genau nennt, zählt im Moment rund 400 Mitglieder – dabei auch welche aus den USA, Kanada und ganz Europa. Zur Hochzeit des Atari waren es mal doppelt so viele.

O-Ton 2, 18 Sekunden
Die Zahl von 400 Leuten zeigt: Eigentlich sind wir nicht out. Es gibt Bestrebungen auch, den Atari internetfähig zu machen, zum Beispiel entwickelt man gerade ein Interface, das es ermöglicht, einen USB-Stick, den heute jeder PC-User kennt, an unseren kleinen, alten Dinosaurier Computer anzuschließen und auch zu nutzen.
(0- Ton Ende)

In neun Regionalgruppen in ganz Deutschland tauschen die Fans ihr Wissen über die Mutter aller Rechner aus, schreiben neue Programme oder spielen gegeneinander. Vierteljährlich erscheint das Clubmagazin, genauso regelmäßig werden Programmier-Wettbewerbe gestartet, auch der Reparaturservice läuft störungsfrei. Es ist ein lebendiges Vereinsleben, das mit den Computer-Neuheiten heutiger Tage wenig am Hut hat – und es ist der gelungene Versuch, die Vergangenheit in die Gegenwart zu retten.

O-Ton 3,21 Sekunden
Ein gewisser Kult hängt daran. Der Atari – das ist ja noch ein 8-Bit- Rechner, der eigentlich von vielen Leuten begreifbar war. Mit 8 Bit da konnten die Leute auch noch Assembler lernen, also diese Sprache, diese reine Maschinensprache. Man musste sich auch bei der Programmierung Mühe geben, weil, mit 48 Kilobyte Nutzspeicher konnte man also nicht aasen so wie man heute auf den PCs. Da nimmt man ja keine Rücksicht mehr, weil eben genug Speicher da ist.
(O-Ton Ende)

Ein Hauch von „Früher war alles besser“ weht durch das Hertener Bürgerhaus Süd beim Jubiläums- Treffen der Retro-Gruppe. Dann aber kommt Stefan Dorndorf und reißt einen aus dieser leicht verstaubten Angelegenheit. Der 40jährige Mann mit dem schütteren Haar sagt, er sei amtierender Deutscher Meister der Atari-Bundesliga. Wie? Deutscher Meister? Bundesliga? Ja, das gibt’s wirklich: Zehn Mal im Jahr einigen sich die Bundesligisten auf ein Atari-Spiel, in dem sie auf Punktejagd gehen wollen. Jeder sitzt vor seinem eigenen Computer, gibt zwei Stunden sein Bestes und stellt die erreichte Punktzahl nachher in den vereinseigenen Chat. W
er Ende des Jahres die meisten Punkte gesammelt hat, darf sich Deutscher Meister nennen und bekommt einen riesigen Pokal als Belohnung.

O-Ton 4,23 Sekunden
Das sind mal Geschicklichkeitsspiele, wo man ein bisschen überlegen muss, um eine hohe Punktzahl zu erreichen, aber wir hatten auch schon einmal ,,Ballerspiele“. Wer am schnellsten schießen kann, kriegt die meisten Punkte. Aber auch Autorennspiele, einfache, leicht zu verstehende Spiele, die man innerhalb von 10 bis 15 Minuten so ungefähr beenden kann. Einer nennt sich ,, Wizard“ und mit dem kloppe ich mich regelmäßig um den ersten Platz. Das kommt darauf an, welches Spiel halt wem liegt.
(O-Ton Ende)

Vorschlag zur Abmoderation:
Wenn Sie mit Ihrer Liebe zum Atari bislang selbst und alleine fertig werden mussten, gucken Sie doch mal im lnternet nach, ob der Verein in Herten nicht was für Sie wäre. Die Gleichgesinnten finden Sie unter.

www.abbuc.de.
Pressestelle
Kronprinzenstraße 35
D-45128 Essen
Fon +49 (0)201 2069-283
Fax +49 (01201
2069501
E-Mail:
pressestelle@rvr-online.de
Das komplette Interview findet ihr in zwei
MP3 Dateien (ca. 18 MB zusammen) unter:
www.abbuc.de/Radio/ (Achtung großes R!)


Spieletest

Monex und Laser Blaster Der Spielesommer 2005 stand im Zeichen des slowakischen Programmierers Matosimi. Er überraschte uns mit zwei hervorragenden Tetrisähnlichen Spielen. Am 25.06. erschien Laser Blaster und am 23.08. Monex. Zuerst zu dem etwas älteren Spiel Laser Blaster. Genauso wie bei Tetris erscheinen am oberen Bildschirmrand Steine, die langsam herunterfallen und die man mit dem Joystick nach links oder rechts bewegen kann. Auf jedem Stein b e – finden sich ein bis vier Laserstrahlen, bis zu zwei vertikale und bis zu zwei horizontale. Nun muss man versuchen die herunterfallenden Steine so zu positionieren das die Laserstrahlen benachbarter Steine fortlaufende Linien bilden.

Wurde eine Reihe von drei Steinen mit einer fortlaufenden Linie gebildet, so verschwinden die Laserstrahlen in dieser Linie. Wenn sich kein Laserstrahl mehr auf einem Stein befindet, löst sich der Stein auf. Ziel ist es, möglichst schnell möglichst viele Steine aufzulösen, um Platz für die immer schneller neu erscheinenden Steine zu schaffen. Behilflich dabei sind einem zwei Sondersteine: der Stein mit dem Pfeil löst alle Steine auf, die sich unter ihm befinden und der Stein mit dem Quadrat löst den Stein auf, der unmittelbar unter ihm liegt. Wenn man nicht schnell genug ist und die Steine sich bis zum oberen Spielfeldrand gestapelt haben, ist das Spiel beendet. Auch wenn sich die Spielbeschreibung relativ kompliziert anhört. Das Spiel ist auch ohne Spielbeschreibung leicht zu verstehen und intuitiv zu bedienen.

Die Musik, die Greg/GSL beigesteuert hat, ist eingängiger, solider Pokey-Sound. Die Grafik ist nicht umwerfend aber zweckmäßig. Der Font, mit dem der Spielstand angezeigt wird, ist etwas schwer zu entziffern. Alles in allem ist Laser Blaster ein netter Tetris- Clone, den sich Freunde dieses Genres unbedingt anschauen sollten.

Spiel: Laser Blaster
Author: Matosimi
Erscheinungsdatum: 25.06.2005
Bezugsquelle: Freeware
http://www.webpark.sk/atari/
moje.html
WGL-Wertung:
(7 von 10 Punkten)

Bei dem zweiten Spiel Monex, das Matosimi fast exakt zwei Monate nach Laser Blaster herausbrachte, wurden die kleinen Schwächen von Laser Blaster ausgemerzt, sodass ihm ein echter Volltreffer gelungen ist. Monex kann man ebenfalls noch in die Gruppe der Tetris-ähnlichen Spiele einordnen. Entscheidender Unterschied zu anderen Spielen dieses Genres ist, dass die neuen Steine nicht von oben herabfallen, sondern von unten „nachwachsen“ und ältere Steine dabei nach oben drücken. Auch hier muss man dafür sorgen, dass die gestapelten Steine nicht den oberen Spielfeldrand erreichen. Dann ist das Spiel beendet.

Jeder Stein hat einen bestimmten Wert: 1, 5, 10, 50, 100 oder 500. Am oberen Bildschirmrand befindet sich der „Mover“. Bei Knopfdruck des Joysticks werden alle Steine, die sich direkt unter dem Mover befinden und denselben Wert haben, angehoben. Dann können die Steine bewegt werden und per Knopfdruck wieder abgelassen werden. Die Steine müssen so gestapelt werden, dass Steine gleichen Wertes nebeneinander oder übereinander liegen. Erreicht oder übersteigt der Wert der beieinander gestapelten Steine den Wert eines höherwertigen Steines, so verschwinden die Steine mit dem niedrigeren Wert und ein Stein mit dem höheren Wert bleibt zurück. Man muss beispielsweise fünf Steine mit dem Wert 1 übereinander stapeln, damit die Steine verschwinden und ein Stein mit dem Wert 5 zurückbleibt. Es wird einem jeweils immer der Wert der verschwindenden Steine als Punkte gut geschrieben. Stapelt man Steine mit dem Wert 500 übereinander, verschwinden sie, ohne dass ein neuer Stein erscheint.

Das Spiel ist von Anfang an sehr herausfordernd. Man muss taktisch vorgehen, um eine hohe Punktzahl zu erreichen. Nach dem Laden und kurzem Entpacken erwartet einen ein ansprechender Startscreen, schön bunt und mit einem bewegten Hintergrund hinter der Schrift – gelungen. Die Musik von Poison haute mich vom Hocker. Auch nach längerem Hören nervt sie nicht. Jeder Steinewert hat eine eigene Farbe, so dass das Spiel sehr schön farbig ist.

Der Zeichensatz ist gut lesbar. Rundherum ist das Spiel gut gelungen, besonders in den Details. Spiel: Monex Author: Matosimi Erscheinungsdatum: 23.08.05
Bezugsquelle: Freeware
http://www.webpark.sk/atari/moje.html
WGL-Wertung:
(9 von 10 Punkten)
Bis demnächst, euer Wiesbaden Gaming Lab.
Gunnar Kanold alias Bunsen/WGL
http://wiesbadengaminglab.atari.org

Computer-Magazin
SCAN PROJEKT

Für die, die nicht auf der diesjährigen JHV waren, noch mal ein paar einleitende Erklärungen zum Projekt.

Irgendwann im J
ahre 2004 habe ich gegenüber Andreas Magenheimer mal erwähnt, dass ich damit angefangen habe, einige Computermagazine aus den 80zigern einzuscannen. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht bekannt, das auch jemand anderes solche Gedanken hatte. Erst durch A.M. kam es dann auf der JHV 2004 zu einem Kontakt zwischen Andreas Bertelmann und mir, Bodo Jürss. Wir haben uns dann zusammen getan und die bereits vorhandenen Scanns ausgetauscht und auch die Arbeit ein bisschen koordiniert. Es gibt nichts schlimmeres als wenn 2 oder mehr Leute an verschiedenen Orten das gleiche tun. Da Andreas und ich aber auch nicht über alle jemals veröffentlichten Computer-Magazine mit Atari-Inhalt verfügen, möchten wir hiermit ALLE zur >aktiven< Mitarbeit aufrufen !

Die Scanns werden mit 300DPI angefertigt und als JPG – Format ohne Kompression gespeichert. Dieses ergibt dann eine Speichergröße von ca. 3 bis 4 MB pro Seite. Selbst eine nachträgliche Verkleinerung auf 100DPI ( was zum Lesen und zur Darstellen am Bildschirm völlig ausreichend ist – selbst Listings aus den ANTIC-Heften lassen sich hierbei noch sehr gut lesbar ausdrucken) ergibt eine Seitengröße von ca. 150 – 250 KB. Wenn man dieses mit ungefähr 120 bis 180 Seiten pro Heft rechnet, so kommt man auf über 25 bis 50 MB. Mit einem Jahrgang ist dann auch eine CD voll. Bei einem Format mit 300DPI passen mit Glück 2 Hefte auf eine CD bzw. ein Jahrgang auf eine DVD.

Kommen wir nun zu den Heften die bereits fertig bzw. in Arbeit sind :
Komplett fertig sind :
ZONG :
* alle Hefte vorhanden und fertig eingescannt 

Computer Kontakt
* alle Hefte sind eingescannt, die Qualität ist jedoch nicht besonders, da alle Seiten als >GIF< Format vorliegenden. Die CD stammt aus den 90zigern und ist wahrscheinlich den meisten bekannt.

ATARI MAGAZIN (1)
* alle Hefte vorhanden und fertig eingescannt

ATARI MAGAZIN (2)
* alle Hefte vorhanden und fertig eingescannt

HCA-Home Computer Aktiv
* es sind 13 Hefte von 1987-07 bis 1988-08 vorhanden und eingescannt – meines Wissens sind nicht mehr Hefte erschienen

Telematch
* alle 14 Hefte vorhanden und eingescannt

Telematch/Computer Praxis
* 4 Hefte vorhanden und eingescannt

Jetzt kommen wir zu den Magazinen bei denen wir bis auf einzelne Lücken fast fertig sind : 

Computer Praxis
* alle Hefte bis auf die Ausgabe 08/09-1984 fertig

ANTIC (USA)
* hier habe ich alle Hefte bis auf die ERSTAUSGABE und alle sind fertig eingescannt

Atari User (England)
* hier habe ich alle Hefte bis auf die Ausgabe 12/1985 und alles eingescannt. Hier fehlen mir noch eine Menge Programme aus den Heften

Computronic
* hier haben wir bis jetzt 21 Hefte eingescannt. Es fehlen die Hefte 09/1984, 10/1984, 07- 08/1985, 09-10/1986 und 11-12/1986

ATARI Explorer (USA)
* hier liegen jetzt 19 Hefte als Scann vor. Hat hier jemand eine Ahnung , welche Hefte es hier insgesamt gegeben hat ?

Es sind außerdem noch einige andere Einzelhefte eingescannt ( von ANALOG – CPU – Homecomputer – Page 6 – Happy Computer ). Zum heutigen Stichtag (31.10.2005) liegen uns jetzt insgesamt um die 400 Hefte mit weit über 35.000 Seiten fertig gescannt vor.

In Arbeit haben wir zur Zeit: Andreas Bertelmann: Happy Computer Bodo Jürss : Homecomputer und CPU Wenn ihr euch mal überlegt, wie lange so das Scannen von einer Heftseite dauert, dann könnt ihr euch ungefähr ausrechnen, wie viel an Freizeit wir bisher in das Projekt gesteckt haben. Alleine ist das nicht mehr zu schaffen. Wir brauchen daher dringend eure >aktive< Mitarbeit. Diese >aktive Mitarbeit< kann sich darin äußern, das ihr noch nicht vorhandene Hefte einscannt oder uns gegen garantierte Rückgabe die Hefte (besonders die als fehlend oben erwähnten Magazine) zum Scannen zur Verfügung stellt.

Ich habe mit dem Programm PAPYRUS-BASE eine Datenbank( es sind jetzt ca. 1500 Hefte erfasst ) mit den bei mir bekannten und vorhandenen Computermagazinen zusammengestellt. Zu fast allen Heften sind auch die Cover vorhanden. Diese Datenbank beinhaltet hauptsächlich Magazine um den ATARI (8-Bit u. ST) sowie einige Spielemagazine wie ASM / Power Play / Computer & Video Games.

Der Umfang der Datenbank beträgt jetzt incl. der Cover 260 MB. Wer ein Exemplar davon möchte, kann sich mit mir in Verbindung setzen. Wenn alles klappt, dann wird jetzt (wenn dieses Magazin erscheint) auf der ABBUC – Seite ein Auszug aus meiner Datenbank im Excel- Format zum Runterladen vorhanden sein. Wo? Entweder im Downloadbereich oder im Bereich der Infothek.

Hier kann sich dann jeder über den Stand dieses Projektes informieren. Eine Aktualisierung soll dann eigentlich immer zum Monatsende erfolgen.

Fragen zu diesem Projekt können mir entweder direkt gestellt werden (BODOJ@WEB.DE) oder öffentlich im FORUM. Antworten werden garantiert erfolgen.
Bodo Jürss

Turbo Freezer XL/XE 2005

© 1987,1988 Bernhard Engl,
© 2004,2005 Matthias Reichl

Was ist der Turbo Freezer?
Der Turbo Freezer ist eine Hardware-Erweiterung für die 8-Bit Atari XL/XE Computer. Entwickelt wurde er Mitte der 80er Jahre von Bernhard Engl. Anfang 2004 stellte Bernhard Engl dem ABBUC e.V. seine original Entwicklungsunterlagen zur Verfügung, auf deren Basis Matthias Reichl die, mittlerweile stark erweiterte, Neuauflage „Turbo Freezer XL/XE 2005“ entwickelt hat. Was kann der Turbo Freezer? Mit dem Turbo Freezer kann man jederzeit ein laufendes Programm anhalten, den aktuellen Zustand auf Kassette, Diskette oder Ramdisk abspeichern (bzw. von dort laden) und später wieder fortsetzen. Weiters verfügt der Turbo Freezer über einen integrierten Maschinsprach- Monitor, mit dem man den Speicherinhalt nach belieben anzeigen, disassemblieren und auch ändern kann. Das besondere dabei ist, dass das angehaltene Programm nichts davon mitbekommt dass es unterbrochen wurde.

Das 16k grosse EPROM enthält neben der 8k grossen Turbo Freezer Software auch noch ein sogenanntes „Oldrunner OS“, das mit einem Schalter aktiviert werden kann. Dieses OS ist für einige ältere Programme notwendig, die mit dem OS der Atari XL/XE Computer nicht korrekt funktionieren. Wie funktioniert der Turbo Freezer? Das Grundprinzip ist genauso genial wie einfach: Wird der Freezer Knopf gedrückt, so wird beim nächsten Interrupt das interne Atari RAM/ROM ausgeblendet und stattdessen das Freezer ROM eingeblendet. Somit hat der Freezer Software Kontrolle über den Atari erlangt. Zusätzlich verfügt der Turbo Freezer über ein eigenes, 2k grosses, RAM. Damit ist sichergestellt, dass keinerlei Speicherbereiche durch die laufende Freezer Software überschrieben werden. Dieses RAM fungiert weiters auch als „Shadow-RAM“ für die nicht auslesbaren Hardware Register. Nur damit gelingt es, den Computer wieder in exakt den gleichen Zustand zu versetzen wie vor der Unterbrechung.

Was ist neu am Turbo Freezer XL/XE 2005?
Da die original Bauteile nicht mehr erhältlich bzw. extrem teuer sind, wurde die Hardware komplett neu entwickelt. Das Grundprinzip der original Logik wurde jedoch beibehalten und die Software ist, abgesehen
von den Erweiterungen, ebenfalls noch identisch mit dem Original.
Hier ein Überblick über die wesentlichen Änderungen:
* 512k Flash ROM anstatt 16k EPROM, direkt vom Atari aus programmierbar.
* 128k RAM anstatt 2k RAM.
* Lattice iM4A5-64/32 CPLD (enthält die gesamte Logik), kann über ein integriertes JTAG Interface jederzeit neu programmiert werden.
* Cartridge Emulation: der Turbo Freezer kann Standard 8k und 16k Module sowie 16k OSS Bankswitching Module und das 64k SpartaDosX Modul simulieren. Die Daten dafür können sowohl im Flash ROM als auch im RAM auf dem Freezer abgelegt werden. Durch ein integriertes Aus- wahl Menü hat man schnellen Zugriff auf bis zu 60 verschiedene Module.
* Snapshots können im Freezer RAM abgelegt werden.
* Highspeed SIO Routine für 1050 Turbo, XF551 und Speedy/Happy kompatible Floppy Laufwerke.
* Etliche neue Funktionen im Debugger/ Monitor: Suchfunktion, Display List Disassembler, History der letzten 4 eingegebenen Kommandos etc.

Alle Unterlagen (Schaltplan, Source Code der Software, Logik im VHDL Sourcecode etc.) werden offen gelegt. Somit kann jeder den Turbo Freezer nach eigenen Wünschen erweitern oder verändern!

Technische Anfragen, Vorschläge etc. bitte direkt an Matthias Reichl richten:
Email: hias@horus.com
Homepage: http://www.horus.com/~hias/atari/
Den TURBO FREEZER könnt Ihr ab sofort in der Clubzentrale bestellen

Preise:
FREEZER XL 40 Euro
FREEZER XE 47 Euro
Zuzüglich Porto in Höhe von 4 Euro (versicherter Versand!) Bei einer Bestellung von mehreren Freezern fällt das Porto nur einmal an. Auslandsversandkosten bitte anfragen. Bestellung per Vorkasse auf das Clubkonto. Nicht vergessen Model und Anzahl anzugeben:
Sparkasse Vest Recklinghausen,
Konto Nr.: 54 000 468
(BLZ 426 501 50)
BAN: DE63 4265 0150 0054 0004
68 SWIFT-BIC.:WELADED1REK
Kontoinhaber ABBUC e.V.

 

Ein Glück das es ABBUC gibt

Aus der Reihe:
“ Wie ich zu ATARI kam“
„Ein mit Herzklopfen erwarteter Sonntag“ – so betitelte eine Tageszeitung den Artikel über das 1. Atari – Treffen am 26. April 1987 in Böhlen bei Leipzig. In der DDR ??? – werdet Ihr fragen, gab´s denn da Computer ??? ATARI ??? Ja, dank Intershops und lieben Verwandten hatte Atari auch bei uns Einzug gehalten und eine immer größer werdende Fangemeinde wuchs heran, man kannte sich und kleine Gruppen trafen sich im privaten Bereich zum Fachsimpeln und natürlich um Programme zu tauschen. Auch mein Sohn, damals 12 Jahre alt und ich gehörten dazu. Unser Freundes- und Bekanntenkreis wurde durch Atari immer größer und in dieser Runde wurde die Idee geboren (von unserem 8 – Bit Profi Oliver Thamm, ein Name den man sich merken sollte), mal alle Interessenten zusammen zu führen. Gesagt – getan ! Die Räumlichkeiten standen schnell fest, denn in Böhlen gab es einen großen Kulturpalast und meine Frau war dort die Chefin.

So ganz wohl war es ihr ja nicht bei dem Gedanken eine öffentliche Veranstaltung nur mit Technik aus dem Westen durchzuführen, aber nach einer Vorstellung des Konzeptes bei ihrer übergeordneten Leitung gab`s grünes Licht. Die Einladungen wurden verschickt, ein Saal hergerichtet und verkabelt, die Berufsschule Böhlen stellte die Monitore ihres Computerkabinetts zur Verfügung für Teilnehmer am Treffen, die ihre eigenen nicht mitbringen konnten und in einem Raum lief alle zwei Stunden ein BASIC – Kurs für Anfänger. Für eine gastronomische Betreuung der Besucher war auch gesorgt. Was dann kam und wie viele kamen, übertraf alle Erwartungen: Etwa 300 technisch interessierte junge Leute und „Alte Hasen“ kamen mit ihrer eigenen Hard- und Software aus allen Richtungen des Landes – von Franfurt (Oder) , Suhl, Halle, Leipzig, Berlin, Magdeburg, Rügen usw. um nur einige zu nennen. Die Begeisterung der Teilnehmer war riesig, man fachsimpelte, tauschte Programme, stellte eigene Software und sogar selbst gebaute Computer vor und es gab eine Menge Vorschläge und Wünsche an den Veranstalter für weitere Treffen.

Das 2. Treffen fand dann auch schon im Oktober 1987 statt, mit noch mehr Teilnehmern, so dass nun schon das gesamte Kulturhaus mit allen Räumen von den Freaks in Beschlag genommen wurde. Ca. 600 Teilnehmer kamen – Herr, die Geister die ich rief, ich kann sie nicht mehr bannen. Apropos Geister, sicher haben wir auch die „Geister von Horch und Guck“ auf den Plan gerufen, aber sie haben sich nicht bemerkbar gemacht. Auch meine Frau hatte sich beruhigt. Sie wurde sogar nach Berlin gerufen um bei einem Gewerkschaftskongress über die Veranstaltung als positives Beispiel zu berichten, wie man Jugendliche für moderne Technik interessieren kann („lach“). In der Stadt Böhlen erregten wir eine Menge Aufmerksamkeit, da trotz eines großen Parkplatzes vor dem Kulturpalast alles, bis weit in die Nebenstraßen hinein zugeparkt wurde und man sich wunderte, was denn da bloß los ist? Autos, den Kennzeichen nach aus der ganzen Repu- blik in Böhlen???? Ist da irgendein Staatsbesuch oder ähnliches???

Neiiiiiin – nur die ATARI – Freaks und alle kamen freiwillig 😉 !!! Die Treffen waren nun zu einer festen Größe im Veranstaltungsplan des Kulturpalastes geworden und wir führten sie fortan zweimal im Jahr, jeweils im Frühjahr und im Herbst durch. Der Erfolg hatte sich aber nun auch bis zu den Besitzern von Commodore, Amiga, ZX Spektrum und KC 85 (war ein DDR Heimcomputer und hatte auch seine Fans) herumgesprochen und sie wollten nun ebenfalls am Treffen teilnehmen. Also kamen auch diese Gruppen zu den Treffen und waren ebenso begeistert. Jeder Computertyp bekam seinen eigenen Saal (ATARI s, denn die waren immer am meisten vertreten) bzw. Raum und den ganzen Tag war das Haus voller Pieps-, Zwitscher-, Spiel- und Ladegeräuschen – Musik in den Ohren der User.

Erwähnen möchte ich noch, das die Teilnahme an den Treffen und der Besuch (die Veranstaltung waren öffentlich) kostenlos war und so mancher, der nur mal gucken wollte, was denn da so abgeht, entdeckte sein Interesse für den Computer. Viel Anklang fanden wir auch, dass der kommerzielle Vertrieb von Soft- und Hardware bei diesen Veranstaltungen nicht erwünscht war. Alles ging auf Tauschbasis oder man verschenkte auch mal einem etwas. Wir wollten Geschäftemachern keine Plattform bieten. Einzelne, die in dieser Absicht gekommen waren, zogen mit langen Gesichtern wieder ab. Im Oktober 1990 fand unser 8. und letztes Treffen in Böhlen statt. Die Wiedervereinigung war vollzogen und es galten nun die Gesetze der Bundesrepublik. Trotz viel Bedauerns konnten wir die Treffen in der bisherigen Form nicht weiterführen (Raubkopien). Im Frühjahr 1990, zum 7. Computertreffen war ATARI selbst vertreten, mit einem Stand und zwei Vertriebsleitern. Diese waren zwar begeistert von dem Enthusiasmus der Atariuser und dass hier in der DDR solche Treffen stattfanden, warnten aber gleichzeitig vor evt. Gesetzesverletzungen nach Bundesdeutschem Recht.

Hinzu kam, dass wir uns, wie viele der Teilnehmer auch, beruflich neu orientieren mussten und erst mal andere Sorgen hatten, als dem Hobby zu frönen, so dass das Ganze für mich die darauf folgenden 15 Jahre keine große Rolle mehr gespielt hat. Erst jetzt im Vorruhestand fand ich wieder Zeit und Muse mich hobbymäßig mit 8-bitern zu beschäftigen. Wie war ich doch freudig überrascht, als ich im Internet Atari
– Seiten fand und dann zum ABBUC kam. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal wieder mit ATARI beschäftigen werde und es immer noch solche Fans gibt. ATARI-User sind eben doch die Härtesten („lach“). Ich freue mich sehr, Euch gefunden zu haben und im ABBUC Mitglied geworden zu sein. Auf der JHV in Herten hat es mich glatt umgehauen, wie es inzwischen auf dem Gebiet der Soft- und vor allem der Hardware weitergegangen ist.

Ganz besonders beeindruckt war ich aber von den ABBUC – Usern, die ich in Herten kennen gelernt habe und die mit unverändertem Enthusiasmus und Herzblut weiter gemacht haben. Fortan bin ich wieder dabei und habe aufgerüstet: Das volle Programm. Ein ATARI – Gedächtniszimmer unterm Dach eingerichtet und meine Frau ist jetzt auch eine ATARI – Witwe (*grins* ). Sollte es jemanden geben, der sich noch an die Böhlener Treffen erinnert, würde ich mich über ein kurzes „Hallo“ per E-Mail sehr freuen.
Ein frohes Fest wünscht Euch allen
KaleuU97(hartmut.flemming2@freenet.de )

Festtagsgrüße


 

ABBUC e.V. PD-Neuheiten

0716 AMC Spiele Disk 1 – 1987 ED/2S

Ghost, Skateboard, Ice, PQR I, Ballon ’87, Adebar, The Last Oldie. Die Spiele stammen von den AMC-Magazinen des Jahres 1987 und bieten eine nette Abwechslung im Kontrast zum lesen eines der ältesten Diskettenmagazine für den 8-Bit-ATARI. Auch erfahrene Gamer werden feststellen, dass diese Spiele nicht so leicht zu gewinnen sind. Nicht von ungefähr finden sich als Programmierer sehr oft Andreas Binner & Harald Schönfeld unter den Autoren.

0717 Serie Disk-Mag: RAC Demo Magazin 1990 ED/2S
Der Rüsselsheimer ATARI Club stellt sich auf diesem Magazin vor. Einige der Namen im Impressum sind sicher vielen Bit Bytern bekannt. Das Magazin ist professionell programmiert und bietet eine bunte Mischung an Informationen, ansprechendes Design und ausgefeilte Bedienung. Es wäre schön, wenn auch die anderen Demo- und Clubdisks des RAC in das Archiv durch Freigabe aufgenommen werden könnten. Bitte melden!!!

0718 Serie Disk-Mag: COMPY-SHOP-MAGAZIN September 1989 ED/2S

An- und Einsichten aus den Büros des Compy-Shops zur Situation von ATARI im allgemeinen und dem 8-Bit-Computer im besonderen. Daneben die gewohnt gute Mischung von Berichten, Testen, Vorstellungen und Programmen. Sehr informativ sind z.B. die Beiträge von Norbert Schlia und Uwe Röder. Das CSM war immer auf der Höhe der Zeit. Und es war eine spannendes und ereignisreiches Jahr für ATARI und seine treuen Anwender.

0719 Bomber Jack ED/2S

Mischung aus Denk- und Geschicklichkeitsspiel. Versuche, das ganze Gold einzusammeln. Totenköpfe wegsprengen, Bomben setzen und dann schnell wegrennen, da man sonst selbst in die Luft fliegt. Gegen Säurepfützen helfen Steinblöcke hinein. Mit Schlüsseln öffnet man Türen. Auf Seite A sind leichte, auf Seite B schwere Level. Für die Ungeduldigen hier die hier die Codes:
Seite A: A – NANNA, B – IGIGI, C – KANPA, D – GAMAG, E – SCHIN, F – ISCHT, G – ZAMMA, H – LIBAT, I – THOTH, J – TARRA, K – GANNA, L – NINIB, M – ZELIG, N – BATTU, O – GIRRA, P – GIBIL, Q – ENLIL, R – ILANI, S – LIMDA, T – MAQLU, U – MAGAN, V – LILIT, W – GELAL, X – USTUR, Y – URUMA. Seite B: A – VEPAR, B – UVALL, C – BALAM, D – CAMIO, E – ORIAX, F – ZAGAN, G – VOLAG, H – SEERE, I – SITRI, J – ZEPAR, K – BOTIS, L – MARAX, M – FORAS, N – ABEOR, O – ABRAC, P – THEOS, Q – ELION, R – EHYEH, S – ANCOR, T – GALRA, U – SAGBI, V – KADBI, W – GIRBI, X – ZALED, Y – GARAB 

0720 Serie Disk-Mag: AMC-Soft 2-1986 BASIC ED/2S

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Dieses ABBUC Magazin erschien ursprünglich als Papierbeilage. Aufbereitung für HTML: Andreas Bertelmann