ABBUC Magazin 069


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gibt der Autor seine Zustimmung zur Veröffentlichung. Veröffentlichungen,
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Inhalt

Seite 3 Schreiersgrün 2002
Seite 7 Die kleine Wochenendbastelei
Seite 9 Wie ich zu Atari kam (1)
Seite 10 Wie ich zu Atari kam (2)
Seite 13 RAM Erweiterungen im XL/XE
Seite 16 Der arabische 65 XE
Seite 21 Game Clones Vol. 6
Seite 21 Die Geschichte von Jack Tramiel
Seite 25 8-Bit Börse Frankfurt
Seite 28 Wie gut das es ATARI gibt
Seite 30 Neues vom PD-Service
Seite 31 Unconventional 2K2
Seite 32 Die PD-Ecke

ATARI 8-bit Messe in Schreiersgrün am 16.03.2002

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde die Messe in Schreiersgrün von Helmut Weidner organisiert und ausgerichtet. Der Besucherstrom war nach der letztjährigen Flaute wieder sehr erfreulich, statt der mageren 35 Personen, die letztes Jahr erschienen waren, konnten Helmut und seine Truppe diesmal ungefähr 50 Gäste oder auch ein paar mehr begrüßen. Allen voran hatte der ABBUC seinen 1. Vorsitzenden Wolfgang Burger in eigener Person geschickt, begleitet von Alfons Klüpfel, der wieder fleißig Videoaufnahmen von der Veranstaltung machte. Neben ihrem Tisch hatte die RAF ihre Geräte und Computer aufgebaut, gleich anschließend hatte Carsten Strotmann noch seinen Rechner installiert. Neben ihm hatte sich Thomas Havemeister einen Platz gesichert, gefolgt von Mirko Sobe und seinem Verwandten Christian.

Thorsten Butschke (Mad Butscher) belegte den nächsten Tisch komplett mit seiner Anlage. Reimund Altmeyer (Highländer) und die holländischen Besucher Rene de Bie und ‘The White Warrior’ folgten darauf. Markus Römer und Rouven Gehm hatten auch den Weg ins schöne Vogtland gefunden. Aus Berlin war nach langer, krankheitsbedingter Abwesenheit "Old Man Tower" (Dieter Gretzschel) angereist. Die Runde wurde vom Gastgeber Helmut Weidner und seiner Familie abgeschossen. Wolfgang hatte einige ausgesuchte Artikel aus dem ABBUC-Sortiment zum Verkauf mitgebracht. Auch drei neue ABBUC-Mitglieder hatten den Weg in den Club gefunden. Dies ist für Wolfgang wieder ein Erfolgserlebnis gewesen. An den Tischen der RAF (Thomas Grasel, Marc Mortara, Harry Reminder, Carsten Strotmann) wurde das bewährte SIO2PC-Interface präsentiert. Weiterhin wurden originale ATARI JoyPads verkauft. Ferner wurden zwei ATARI ST über eine Auktion zum Kauf angeboten. Carsten Strotmann zeigte dem interessierten Publikum zwei Videofilme von der "8 bit vor 12 Party" in Kellenbach, die im Februar statt fand. Er führte auch ein kleines Programm vor, erstellt in ATARI-Logo.

Thomas Havemeister beschäftigte sich unter anderem mit seinem Lieblingsspiel M.U.L.E. Ansonsten liefen auf seinem Rechner Demos. Daneben konnte man die Weiterentwicklung des grafischen Betriebssystem BOSS X in der Version 10.2 von Mirko Sobe begutachten, das eine Überarbeitung der Bedieneroberfläche erhalten hat.

Am Tisch nebenan programmierte Thorsten Butschke an seinem neuen Spiel für das MultiJoy8 – Interface . Später wurde dort der Spielewettbewerb der RA F durchgeführt. Reimund Altmayer bot einige Spiele aus seiner Sammlung zum Verkauf an. Die beiden Niederländer stellten ihr funktionsfähiges CD-Interface vor. Damit können auf CD als Musiktrack gespeicherte Software-Daten mit großer Geschwindigkeit in den ATARI geladen werden. Pro Track sind vier Programme je Stereokanal speicherbar. Das macht bei 24 Tracks also 192 Programme auf einer CD. Am Stand von Markus Römer (R.I.K) gab es einige Softwaretitel zu sehen. Hier wurden auch von Dieter Gretzschel drei neue Mathematikprogramme vorgestellt. Das "Groß Plus-Minus" addiert oder subtrahiert Zahlen mit bis zu 36 Stellen. Ein weiteres Programm ist ein Beispiel für die lineare Regression (Kurvenannäherung). Zum Abschluss zeigte er noch ein Programm mit Zahlenspielereien.

Zwei Wörter werden wie Zahlen untereinander geschrieben. Die Addition (oder Subtraktion) der Wörter soll ein neues, sinnvolles Wort ergeben. Jeder Buchstabe soll einer Ziffer entsprechen. Das Programm errechnet nun alle möglichen Wort-Zahl Kombinationen für die vorgegebenen Wörter und zeigt sie an, wenn es welche gibt. Dabei kann es auch mehrere Lösungen geben. Dieters Präsentation war hoch interessant und sehr gut gelungen und hat dafür viel Beifall erhalten. Die Programme werden dem ABBUC zur Verfügung gestellt, eines ist bereits im letzten Magazin erschienen. Ruben Wolf hatte drei Disketten mit neuen Leveln für Boulder Dash mitgebracht. Bei Familie Weidner waren einige Ausstellungsstücke anzusehen. Dort war in der Nähe des Eingangs eine Box für das Eintrittsgeld aufgebaut. Dieses betrug – centgenau umgerechnet – 0,51 Euro für die obligatorische 1 DM. Einige Anwesende hatten auch Fotos gemacht, so dass wir auf eine große Auswahl von Bildern hoffen können.

Gegen Mittag hat die RAF zum Beginn des Spielewettbewerbs aufgerufen. Für dieses Mal wurde das Spiel Multris von Radek Sterba ausgesucht. Es ist ein Tetris-Spiel für bis zu vier Spieler gleichzeitig, wofür man das MultiJoy8- Interface benötigt. Überraschenderweise war die Beteiligung deutlich höher als erwartet. Insgesamt wollten 24 Personen mitmachen. In mehreren Runden wurde dann Multris in Vierergruppen gespielt.

Der Beste aus jeder Gruppe kam weiter in die nächste Runde. Die sechs Gewinner sind dann in zwei Gruppen zu dritt gegeneinander angetreten. Die vier Besten durften dann noch einmal im Finale zeigen, wer am geschicktesten mit dem Joystick und den Spielsteinen umgehen kann. Das hat dann auch Thomas Havemeister bewiesen und den ersten Platz belegt. Knapp dahinter folgte ihm Rouven Gehm (Mr. XY), auf den dritten Platz kam Kerstin Bittner und an die vierte Stelle gesellte sich Frank Strecker. Für die glücklichen Gewinner des Spielwettbewerbs gab es als Preise bunte Poster mit Motiven von Computerspielen, gestiftet von der RAF.

Später hat Marc Falkner den Anwesenden sein Projekt AFLOS vorgestellt. Es ist eine Programmspeicher auf der Basis von Flash-Bausteinen und einer Software zur Bedienung dieses Moduls. Erwähnt sei noch das SIO2IDE Interface, das von Marek Mikolajewski aus Polen entwickelt wurde. Dieses Gerät wird am SIO-Port des ATARI angeschlossen und ermöglicht den Zugriff auf eine IDE-Festplatte. Es war zwar kein funktionsfähiges Gerät vorhanden, aber Wolfgang konnte den Interessierten davon berichten. Eine Beschreibung des Interface gab es im Magazin Nr. 68 des ABBUC. Die RAF plant dieses Interface zu bauen. Interessierte sollten sich unverbindlich per Mail bei webmaster@abbuc-raf.de melden. Man wird dann auf dem laufenden gehalten (Preis/Verfügbarkeit). Nur bei genügend Nachfrage kann ein guter Preis realisiert werden. Am späten Nachmittag brachen nach und nach die Aussteller ihre Zelte ab und verstauten alles in ihren Autos. Anschließend begab man sich in die hiesige Gaststätte und ließ den Messetag bei einem guten Essen und einigen Bieren ausklingen.

Spielername Joyst. Punkte Platz  Spielername           Joyst. Punkte Platz  Runde 1 Gruppe1 Frank Strecker             1 4052 1 Marc Mortara               2 1036 4 Michael Goroll             3 2047 3 Marc Brings                4 3050 2  Gruppe2 Markus Römer               1 3041 2 Alfons Klüpfel             2 1015 4 Thomas Grasel              3 2025 3 Mirko Sobe                 4 4052 1  Gruppe 3 Reimund Altmayer           1 1045 4 Rouven Gehm                2 4050 1 Harry Reminder             3 3050 2 Wolfgang Burger            4 2039 3  Gruppe 4 Thomas Havemeister         1 4050 1 Thorsten Butschke          2 1045 4 Helmut Weidner             3 3045 2 Carsten Strotmann          4 2036 3  Gruppe 5 Dieter Gretzschel          1 2043 3 Rene de Bie                2 3038 2 Kerstin Bittner            3 4050 1 Reinhold Krüger            4 1014 4  Gruppe 6 Roukie                     1 4050 1 Christin Fischer           2 2031 3 The White Warrior          3 3048 2 Uwe Pelz                   4 1026 4  Runde 2 Gruppe 1 Rouven Gehm                1 3052 1 Frank Strecker             2 2048 2 Mirko Sobe                 3 1040 3  Gruppe 2 Thomas Havemeister         1 3050 1 Kerstin Bittner            2 2051 2 Roukie                     3 1048 3  Finale Thomas Havemeister         1 4050 1 Frank Strecker             2 1024 4 Rouven Gehm                3 3050 2 Kerstin Bittner            4 2049 3

Die kleine Wochenendbastelei

Was macht der Bit Byter, wenn es draußen schlechtes Wetter hat? Na ? Ist doch klar: er lächelt!!! Denn er denkt daran, was er bei Indoor- Wetter so alles mit seinem kleinen Liebling veranstalten kann.

Und so habe ich vor ein paar Jahren auch mal gelächelt, meine Kinder ins Kino geschickt – natürlich mit meiner Holden als Begleitung – und mich in den Keller begeben. Das geplante Projekt war einfach und genial, aber ein wenig kitzlig: Die Modifikation einer OSS-Cartridge. Welche? Nun, es nervte mich ganz gewaltig, dass man von ACTION! auf BASIC XL nur wechseln konnte, indem man den Rechner ausschaltete, die Cartridge entfernte, die neue Cartridge einsteckte und den Rechner wieder hochfuhr.

Viel einfacher ginge das mit einer Softwarelösung, dachte ich. So dauerte es nicht lange und bald bekam ich eine File-Version von ACTION!, aber leider nicht von BASIC XL. Zwar konnte ich mit einem Dump-Utility den Inhalt der Cartridges auslesen, aber nicht in ein lauffähiges File verwandeln. Dazu fehlten mir ein paar Kenntnisse. Und dann kam TurboBASIC XL heraus, was das Interesse an BASIC XL bei meinen Bekannten schwinden ließ. Soweit die Vorgeschichte. Eines Tages regnete es und ich lächelte, wie gesagt Die Basisplatinen der OSS-Cartridges, ich habe die mit dem schwarz-gelben Label, waren identisch. Also konnte der Unterschied nur im Code liegen, der in den EPROMs gespeichert war. So sägte ich ganz vorsichtig mit einer Feinsäge die Cartridge des BASIC XL auf und nahm vorsichtig die Platine heraus.

Die Sicherheitsmaßnahmen von damals kommen mir heute übertrieben vor, aber zu der Zeit waren die Cartridges sehr teuer und mein Einkommen nicht gerade üppig. Also legte ich ein Masseband um mein linkes Handgelenk und verband es mittels eines dicken Erdungskabels mit dem Heizkörper. Desgleichen tat ich auch mit der Aluminiumplatte, auf der die Elektronikbasteleien noch heute stattfinden. Zusätzlich sorgte ich mittels Kabelklemmen noch für einen weiteren Potentialausgleich zu jeder einzelnen Platine beziehungsweise Baugruppe. Dabei orientierte ich mich ein wenig an Ulrich Roskis "Des Pudels Kern" (Zitat: Seid nicht feige Leute, lasst mich hinter’n Baum ).

Ganz, ganz vorsichtig hebelte ich das EPROM aus der Fassung, heftigst darum bemüht, die eigene nicht zu verlieren. Endlich war es dann geschafft – und ich auch. Nachdem der Schweiß von der Stirn gewischt war, setzte ich das EPROM vorsichtig in den EPROM-Brenner und las es aus. Sobald der Code auf Diskette gespeichert war, wurde sofort ein Backup für den Fall gebrannt, dass etwas daneben gegangen sein könnte. Das neu gebrannte EPROM setzte ich in die Cartridge ein, holte tief Luft und bootete diese mit einem zweiten 800 XL. Schnell ein paar Programme getestet – puh, alles lief!

Nun war ich schon wesentlich ruhiger und sägte die zweite Cartridge, das ACTION!-Modul, vorsichtig auf und entnahm ebenfalls das EPROM. Es wurde sofort genau so wie das mit BASIC XL verarbeitet. Alles ging glatt und das Backup lief. Doch wozu all diese Mühe? Nun, der Zweck war, diese beiden von mir genutzten Hochsprachen in einer Cartridge benutzen zu können. Die beiden Files mit den ausgelesenen Codes wurden in ein neues EPROM mit doppelter Speicherkapazität gebrannt und können mittels Schalter bei Bedarf einfach umgeschaltet werden. Nach einem RESET steht sofort die andere Sprache zur Verfügung. Und so sieht die leicht modifizierte Cartridge mit nun zwei Programmiersprachen aus:

Umgeschaltet wird mit einem Minischalter. Die kleine Modifikation erfordert einen hochohmigen Widerstand so ab 33 kOhm aufwärts, ein wenig Schaltlitze, den Minischalter und Lötausrüstung. Es empfiehlt sich eine Elektroniklötstation. Die Grillapparate, die mancher in der Werkzeugkiste hat, können hier tödlich wirken!!! Nachdem dieses Projekt erfolgreich verlaufen war, musste ich mich natürlich auch an einer Monstercartridge versuchen. Diese enthält die vier ganz oben abgebildeten Sprachen, natürlich zwei Schalter, zwei hochohmige Widerstände und ein EPROM vom Typ 27C512. Da ich meist ACTION! und BASIC XL verwende, habe ich die Monstercartridge schon seit längerer Zeit verliehen. Hier ein Bild meiner BASIC XL Cartridge, in der auch ACTION! Zuhause ist. Man achte auf den Schalter

Ein prima Projekt für einen verregneten Samstag Nachmittag. Als meine Familie aus dem Kino nachhause kam, fand sie einen zufrieden lächelnde
n ATARIaner vor. Tja, seitdem sind so einige Jährchen ins Land gezogen und die Cartridge ist eine selbstverständliche Hilfe, über die ich schon lange nicht mehr nachgedacht habe. Solange nicht mehr, bis ich vor kurzem in Internet Dan’s OSS Page (http://www.retrobits.net/) entdeckte. Dan ist auch so auf ATARI versessen wie ich und irgendwie kamen wir auf das Thema Cartridges modifizieren. Er war begeistert von dem Umbau und hat ihn sofort selber umgesetzt. Dazu hat er noch weitere technische Details auf seiner Homepage zusammengestellt. Hier ein Bild seiner Monstercartridge mit ACTION!, BASIC XL, BASIC XE und MAC/65.

Tja, sofern ihr Spaß an derartigen Projekten habt, wünsche ich euch erstens Regen und zweitens
Good Byte
Walter Lojek

Wie ich zu Atari kam (1)

Es war einmal.. naja so fangen die meisten Geschichten an, Da war das Jahr 1988 und noch die DDR. Ich arbeitete bei der Deutschen Reichsbahn und in der Freizeit beschäftigte ich mich mit der Elektronik. Hauptsächlich Reparatur. Eines Tages kam mein Nachbar mit einem KC85 (ehemaliger DDR Rechner) davon hatte ich nun mal keine Ahnung und bin zu meinem ehemaligen Arbeitskollegen mitgefahren.

Der hatte einen ATARI 800 und wusste auch nicht wie der KC85 zu bedienen war. Dafür zeigte er mir, was der ATARI so kann. Es wurde ein langer Abend. Was soll ich noch sagen 14 Tage später hatte ich einen 600XL den bekam ich für 700 Mark in einem An- und Verkauf. Zu Hause ging’s dann los. Aber wir mussten feststellen, dass er eine Macke hatte. Mein Arbeitskollege gab mir eine Adresse wo man ATARI Rechner in Chemnitz (ehemals Karl Marx Stadt) reparieren lassen konnte. Ich fuhr voller Erwartung dahin, die aber schnell gedämpft wurde. In der Werkstatt wurde man einzeln abgefertigt, weil einem dabei die Preise in DM mitgeteilt wurden. In meinem Fall 120 DM für defektes ROM und Speicher. Woher nehmen??? Also die Kiste wieder zurück gebracht und dann habe ich mir einen 800XL mit XC12 für 3000 Mark (!!!!!) gekauft. Dieser leistete mir aber treue Dienste. So trafen wir uns alle 4 Wochen in der Uni Magdeburg der ATARI CLUB Magdeburg hatte ungefähr 250 Mitglieder. Es war aber immer nur eine große Raupkopierparty, denn Datenschutz und Copyright gab es nicht (gute alte Zeit).

Dann kam die Wende. Also nach Braunschweig und da eine 1050 ergattert hurra jetzt ging es richtig los. Aber trotzdem ging es bergab. Es gab keinen Club mehr. Die meisten Leute holten sich einen PC. Ich natürlich auch und machte diesen Wahnsinn: immer aufrüsten, neue Betriebssysteme, wieder umrüsten eine Weile mit. Bis eines Tages meine Frau auf die Idee kam Kaiser zu spielen. Also die kleine Kiste vorgebuddelt und ich staunte. Nach all den Jahren funktionierte alles einwandfrei. So wurde es ein schöner Abend mit all den Klassikern.
Gruss Dieter

Wie ich zu Atari kam (2)

Ich heiße Axel, komme aus Berlin und bin 44 Jahre. Lebe mit meiner Frau und drei Kindern in unserem Haus und unsere Computer sind nicht nur privat sondern auch beruflich mein Hobby geworden. Sie begleiten mich nun schon mein halbes Leben. Ich habe 1982 ein Studium Sektion Außenwirtschaft in Berlin begonnen und 1987 erfolgreich als Diplomkaufmann abgeschlossen. Ich bin nicht in der Stasi gewesen und bin auch sonst ein normaler DDR Bürger, allerdings einer ohne West- Verwandtschaft.

Im Rahmen des Studiums gab es immer die Möglichkeit am Studentensommer teilzunehmen. Was soll man darunter verstehen? Regierungen aus den verschiedenen sozialistischen Staaten tauschten jedes Jahr Jugendliche im Sommer untereinander aus. Somit sollte eine bessere Verständigung zwischen den einzelnen Staaten und besonders den zukünftigen Arbeiter und Angestellten erreicht werden. An so einem Studentenaustausch nahm ich 1984 auch teil.

Wir waren 23 Studenten und fuhren die ganze Nacht mit dem Zug nach Warschau, bekanntlich die Hauptstadt von Polen. Zur damaligen Zeit gab es in Polen Schwarzmärkte, wo man für DM oder US-Dollar alles kaufen konnte was es in der DDR nicht gab. In der ehemaligen DDR gab es solche Märkte nicht. Entweder man hatte Verwandtschaft im anderen Teil von Deutschland, die einem diesen oder jenen Wunsch erfüllen konnten oder es war unmöglich an entsprechende Geräte wie zum Beispiel einen Computer zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es verschiedene Computer gab.( Atari, Commodore, Z3).

Ich hatte mir eine Spiegelreflexkamera von Pentacon aus Dresden gekauft mit dem Namen " Praktica B 100". Das damalige preislich erschwingliche Model zur B 200. Diese Kamera war zu dieser Zeit Spitzenklasse. Diese nahm ich mit nach Warschau und es existieren davon auch noch ein paar Fotos. Da ich aber ebenso wie in der DDR nicht über entsprechende DM oder Dollar verfügte, hatte ich somit in Warschau auch nicht die Möglich- keit in diesem Luxus einzukaufen. Es gab auf diesen Schwarzen Markt wirklich alles. Von seltenen Briefmarken aus der Reichsgründung 1871/72 oder aus dem Dritten Reich, Waffen, Pornos und unter anderem auch Computer. Das zu einem Zeitpunkt wo die meisten in der DDR noch nicht einmal wussten, wie man Computer schreibt.

Freunde, welche ich in Polen kennen gelernt hatte, waren selber Computer Freaks und sie sagten und zeigten mir auch, wo und wie ich zu einem Computer kommen kann. Auf einem Schwarzmarkt speziell für elektronische Geräte fanden wir einen Händler mit einem Atari 800 XL, original verpackt und nagelneu. Das Problem war nur, ich hatte nicht die Millionen ( Polen Dollar, 2 Eimer voll) der er verlangte, DM und Dollar hatte ich auch nicht und somit gab es keinen Computer.

Nach 2 Tagen Suchen und dem Herumstöbern auf verschiedenen Märkten ergab sich eine Möglichkeit doch noch meinen Traum zu erfüllen. Auf einem andern Markt, konnte ich meine Camera zu einem Preis verkaufen der in keinem Verhältnis stand wie ich die Kamera in der DDR gekauft hatte. Aber so hatte ich die Millionen um mir meinen ersten Computer- einen ATARI 800 XL- in Originalverpackung zu kaufen. Ohne so richtig zu wissen was ich nun besitze, ging unser Studentensommer zu Ende und nach drei Wochen wieder mit dem Zug zurück nach Berlin.

Was habe ich für Sorge gehabt, vom Zoll kontrolliert zu werden aber das Glück war wieder auf meiner Seite und so kam ich wohlbehalten und stolz einen Atari 800 XL zu besitzen wieder zu Hause in Berlin an. Für meine Frau hatte ich zu damaligen Zeit recht tolle Klamotten ( Levi´s usw.) zum Anziehen mitgebracht. Alles was es in der DDR nicht gab oder nur im Intershop gegen DM. Mit dem Auspacken begannen auch die ersten Probleme. Keine Software nur einen Atari 800 XL !!?!! Toll, ein blauer Bildschirm und ein Wort " Ready "

Wie sollte es nun weitergehen? Über eine Annonce habe ich einen weiteren Atari Besitzer in der DDR in Berlin gefunden. Ich erinnere mich nur noch an seinen Vornamen – Ralf – Ralf war zur damaligen Zeit ein Computer Profi und so wurde ein kleines Tonband mit einer elektronischen Schaltung umgebaut, um als Datasette benutzt zu werden. Und es funktionierte. Mein allererstes Spiel war mühevoll abgetippt – Pong- Aus Knetmasse ( die im Backofen hart wird )und Klingelknöpfe wurden Joysticks gebaut und somit war eine Steuerung möglich. Später gelangte ich über Beziehungen in den Besitz von 2 Joysticks, einfach aber es waren zwei Steuerknüppel. Mein erstes von Kassettenrecorder geladenes Spiel war Pitfall II von Activision. Nach endlosen Versuchen wurde das Spiel endlich geladen. Pitfall Harry wurde über endl
ose Level durch ein Labyrinth gesteuert. Ich habe heute noch die Zeichnungen aller Ebenen und nach 16 Stunden hatte ich es geschafft. Ich war am Ziel und der kleine Harry kletterte wieder an die Oberfläche. (Wenn jemand Bedarf an den Zeichnungen hat, kein Problem, (eine Email macht es möglich.) Zu dieser Zeit wurde im Studium das Fach Informatik eingeführt. Keiner der Studenten wusste was das überhaupt bedeutet.

Die Rechenzentren in der DDR (z. B. an der Hochschule) hatten die Größe eines Einfamilienhauses und ich hatte einen 64k Rechner zu Hause. 1985 kam ich in den Besitz einer Datasette für sage und schreibe 600,- M ( Mark der DDR). Eine 1050 war einfach nicht realisierbar. Leider. 1985 wurde in der DDR der KC85 als Kleinkomputer erfunden, der aber weder von der Grafik noch vom Ton mit einem Atari mithalten konnte. Leider habe ich all meine Programme mit einem Caos Loader abgespeichert und weiß nun nach 18 Jahren nicht mehr den Ablauf um die Programme zu laden. Was schade ist, denn ich hatte mit einigen 8 bit Programmen mehr Spaß als mit Wolfenstein oder Metal of Honor als 3D virtuelle Welten.

Auf der Suche nach Atari Programmen bin ich auf die Internetseite von Wolfgang gestoßen. Und bin nun nach 18 Jahren auch im Besitz einer neuen Datasette und vor allem einiger Steckmodule. Ich bin für ein Steckmodul vom Rennprogramm Pole Position und besonders Pitfall II dankbar. Also wenn es jemanden gibt der ein Modul nicht mehr braucht oder eine Idee hat wie ich meine mit dem Caos Loader gespeicherten Programme wieder zum Laufen bekomme kann er mir eine Mail unter webmaster@bondageplay.de zukommen lassen.

Wie kann man heute am besten all die schönen 8 bit Programme laden? Wo bekommt man eine Diskettenstation 1050 mit Programmen?

Für die heutige Technik kann ich viele Fragen beantworten aber wie es damals war, vor 18 Jahren. Ein Luxus eine 1050 zu besitzen. Einen besonderen Dank noch einmal an Wolfgang für seinen unkomplizierten und schnellen Internetservice.
Axel Wolf

RAM-Erweiterungen im XL/XE

Nachdem im Internet auf der ABBUC-Seite ja häufiger über RAM-Erweiterungen diskutiert wird, will ich hier mal meinen Senf dazugeben. Da aber schon viel über XRAM geschrieben wurde, gibt’s jetzt zur Abwechslung ziemlich viel technischen Kram. Bin schon gespannt, ob das hier jemanden interessiert… Was gibt’s für verschiedene RAMErweiterungen und wodurch unterscheiden sie sich ?

1) Größe
Neben den 64KB des 130XE gibt es da 192 KB, 256 KB und 1024 KB, denkbar sind auch 960 KB, obwohl ich die noch nicht gesehen habe. Mit der Größe meine ich hier die Größe des Zusatzspeichers (im folgenden XRAM genannt).

2) Zugriff auf das XRAM
Grundsätzlich wird dafür das PIA-Register PORTB ($D301) benutzt. Wird Bit 4 auf 0 gesetzt, so blendet die Erweiterung (sowohl für CPU als auch für ANTIC) die durch die anderen Bits ausgewählten 16KB-große XRAM-Bank bei $4000-$7FFF ein. Je nach Erweiterung werden andere Bits zur Bankauswahl benutzt:
ATARI 130XE (64 KB): Bits 3,2
ATARI-Magazin (256 KB XRAM): Bits 6,5,3,2
Compy-Shop (256 KB XRAM): Bits 7,6,3,2
Newell (1024 KB XRAM): Bits 7,6,5,3,2,1

Speziell bei der Compy-Shop-Erweiterung hat durch Setzen von Bit 4 auf 0 nur die CPU Zugriff auf die Bank, dem ANTIC kann durch Setzen von Bit 5 auf 0 der Zugriff auf die Bank gestattet werden. Das hat den Vorteil, dass man beim CPU-Zugriff auf die RAM-Disk den Bildschirmspeicher auch zwischen $4000-$7FFF haben kann. In der Praxis hat sich meiner Erfahrung nach gezeigt, dass man diesen separaten ANTICZugriff nicht unbedingt braucht. Mit Bit 7 wird normalerweise das TEST-ROM in $5000-$57FF eingeblendet, was die Compy-Shop-Erweiterung auch tut, wenn Bit 4 auf 1 steht. Ist Bit 4 auf 0, dient Bit 7 der Bank-Auswahl, das TEST-ROM ist dabei ausgeschaltet, was auch sinnvoll ist. Bei der Newell-Erweiterung wird dieses Verfahren auch bei Bit 2 angewendet, das BASIC wird vorübergehend abgeschaltet, wenn Bit 4 auf 0 gesetzt wird. Das hat zur Folge, das man aus ATARIBASIC heraus mit einem POKE keine XRAMBank einschalten darf, sonst wird ja das BASIC abgeschaltet, was einen schönen Absturz zur Folge hat. Da aber BASIC-Programme sowieso recht schnell in den Bank-Switching-Bereich ($4000-$7FFF) hineinwachsen (mit einem DOS im Speicher ist das bereits ab 8KB Programmlänge der Fall), sind POKEs zum Einschalten einer XRAM-Bank auch mit anderen Speichererweiterungen ziemlich gefährlich. Es gibt keine mir bekannten Programme, die so was machen.

Heutzutage wird außerdem Turbo-BASIC eingesetzt und damit gibt es keine Probleme. Lustig ist auch die Erweiterung von Scott Peterson. Obwohl sie nur 256KB groß ist und für den 130XE gedacht ist, der den separaten ANTICZugriff ja ermöglicht, wird er von der Erweiterung nicht genutzt. Mit einem 74LS00 (oder 74HCT00) wäre dies möglich, den LS00 braucht man sowieso für den Refresh, wenn man andere RAM-ICs als die 8 mal 256k*1-RAM einsetzen will.

3) Ein oder zwei RAM-IC-Bänke im ATARI Bei einigen 192KB-Erweiterungen werden die vorhandenen 64 KB RAM im ATARI durch neue größere RAM-ICs ersetzt. Das ist zwar meistens mehr Arbeit beim Einbau, hat aber den Vorteil, dass Timing-Probleme hier praktisch ausgeschlossen sind, wie wir noch sehen werden. Bei solchen Erweiterungen werden vom RAM der neuen RAM-ICs einfach 64KB für den Hauptspeicher abgezweigt. Das hat den lustigen Effekt, dass neben dem XRAM auch der Hauptspeicher bei $4000-$7FFF eingeblendet werden kann (wenn die Erweiterung das nicht verhindert), wie z.B. bei der Buchholz-Erweiterung, die seit Anfang 1986 in meinem 800XL eingebaut ist.

4) Refresh-Verfahren für die RAM-ICs Die im ATARI verwendeten dynamischen RAMICs müssen von Zeit zu Zeit angesprochen werden, da sie sonst ihre Inhalte verlieren. Es gibt zwei Refresh-Verfahren, die von Erweiterungen verwendet werden: Beim RAS-Only-Refresh müssen nacheinander alle möglichen sog. Zeilenadressen an das RAM-IC angelegt und dabei jeweils die /RASLeitung auf 0 gesetzt werden, die /CAS-Leitung bleibt auf 1. Für den Refresh des Hauptspeichers übernimmt der ANTIC diese Aufgabe. Etwa alle 13 Takte hält der ANTIC die CPU einfach an und generiert einen Refresh-Takt für die RAMs, das kostet ca. 8% der CPU-Zeit. Wenn eine Erweiterung den RAS-Only-Refresh benutzen will, muss sie die vom ANTIC generierte 8Bit-Refresh-Adresse (ältere ANTICs generieren nur einen 7Bit-Refresh) je nach Typ der verwendeten RAM-ICs erweitern. Zum Beispiel haben Christoph und ich eine 1MBErweiterung gebaut, die die Refresh-Adresse auf 10 Bit erweitert. Das andere Verfahren ist der CAS-Before-RASRefresh. Hier wird einfach die /CAS-Leitung auf 0 gesetzt, bevor die /RAS-Leitung auf 0 gesetzt wird (beim normalen Lese-/Schreibzugriff auf das RAM ist es umgekehrt). Damit wird dem RAM-IC mitgeteilt, das es die Refresh-Adresse selber erzeugen soll. Im ATARI wird dieses Verfahren von der Newell-Erweiterung benutzt, allerdings nicht ganz korrekt. Nach den DRAMUnterlagen des ABBUC-Bauplan-Service müssen vor Beginn eines CAS-before-RAS-Refresh die /CAS- und /RAS-Leitung auf 1 sein, die Newell- Erweiterung macht das jedoch nicht, falls im vorigen Takt auf das RAM zugegriffen wurde. Das führt zu einem Hidden-Refresh. Der ist zwar auch zulässig, hat aber zur Folge, das
s der Datenbus für die Dauer des Refresh von den DRAMs belegt ist. An den Parallelbus angeschlossene Geräte dürfen somit die Refresh-Leitung nicht dazu missbrauchen, auf den Datenbus zuzugreifen, sonst drohen Abstürze. Somit könnte evtl. der Turbo- Freezer einige Schwierigkeiten mit der Newell- Erweiterung haben …

5) Timing
Das ist wohl das größte Problem der ATARISpeichererweiterungen. Meistens gibt es aber dafür eine recht einfache Lösung. Das Problem betrifft Erweiterungen, die zusätzlich zu der vorhandenen RAM-IC-Bank im ATARI eine weitere RAM-IC-Bank vorsehen, dabei taucht die Schwierigkeit auf, zwischen den beiden Bänken zu wechseln. Alle Erweiterungen verwenden dazu das im 130XE benutzte Verfahren: Bei der deaktivierten Bank bleibt bei einem XRAM-Zugriff die /CASLeitung auf 1, wodurch lediglich ein zusätzlicher RAS-Only-Refresh für die deaktivierte Bank ausgelöst wird.

Bei vielen RAM-Erweiterungen wird nun schlicht ein aus A14, A15 und PB4 generiertes Signal direkt auf einen Demultiplexer/Decoder bzw. Gatterschaltung zur Hin- und Herschaltung des CAS-Signals auf die beiden RAM-IC-Bänke geführt. Am Anfang eines CPU-Taktes sind die Signale A14, A15, PB4 jedoch noch nicht stabil, wodurch es vorkommen kann, dass inmitten eines Taktes abwechselnd die CAS-Signale für die beiden RAM-IC-Bänke aktiv werden können, was die RAMs verständlicherweise ziemlich verwirrt. Außerdem muss das CAS-Signal aus dem letzten CPU-Takt solange an den RAMs anliegen bleiben, bis der Datenaustausch zwischen CPU und den RAMs abgeschlossen ist (daher ist mit der fallenden Flanke an PHI2 ein CPU-Takt NICHT vollständig beendet !). Letztendlich läuft es daraus hinaus, dass das aus A14, A15 und PB4 generierte Signal in der ersten Hälfte eines CPU-Taktes KEINEN Einfluss auf die CAS-Signale ausüben darf. Viele Erweiterungen versuchen das Problem dadurch zu lösen, dass hinter dieses Signal recht abenteuerliche Verzögerungsschaltungen (mehrere Gatter hintereinander oder Kondensatoren zwischen Gattern) gesetzt werden, wie z.B. die Schaltung aus dem ATARI-Magazin. Dabei ist es nur erforderlich, das Signal erst auf ein duch PHI2 gesteuertes Latch zu führen, das bei PHI2=0 gesperrt ist. Wenn die Erweiterung nur aus TTL-ICs aufgebaut ist, braucht man normalerweise nichtmal ein zusätzliches IC, da man als Latch einen der freien durch PHI2 gesteuerten Multiplexer auf einem 74LS157 nehmen kann. Der Ausgang wird mit dem Eingang A verbunden, fertig ist das Latch: B ist der Eingang, Y der Ausgang.

Als Timing-Test empfehle ich den Deep-RAMTest von Torsten Karwoth, er befindet sich mit auf der XE-Makroassembler-Disk aus dem ABBUC-PD-Service. Dieser Test deckt alle eventuell vorhanden Timing-Probleme gnadenlos auf, Christoph und ich haben ihn mit Erfolg bei der Beseitigung von Timing-Problemen eingesetzt. Viele Programme funktionieren auch mit einer Erweiterung, deren Timing nicht ganz in Ordnung ist, jedoch gibt es auch einige Sachen, die so was nicht mögen. Dazu gehört der XE-Makroassembler und auch die RAM-Disk- Verwaltung samt dem Diskkopierer im QMEG+OS.

6) 130XE oder 800XL/XE
Manche Erweiterungen kann man nur in einen 130 XE einbauen. Grund ist, das einiges zur Ansteuerung einer Erweiterung erforderlichen Logik in dem im 130XE eingebauten Gatearray- IC vorhanden ist. Dadurch wird die Schaltung der Erweiterung einfacher. Generell braucht man für eine Erweiterung, die in allen XL/XE funktionieren soll, 4 TTL-ICs (für 192 KB reichen 3 ICs), für Erweiterungen, die nur für den 130 XE gedacht sind, genügen 2-3 TTL-ICs. Noch mehr Speicher ? 1MB sollten ja eigentlich genug sein, aber es soll ja Leute geben, denen das noch nicht reicht. Also bitte:

1. 2MB angesteuert durch Port B
Wie das ? PORTB ist doch bei 1 MB schon vollständig ausgereizt ? Nun, man belegt die Bits von PORTB wie folgt: Sind die Bits 6,5,4,3,2 alle auf 1, arbeitet der ATARI normal. Wenn nicht, wird eine durch die Bits 7,6,5,4,3,2 ausgewählte Bank eingeblendet (wobei mindestens eins der Bits 6,5,4,3,2 auf 0 steht). Das BASIC und das Test-ROM sind dabei wie bei d e r 1 M B – Erweiterung ausgeschaltet. Damit lassen sich 124 Bänke ansteuern also insg e s a m t 124*16KB=1984KB Zusatzspeicher. Für das DRAM kann man ein 4MB PC-SIMM nehmen. Die Ansteuerung der 4MB ist – da die Hälfte des Speichers nicht benutzt wird – einfacher als man denkt, man kommt mit 4 TTL-ICs aus.

2. 4MB angesteuert durch Port B Das ist ja wohl unmöglich !?! Es geht aber mit etwas Trickserei doch: Man benutzt PORTB wie bei 2MB. Bit 0 wird aber ebenfalls zur Auswahl einer Bank benutzt. Das gibt dann 2*124 = 248 Bänke, also 3968KB. Bit 0 von PORTB dient aber doch normalerweise zum Abschalten des OSROM !?! Das stimmt allerdings, deshalb legen wir zwischen PB0, PB1 und PB7 und die MMU je ein D-Flip-Flop, das gesperrt wird, wenn eine Bank eingeschaltet werden soll (d.h. wenn eins der Bits 2,3,4,5,6 von PORTB 0 ist), womit die Bits 0,1,7 frei zur Bankauswahl sind. Damit haben wir PORTB künstlich um 3 Bits erweitert. Der einzige Nachteil dieser Schaltung besteht darin, dass man nun beim Einschalten einer Bank durch einen Poke in PORTB nicht gleichzeitig (d.h. mit dem gleichen Poke) das TEST-ROM (PB7), das BASIC (PB1) oder das OS (PB0) umschalten kann. Insbesondere können Programme, die innerhalb einer Bank ablaufen nicht das BASIC oder das OS-ROM ein bzw. ausschalten. Ein Vorteil ist, dass man im Gegensatz zur Newell- Erweiterung nun sogar direkt mit einem BASICPoke eine Bank einschalten kann, da ja der Zustand des BASIC in einem Flip-Flop festgehalten wird. Die Schaltung hat übrigens auch nur 5 TTL-ICs.

Fragt sich nur, wie lang man nun braucht, um 4MB RAM vollzuschaufeln. Mit einer 1050- Speedy, die etwa 2,75 KB pro Sekunde schafft, sind das rund 25 Minuten…

3. 16 MB angesteuert durch Port B
Auch möglich: An PB1,2,3,6,7 wird jeweils ein D-Flip-Flop angeschlossen, die bei PB4=0 und PB5=0 freigeschaltet sind und bei PB4=0 und PB5=1 gesperrt sind. Beim Zugriff aufs XRAM sind das BASIC und das TEST-ROM wie bei der Newell-Erweiterung abgeschaltet. Zum Einschalten einer Bank sind nun zwei Pokes erforderlich: Einmal mit PB4=0 und PB5=0, um die fünf D-Flip-Flops zu setzen, deren Ausgänge dann 5 Adressleitungen für die RAMs liefern und dann mit PB4=0 und PB5=1 um weitere 5 Adressleitungen für die RAMs zu liefern. Das macht dann 10 Bits für die Adressierung, also 1024*16KB=16MB RAM… OK, das reicht ja wohl. Wenn jemand Fragen oder Probleme mit XRAM (oder anderen Themen) hat, einfach ein Posting ins ABBUC-Forum stellen. Bei genug Interesse gibt’s dann hierzu (oder zu einem anderen Thema) einen Folgeartikel.

Tschau
Stefan

Der "Star" Atari 65 XE

von Kevin Savetz
Diesen seltenen arabischen ATARI 65XE habe ich mir am 26. Februar 1999 zugelegt. Er weist drei wesentliche Unterschiede zum in den USA handelsüblichen 65XE auf. Die Tastatur bietet zusätzlich zu den englischen Buchstaben auch das arabische Alphabet. Das Typenschild (s.o.) zeigt zusätzlich die arabische Bezeichnung ‚NAJM‘, die ‚Star‘ oder auf gut Deutsch ‚Stern‘ bedeutet. Und – der interessanteste Unterschied – der XE besitzt außergewöhnliche Betriebssystem ROMs. Darin sind sowohl ein englischer als auch ein arabischer Zeichensatz sowie die Möglichkeit im arabischen Betriebsmodus von rechts nach links oder im englischen Modus von links nach rechts zu schreiben.

Das erste mal habe ich diesen Computer auf der ‚World of ATARI Show 1998‘
in Las Vegas gesehen. Er war eines der vielen Auktionsstücke. Ich bot darauf, bekam aber nicht den Zuschlag. Den bekam übrigens niemand, weil der Mindestpreis nicht erreicht wurde. Stattdessen habe ich auf einen der ebenfalls relativ seltenen, europäischen ATARIs, einen 800XE geboten und dafür auch den Zuschlag bekommen. Nun ja, sechs Monate später bedauerte ich immer noch, den mir unbekannten arabischen ATARI nicht bekommen zu haben. Deshalb nahm ich schließlich Verbindung mit der Firma Best Electronics (http://www.best-electronicsca.com/) auf, die den XE damals versteigern ließ. Zu meiner Überraschung war er noch zu haben. Er war wohl vorübergehend im Lager verschwunden und gerade zu dem Zeitpunkt wieder aufgetaucht, als ich mich danach erkundigte. Jetzt gehört er mir. Wie selten ist dieser Computer? Ich weiß es einfach nicht. Auf der Unterseite ist kein Herstellerschild vorhanden. Bei meinen Internetrecherchen mit ‚Dejanews‘, ‚Hotbot‘, Excite‘ usw. habe ich keinerlei Hinweise auf einen derartigen Computer gefunden. Bradley bei Best Electronics vermutete, das ATARI vielleicht 10 oder 15 Stück davon für Testzwecke hergestellt haben könnte. Möglicherweise ist es auch ein Prototyp, vielleicht aber auch nicht. Falls jemand einen Hinweis hat, möge er ihn mir bitte mitteilen (savetz@northcoast.com).

Der Computer erzeugt ein NTSC-Bildsignal, weshalb er kompatibel zu amerikanischen Fernsehern ist. Das macht es leicht, Bildschirmschnappschüsse (Screenshots) zu bekommen. Soweit ich weiß, ist die Fernsehnorm im Iran nicht kompatibel zum NTSC-Standard, daher müsste es sich eigentlich um einen Prototyp für Testzwecke amerikanischer Techniker handeln. An dieser Stelle ein Hinweis: Ich bin leidenschaftlicher Sammler von ATARI Computern, weiß aber so gut wie nichts über die arabische Sprache. Sollte sich jemand besser auskennen als ich, bitte ich um Nachricht, damit ich meine Vermutungen richtig stellen kann. Nach Angaben von Dracos (http:// draco@atari.org/) ausgezeichnetem Programm ‚SysInfo‘, hat das OS die Seriennummer BB 01.3B vom 21. Juli 1987. Zum Vergleich: Mein 65 XE hat die OS-Seriennummer BB 01.02 vom 10. Mai 1983.

Die Tastatur
Hier eine Nahaufnahme der Tastatur. Alle Tasten weisen die normale englische Beschriftung und die üblichen ATASCII-Grafikzeichen auf. Die meisten Tasten haben auch arabische Schriftzeichen, so die Funktionstasten wie <HELP>, <START>, <SELECT>, <OPTION>, <RESET> und <RETURN>.

Zeichensätze
Der Computer verfügt über zwei Zeichensätze. Der erste Screenshot zeigt die bekannten ATASCII- Zeichen, die im arabischen Zeichensatz völlig anders aussehen. Als nächstes der gleiche Zeichensatzblock in Arabisch. Der ATARI XE besitzt zwei Zeichensätze, die in Verbindung mit der <CTRL>-Taste entweder die Grafikzeichen – dann ist PEEK(756)=224 – oder die Zeichen aus dem internationalen Zeichensatz

– dann ist PEEK(756)=204 – anzeigen. Offensichtlich sind im ‚Star 65XE‘ die beiden Zeichensätze im gleichen ROM-Bereich gespei- chert. Nur das der internationale Zeichensatz hier ein arabischer Zeichensatz ist. Darüber hinaus wurden erster und zweiter Zeichensatz im Unterschied zum normalen XE getauscht. Nach dem Einschalten ist PEEK(756) =224 und die arabischen Zeichen sind unmittelbar nutzbar. Will man die Grafikzeichen haben, muss PEEK(756)=204 sein. Interessanterweise sind die englischen Großbuchstaben in beiden Zeichensätzen enthalten. Im arabischen Modus werden Grafikzeichen und Kleinbuchstaben durch arabische Zeichen ersetzt. Zwischen beiden Zeichensätzen kann man jederzeit mit der Tastenkombination <SHIFT> & <HELP> umschalten. Beim normalen XE ist das nicht so (allerdings beim 1200XL mit <CTRL> & <F4>). Anmerkung des Übersetzers: Mit den zusätzlichen Funktionstasten geht das beim XL und XE auch wie beim 1200XL.

Schreibmodi
Im Standardmodus (Englische Buchstaben und Grafikzeichen) funktioniert die Taste <CAPS> wie gewohnt: man schaltet damit zwischen Groß- und Kleinbuchstaben um. Im arabischen Modus schaltet man dagegen mit <CAPS> zwischen Arabisch und Englisch um. Arabisch schreibt man von rechts nach links. Und im arabischen Betriebsmodus tut der ATARI das natürlich auch, was dann so aussieht: Der Cursor bleibt an seinem Platz in der oberen linken Ecke des Bildschirms stehen. Sobald man schreibt, erscheinen unter dem Cursor die arabischen Schriftzeichen und wandern nach rechts. Der Cursor bewegt sich so lange nicht, bis man <CTRL> & <Pfeil> dafür drückt, aber die Buchstaben schieben sich nach rechts. Und jetzt kommt meine Unkenntnis der arabischen Schrift zum Tragen. Anscheinend sind von jedem arabischen Zeichen zwei verschiedene Varianten im Zeichensatz enthalten: Eins mit und eins ohne eine Art ‚Schreiblinie‘. Schaut euch mal die unteren drei Zeilen in dem Screenshot mit den arabischen Zeichen an. Wie man sieht, ist in den meisten Zeichen eine horizontale Linie enthalten. Beim Schreiben zieht sich diese Linie gleichmäßig durch ein Wort, was zu einer durchgehenden Schrift führt – so ähnlich wie englische Zeichen in Kursivschrift.

Allerdings wird der letzte Buchstabe eines Wortes immer ohne diese Schreiblinie angezeigt. Viele Schriftzeichen in der dritten, vierten und fünften Ziele des Screenshots ähneln Zeichen in den Zeilen sechs bis acht, weisen aber keine Linie auf. Wenn man schreibt, erscheinen meistens die Zeichen, welche die horizontale Linie beinhalten. Fügt man mit der <SPACE>-Taste ein Leerzeichen ein, verändert der Computer das letzte geschriebene Zeichen in die Version ohne die Linie! Dadurch ist es unmöglich, im arabischen Modus in BASIC zu programmieren. Der ATARIaner Steve Johnson, der über einiges Fremdsprachenwissen bei Computern verfügt, hat mir erklärt, dass das Arabische nicht zwei sondern vier Formen jedes Schriftzeichens hat. Das Zeichen schaut in Abhängigkeit von seiner Position im Wort jeweils anders aus. Folgende Positionen sind möglich: Am Anfang wie das ‚I‘ in Igel, mittendrin wie das ‚I‘ in Mitte, am Ende wie das ‚i‘ in Blei oder einzeln stehend wie das englische ‚I‘ (=ich). Ich kann nicht sagen, welche zwei Formen der arabische ATARI nicht besitzt.

Drückt man <CAPS>, schaltet der ATARI unmittelbar auf englische Buchstaben und auf die Schreibrichtung von links nach rechts um. Hält man im arabischen Modus die <Shift>-Taste fest, werden englische Buchstaben erzeugt. Hält man die <CTRL>-Taste fest, werden nur arabische Zeichen ohne Linie geschrieben. Ach so, und es gibt keinen Warnton, wenn man im Editor kurz vor dem Ende der dritten Bildschirmzeile ist. Das gilt aber nur für den arabischen Modus, im englischen Modus ist alles wie gewohnt. Schreibt man über das Ende der dritten Editorzeile hinaus, wird der Anfang der Zeile aus dem Bild geschoben und ist verloren.

Screenshots
Programme, die nicht für Arabisch geschrieben w
urden, ergeben natürlich keine brauchbaren Bildschirmausgaben. Zu Anschauungszwecken hier das Menü von MyDOS mit englischen und arabischen Zeichen. (http://www.nleaudio.com/css/Files.htm) Mit <SHIFT> & <HELP> schaltet man zurück auf den englischen Zeichensatz. Und hier der im ROM enthaltene Tastaturtest. Wie alles andere auch kann der Test mit einem der beiden Zeichensätze angezeigt werden.
Jumpman läuft perfekt. 🙂

Infos von Lesern meiner Webseite

Murat Deligoz – murat@917design.com: Übrigens bin ich Türke und lebe im Moment in der Türkei. Ich war von 1985 bis 1992 in Saudi Arabien. Dort kaufte ich meine ATARI 800XL und 1040 ST. Weder das Betriebssystem noch die Tastatur ist in Arabisch. Aber das liegt daran, dass ich das nicht in Arabisch haben wollte. Der ATARIHändler in Saudi Arabien verkaufte beide Versionen. Genauso einen wie der, den du hast. So wurde er überall in Arabien verkauft. — Robert – count@inode.at: Du zeigst auf deiner Webseite mit Sicherheit eines der ungewöhnlichsten Hardwareteile, die ich je gesehen habe. Dieser ATARI 65 XE Arabische Version ist definitiv ein seltenes Stück. Alles was ich noch hinzufügen kann ist die Versicherung, dass du mit deiner Vermutung recht hast. In dem Verkaufsgebiet, für das der XE vorgesehen war (mittlerer Osten), gilt die Fernsehnorm PAL-SECAM. Deshalb ist der Computer sogar noch seltener als es auf den ersten Blick erscheint. Welchen Nutzen hat ein arabischer ATARI, wenn man ihn in dem Gebiet nicht benutzen könnte, in dem die Sprache verbreitet ist? Das Einzige, was ich mir vorstellen kann, ist, dass der Computer für Länder geplant war, in denen zwar arabische Schriftzeichen benutzt werden, aber eine andere Landessprache existiert. Soweit ich weiß ist das in einigen Ländern im fernen Osten der Fall. In Frage kommen Afghanistan, Pakistan, Indonesien oder Bangladesch. Die islamischen Einwohner können die Schriftzeichen vermutlich genauso lesen wie Araber, bilden daraus wahrscheinlich aber Wörter in ihrer Landessprache. In einigen dieser Länder gilt die NTSC-Norm. —

ROMs
Einige ATARIaner haben um Kopien der ROMs gebeten. Hier sind sie. Ihr könnt sie im Emulator verwenden: ARABICROM (http://www.savetz.com/ vintagecomputers/arabic65xe/ARABICROM)
Und
BASICROM (http://www.savetz.com/vintagecomputers/ arabic65xe/BASICROM).
Ich vermute mal, dass sich das eingebaute BASIC nicht von der Standardrevision C unterscheidet.

Andere Sprachversionen von ATARI
Hier eine interessante Mitteilung vom Besitzer eines ATARI 800 XL in hebräischer Version! — : Ich habe schon lange ATARI Computer und lebe in Israel. Ich besitze einen alten ATARI 800 XL, den ich 1983 mit einem hebräischen Chip erweitert habe. So wie der in dem von dir beschriebenen Computer hat er zwei Hauptfunktionen. Als erstes stellt er den hebräischen Zeichensatz bereit – wird mit POKE 756,224 eingeschaltet. Als zweites ändert er die Schreibrichtung auf von rechts nach links. Soweit ich weiß war das damals keinesfalls eine Seltenheit, allerdings habe ich nie einen anderen ATARI-Besitzer kennen gelernt, der diesen Chip auch eingebaut hatte. In der Benutzung unterscheidet er sich leicht von dem Chip in deinem Computer. Durch <CTRL> & <SHIFT> & <S> wird zwischen hebräischen und englischen Zeichen umgeschaltet. Die englischen Großbuchstaben bleiben unverändert. Mit <CTRL> & <SHIFT> & <R> wird die Schreibrichtung gewechselt. Wenn man im Schreibmodus von rechts nach links arbeitet, wirkt es, als wenn man in einen Spiegel schaut. Der Cursor bewegt sich sauber von rechts nach links. Der Chip stellt außerdem einen Kaltstart mit <CTRL> & <SHIFT> & <ESC> zur Verfügung.

Habt ihr Fragen oder Kommentare – E-Mail schicken
an Kevin Savetz
savetz@northcoast.com.
Schaut auch mal bei
Digital Antic Project (http://www.atarimagazines.com/)
und
Atariarchives.org (http://www.atariarchives.org/) herein.
Diesen Artikel habe ich mit Genehmigung von Kevin Savetz für das ABBUC-Magazin übersetzt und teilweise ergänzt. Kevin ist freischaffender Journalist für Computer und Technik. Außerdem ist er ATARIBesessener und hat schon einige tolle Projekt auf die Beine gestellt. Das Internet bietet übrigens reichlich Stoff für ATARIaner – meist in Englisch. Falls Interesse an weiteren Artikeln besteht, bitte ich um Feedback
an PD@ABBUC.DE.
Gruß & Good Byte
Walter Lojek

Game Clones Vol. 06

Hallihallo, willkommen bei Ausgabe 6 der Game Clones. Heute lautet das Thema Ballerspiele, da es davon ja eine ganze Menge auf dem kleinen Atari gibt. Zwar weiß ich, dass es neben den Liebhabern auch eine ganze Reihe von Ballerspiel-Gegnern gibt ("bescheuerte Story", "sinnloses Rumgeballere", "schon wieder ein Shooter", usw.), doch meines Erachtens gehören eine ganze Reihe der ollen Ballerspiele inzwischen zu den Oldie- Klassikern und sollten schon deshalb Erwähnung finden. Mars Attacks ! So hieß vor einiger Zeit ein ziemlich langweiliger und banaler (wenig komischer) US-Film, der auch bei uns im Kino und mittlerweile im TV lief. Bei Atari hatte man das schon Jahre zuvor viel ansprechender und anschaulicher präsentiert. In einer Art Zeitung, der Atari-Gazette, hieß es: "Mars declares War !" Und es handelte sich dabei um nichts anderes, als um die Verpackung des Module-Klassikers Caverns of Mars. Eine prima lustige Idee war das damals – gagreich und verkaufsfördernd, wie auch das firmeneigene Atari magazin, das in den USA von der Atari Corp. und in Deutschland von Atari Hamburg bis anno 1984 an alle Atari Clubmitglieder (zumeist kostenlos) verschickt wurde.

Das Spielprinzip bestand darin, einen vertikal (= senkrecht) scrollenden Screen entlang zu fliegen und dabei allen Gefahren auszuweichen, diese abzuschießen und hin- und wieder etwas aufzutanken. Dabei tauchte man eine (scheinbar) immer enger werdende Höhle hinab, stets mit dem Ziel vor Augen, den Hauptgenerator am Ende der Höhle zu erreichen. Naja, was danach passiert kann ich nicht sagen, denn weiter habe ich noch nie gespielt, ist ja aber auch nicht so wichtig. Das Game war erfolgreich genug, um einen kommerziellen Nachfolger nach sich zu ziehen (Caverns of Mars 2) und dem nicht genug auch ein APX Game, das von vielen sogar als besserer und würdigerer Nachfolger angesehen wurde (dessen Name mir im Moment aber leider nicht einfällt – Antic lesen!). Derart beflügelt beschloss man bei Atari noch weitere Shooter auf den Markt zu werfen, bei denen man niemand retten musste (Defender), keine Galaxie oder die Erde verteidigen musste (Star Raiders, Star Raiders 2, Galaxian, Space Invaders), sondern einfach nur ballern durfte, was das Herz begehrt. Eines dieser Ballerspiele war Xevious, das jedoch – wenn ich mich nicht irre – nur auf dem 5200 VCS offiziell erschien. Eine Computerumsetzung war wohl mal geplant ist aber leider nicht erschienen. Egal, für heute habe ich mir die Ballergames Titan (Clone zu Caverns of Mars), The Last Chance (Clone zu Caverns of Mars 2) und Arax (ein Xevious Clone) ausgesucht. Viel Spaß damit !!
Andreas Magenheimer

Jack Tramiel:

Überleben und Wiederbeginn
Aus "Alles war gegen sie" Fortune magazin, 13. April 1998 (ziemlich frei) übersetzt von Alexander
Klinner Als die Nazis 1939 in seine Stadt Lodz (Polen) einmarschierten, war Jack Tramiel (hier noch Idek Tramielski) gerade 10 Jahre alt. Das sich ihm bietende Szenario nahm er anfänglich mit der unschuldigen Auffassung eines Kindes wahr: In der Sonne glitzernde Waffen, Soldaten im Gleichschritt, darüber Flugzeuge. "Es war etwas Beeindruckendes" erinnert er sich. Jack Tramiel Silicon Valley Gründer der Commodore Intl. Die Wirklichkeit sah anders aus. Lodzs Juden – ein Drittel der 600.000 Einwohner zählenden Stadt – mussten ihre Häuser verlassen und wurden in ein Ghetto gedrängt. Fast fünf Jahre lebten Jack (ein Einzelkind) und seine Eltern dort in einem Zimmer, stets auf der Suche nach Nahrung. Sein Vater arbeitete als Schuhmacher, Jack in einer Hosenfabrik. Die Gesichter, welche die Tramiels im Ghetto sahen, wechselten ständig. Während Juden gingen, kamen neue Juden wieder hinzu, oft aus anderen Ländern.

Später lernte Tramiel, dass der jüdische Anführer des Ghettos die Bewohner gegenüber den Deutschen aussortierte, in der Hoffnung, dass die Gemeinschaft in Ruhe gelassen würde, solange er nur regelmäßig ein gewisses Kontingent der Einwohner zur Abschiebung – und ohne Frage zur Hinrichtung – übergeben würde. Im August 1944 wurden die Tramiels selbst in Eisenbahnwaggons gepfercht. Es wurde ihnen gesagt, sie gingen zu ihrem eigenem Besten nach Deutschland und wurden stattdessen nach Auschwitz gebracht. Jacks erinnert sich bei dem Drei-Tages-Tripp noch lebhaft daran, dass jeder einen ganzen Laib Brot als Ration bekam – weit mehr als er sich je erhofft hatte. Am Ende der Reise wurden die Männer von den Frauen getrennt (hier verlor Jack seine Mutter aus den Augen) und dann noch in zwei Gruppen aufgeteilt: Die einen, die noch eine zeitlang zu leben hatten und die anderen für die Gaskammern in Auschwitz. Jack und sein Vater wurde der Gruppe zugeteilt, die überlebte.

Einige Wochen später wurden Jack und sein Vater von dem berühmt-berüchtigten Dr. Josef Mengele "untersucht" und abermals der Überlebens-Gruppe zugeteilt. "Was meinen Sie mit – untersucht?" wurde Tramiel gefragt. "Er fasste meine Hoden an. Er beurteilte, ob wir stark genug zum Arbeiten waren." Dies überstanden, wurden Tramiel und sein Vater in die Nähe von Hannover, Deutschland, gebracht um dort ein Konzentrationslager zu errichten, in dessen Baracken sie selbst umzogen. In einem Klima, welches oft bitter kalt war, arbeiteten sie in einer dünnen, Pyjama-ähnlichen Kleidung. Auf Grund der verordneten Diät litten sie mehr und mehr an Unterernährung: Wässrige "Suppe" und Brot am Morgen, eine Tomate, Brot und nochmals "Suppe" am Abend.

Im Dezember 1944 wurden die Tramiels unterschiedlichen Arbeitergruppen zugeteilt und sahen sich nur noch gelegentlich. Bei einem der Treffen erzählte der Vater seinem Sohn, dass etliche junge Leute im Camp es schafften, Essen zu ihren Eltern zu schmuggeln – und warum Jack dies nicht für seinen Vater getan hätte? Davon angespornt, überlegte Jack tagelang, wie er an dem elektrischen Zaun, welcher zwischen ihm und einer SS-Küche stand, vorbei konnte. Letztlich zwängte er seinen dünnen Körper darunter durch und schaffte es, etwas Essen zu stehlen – eine Tomate und ein paar Schalen. Aber als er das Essen zu seinem Vater brachte, hatte die Unterernährung seinen Vater überwältigt und seinen Körper aufgeschwemmt. Er konnte nicht essen. Bald darauf starb er im Krankenhaus des Camps. Später erfuhr Jack, dass der Tod unmittelbar aus der Injektion von Benzin in die Venen seines Vaters herrührte.

Als sich der Winter in das Frühjahr 1945 streckte, ging es auch Jack Tramiel selbst zunehmend schlechter. Aber dann zeigte das Kriegsende ein merkwürdiges Szenario. Zuerst verschwanden die Deutschen aus dem Lager; dann kam kurz das Rote Kreuz, überfütterte einige der Gefangenen bis zu dem Punkt, dass sie starben; danach kamen wieder die Deutschen um abermals zu verschwinden. Ihnen nach zwei amerikanische Soldaten – "20 Fuß große schwarze Männer, die ersten Farbigen, die ich je gesehen hatte" sagt Tramiel — die in der Kasernentür auftauchten. Sie blickten auf die Gefangenen, die sich unter dem Stroh ihrer Kojen versteckten und sagten etwas auf Englisch, das einer der Juden als "Mehr Amerikaner werden kommen" übersetzte, und gingen wieder. Dann rollte ein Panzer vor. In ihm war ein jüdischer Priester in Uniform, der in Yiddish erklärte "Ihr seid frei" und dem Panzer befahl, weiter zu fahren. Dies waren Truppen der vorrückenden amerikanischen Armee. Es war im April 1945 und Tramiel war 16.

Tramiel, heute 69 und eine stattliche Erscheinung, blieb für mehr als zwei Jahre nach seiner Befreiung in Europa. Viele seiner Erinnerungen an diese Tage drehen sich um Nahrung: Wie er es meisterte, in einer Klinik an einer reichhaltigen, und beschämenderweise dickmachenden, Diät teil zu nehmen; wie er zufrieden war, in einer amerikanischen Armeeküche zu arbeiten; wie er andere langweilige Jobs für "Geld oder Essen" erledigte. Während dieser Zeit erfuhr er aber auch, dass seine Mutter noch am Leben und zurück in Lodz sei. Er besuchte sie dort, verließ sie aber dann wieder, um eine ebenfalls Überlebende des Konzentrationslagers, Helen Goldgrub, zu heiraten und mit ihr in die USA über zu siedeln. Die beiden heirateten in Deutschland im Juli 1947 und wanderten getrennt in die USA aus — zuerst er im November dieses Jahres. Seine Zuversicht, gestärkt durch seine Erfahrung <des Überlebens>, gipfelte in Stolz: "Ich war der Ansicht, ich könnte alles schaffen" sagt er. Er begann an einer jüdischen Agentur, HIAS, in New York; bekam in einem Lampengeschäft in der Fifth-Avenue einen Job als Hausmeister <handyman>; lernte Englisch von amerikanischen Filmen; und ernährte sich letztendlich überwiegend von Schokolade denn von regulärem Essen.

Zu Beginn des Jahres 1948 tat er das Unwahrscheinli che und trat der US-Armee bei. Als er sie vier Jahre später wieder verließ, kehrte er zu seiner Frau zurück, und wurde Vater eines Sohnes (der erste von drei). Die Armee ermöglichte ihm auch eine Kariere, da er dort für die Reparatur von Büromaschinen im Bereich von New York verantwortlich war. Als Tramiel in das bürgerliche Leben zurück kehrte, begann eine lange Zeit, in der er sich intensiv mit Maschinen beschäftigte, welche Wörter schrieben und Zahlen rechneten. Zunächst arbeitete er für 50 Dollar die Woche in einem um’s Überleben kämpfenden Schreibmaschinen-Reparatur-Betrieb. Unter Verwendung seiner beim Militär geknüpften Verbindungen konnte er dem Inhaber einen Wartungsvertrag über mehrere tausend Maschinen vermitteln. "Der Typ flippte aus" sagte Tramiel, gab seinem unternehmungsfreudigen Angestellten aber keine Lohnerhöhung. "Für Leute ohne Gehirn arbeite ich nicht", sagte Tramiel zu dem Inhaber und kündigte.

Tramiel kaufte darauf hin ein Schreibmaschinen- Geschäft in der Bronx. Er erledigte Reparaturarbeiten für die Fordham Universität und wenn sich die Gelegenheit bot, kaufte er größere Mengen gebrauchter Schreibmaschinen an, reparierte sie und verkaufte sie wieder. Als nächstes plante er, Maschinen aus Italien zu importieren. Allerdings konnte er die gewünschten exklusiven Importrechte nur dann erhalten, wenn er nach Kanada umzog. Es war in Toronto, in 1955, als er eine Firma mit dem Namen Commodore gründete. Eine Import- und eventuell Herstellerfirma sowohl von Schreib- wie auch Rechenmaschinen. Warum Commodore? Weil Tramiel einen Namen mit militärischem Klang wollte und höherrangige, so wie General und Admiral, bereits vergeben waren. Commodore ging 1962 für einen Tiefstpreis von 2,50 $ pro Aktie an die Börse — Ein Schritt, der Kapital aufbrachte, welches Tramiel zur Rückzahlung von Darleh
en benötigte, die er von einem kanadischen Finanzier namens C. Powell Morgan, Kopf der Atlantic Acceptance, erhalten hatte. Mitte 1960 gab es große Probleme, als Atlantic, mit denen Commodore geschäftlich bereits verbunden war, wegen gefälschter Finanzberichte, Scheinunternehmen und fingierter Aktienkurse bankrott ging.

Tramiel war nie in illegale Geschäfte verwickelt, aber eine Untersuchungskommission stellte fest, dass seine Weste möglicherweise nicht gänzlich weiß war. Jedenfalls schloss ihn die Kanadische Finanzeinrichtung aus. Um Commodore selbst vor dem Konkurs zu retten, war er 1966 gezwungen, Teile der Unternehmensführung an den Investor Irving Gould abzugeben. Commodores Hauptaugenmerk lag danach noch immer auf Schreib- und Rechenmaschinen, aber die elektronische Revolution war in Silicon Valley am Laufen. Tramiel selbst zog es in den späten 60ern dorthin. Und bald darauf produzierte Commodore elektronische Rechner. Dies zeigt seine schnelle Reaktionsfähigkeit der Anpassung an den Markt, welche sein ganzes Leben charakterisiert. In dieser Zeit wurde ein Produkt so populär, dass es gefährlich wurde: Die Firma, welche Commodore mit <semiconductor> Chips belieferte – Texas Instruments – beschloss, die Rechner selbst herzustellen und zu einem Preis zu verkaufen, die Commodore nicht unterbieten konnte.

Nachdem Commodore wieder am Laufen war, schwor Tramiel, nie wieder von der Gunst eines wichtigen Lieferanten in Abhängigkeit zu geraten. 1976 erzielte er eine wichtige Acquisition: MOS Technology, ein Chiphersteller in Pennsylvania, welcher selbst etwa 200 verschiedenen R & D Projekte entwickelte. Tramiel, in seinem Management-Stil ein vorpreschender, früher Al Dunlap, legte die meisten der Projekte sofort still. Hellhörig wurde er jedoch, als ihm ein Techniker namens Chuck Peddle mitteilte, dass die Firma einen Chip hatte, welcher effektiv ein Mikrocomputer sei. Und Kleincomputern, sagte Peddle, "gehört die Zukunft". Gewillt, ein kleines Glücksspiel zu wagen, teilte Tramiel Peddle mit, dass er und Tramiels zweiter Sohn Leonhard, mit einem Diplom an der Columbia Universität, sechs Monate hatten um einen Computer zu bauen, den Commodore auf der kommenden Comdex electronic show präsentieren konnte. Sie schafften es bis zu diesem Stichtag. "Und jeder liebte das Produkt", sagt Tramiel, und lässt den Namen auf der Zunge zergehen: PET (Haustier), für Personal Electronic Transactor. Leider war dieses möglicherweise ein sehr kostspieliges Haustier, jede Menge Gefahr war damit verbunden. Tramiel erinnert sich: "viel Geld hatte ich immer noch nicht." So beschloss er, die Nachfrage zu messen, indem er Zeitungsanzeigen schaltete. In den Anzeigen wurde ein Computer mit sechswöchiger Lieferfrist zu einem Preis von 599 Dollar angeboten – ein fiktiver Preis, bei dem Tramiel dachte, noch Gewinn machen zu können. Die Anzeigen erschienen und überwältigende 3 Millionen in Schecks kamen zurück.

Commodore kam mit seinem Computer 1977 auf den Markt. Das gleiche Jahr, in dem auch Apple und Tandy mit dem Verkauf ihrer Micros begannen. Während der nächsten Jahre machte Tramiel Druck gegen diese und andere Mitbewerber und trieb den Preis kontinuierlich nach unten, bis in Regionen um 200 Dollar. Er wurde auch für die raue Behandlung der Zulieferer, Kunden und Angestellten bekannt — insgesamt war alles ziemlich hart. "Geschäft ist Krieg," sagte er. "Ich vertraue nicht auf Vergleichen, ich glaube daran, zu gewinnen." Was er in diesen frühen Jahren der Computer auch tat. Er führte Commodore 1983 zu 700 Millionen Dollar Umsatz vor Steuern und 88 Millionen Gewinn. Zu den Höchstkursen dieser Tage waren die Aktien, welche Tramiel 1962 zu einem Preis von 2,50 $ verkauft hatte 1.200 $ wert und seine 6,5 %ige Beteiligung war 120 Millionen Dollar wert.

Dann jedoch, Anfang 1984, gerade als die jährlichen Verkaufszahlen auf über 1 Billion Dollar kletterten, verkrachte sich Tramiel mit einem mächtigeren Aktionär Commodores, Irving Gould — und als die Rauchwolken verzogen, war Tramiel draußen. Die Ursache des Streits wurde niemals publik. Heute jedoch sagt Tramiel, dass er ein "wachsen" der Firma wollte und Gould nicht. Commodore war Tramiels letzter großer Wurf. Er kam schnell wieder mit der Computerindustrie in Berührung: Später in 1984 übernimmt er — zum Spottpreis — von Warner Communications die heruntergekommene Firma Atari. Aber in einem sich ständig ändernden Markt, als IBM seine PCs herausbrachte und die Klones erfolgreich wurden, war Atari ein Verlierer und letztlich ein Wagnis, in welches Tramiel nicht viel Geld investieren wollte. Schließlich verschmolz er Atari mit einen im Silicon Valley ansässigen Festplattenhersteller, JTS, bei welchem er Hauptanteilseigner war, jedoch keine funktionelle Rolle inne hatte. Heute lebt Tramiel zurückgezogen und verwaltet sein Geld. Seine vier Wohnsitze hat er auf einen reduziert, ein majestätisches Haus auf einem kleinen Hügel in Monte Sereno, Californien. In seiner Garage stehen zwei Rolls-Royce, eine Art Luxus, der sich Tramiel nicht entziehen kann.

Natürlich wird Tramiel von gemeinnützigen Organisationen besucht. Als jene des Holocaust-Memorial Museums kamen, dachte er zunächst, dies sei nur ein weiterer Verein, welcher um Geld bat. Aber seine Frau, Helen, 69, die im Konzentrationslager Bergen-Belsen gefangen war, ist sich intensiv darüber bewusst, dass sie und ihr Ehemann überlebten; Millionen anderer Juden nicht. "Nein," sagte sie überzeugt, "dafür müssen wir alle stehen." <for this one we have to go all out>

8 bit Sammler

8-bit Spiele Börse am 5.
Mai 2002 in Frankfurt/Main

Die Vorbereitung
Vor einigen Monaten hatte Charlie Chaplin/ SWAT im ABBUC Forum mitgeteilt, dass in Frankfurt/Main eine weitere 8-Bit Sammlerbörse stattfinden wird. Daraufhin kam mir die Idee, dass der ABBUC dort einen Stand haben sollte. Beim nächsten RAF-Treffen fanden die Frankfurter die Idee auch gut und signalisierten auch ihre Mitarbeit. Harry/RAF klärte die Sache mit Wolfgang Burger ab, und fertig war unser Foundation Two/RAF/ABBUC Stand.

Die Börse
Am Sonntag um 9 Uhr waren Harry und ich vor Ort. Wir bauten ein XE System auf, auf dem wir das neue Autorennspiel von Jiri Bernasek/BEWESoft vorführten, welches ich eine Woche vorher auf der ATARIADA in Tschechien mitgenommen hatte. Daneben legten wir Clubunterlagen und ABBUC Artikel zum Verkauf aus. Wolfgang hatte uns auch noch ein tolles ATARIBanner geschickt, das wir über dem Stand anbrachten, so dass alle Besucher gleich wussten, wer hier "rulez". Die Veranstaltung fand in einem (für Frankfurt) sehr schönen Bürgerzentrum statt in dem ein Saal für die Börse gemietet war. Es waren etwa 15 Aussteller da, die den Saal komplett ausfüllten. Angeboten wurden hauptsächlich ATARI VCS Artikel sowie Sachen für andere 8-Bit Konsolen wie z. B. Coleco, Intelli-Vision, Sega und Nintendo. Daneben gab es aber auch Exoten-Hardware wie Amiga CD32, Laser, TI99/4A und weitere. Für alle, die mit 80er Jahre Hardware groß geworden sind war es wie im Paradies, Die Preise waren von Ausnahmen abgesehen fair und erschwinglich (die Preise für einen 400er und 5200er hat vorsorglich keiner von uns erfragt).

Bekannte Gesichter
Da einem ja nichts mehr überrascht, war es nicht weiter verwunderlich, dass auch Sandra und Sijmen Schouten einen Stand hatten. Als Highlight hatten sie tolle ATARI-Shirts und -taschen dabei. Als Besucher kamen dann noch Charlie Chaplin/SWAT und King Kong/SWAT. Unseren Stand bevölkerten neben Harry und mir noch Mr. XY/F2, RIK/F2, Ramon Schmitt, Florian Dingler, Marc Mortara/ RAF, CAS/RAF sowie Kemal Yun. Ein weiteres ABBUC-Mitglied, das wir aber nicht namentlich kannten, war auch da.

Aktives Gamen
Wie immer wurde auf solchen Veranstaltungen viel zu wenig die Sachen, wegen denen man gekommen war auch ausprobiert. Es gibt immer noch zu viele Leute, die eben nur wegen Geld kommen oder zur Ablage im Regal sammeln. Aber dafür sind ja Foundation Two und die RAF da. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen einen Spielewettbewerb durchzuführen. Als Spiel nahmen wir Cervi von Raster/CPU. Am Anfang sah es nach einer ABBUCMeisterschaft aus, als es aber losging fanden sich dann doch noch Mutige ein. Dank unseres Trainings haben Florian Dingler und ich souverän den geteilten ersten Platz belegt. Sandra Shouten hat zum wiederholten Male ihre Gamer Qualitäten unter Beweis gestellt und wurde Dritte. Insgesamt hatten 15 Personen teilgenommen.

Ergebnisse:
Halbfinale 1:
1.Mad Butscher
2.Florian Dingler
3.Harry
4.RIK
5.Mr.XY
6.CAS
7.Marc Mortara
8.Sijmen Schouten

Halfinale 2:
nicht mehr rekonstruierbar

Finale:
1. Florian Dingler
2. Mad Butscher
3. Sandra Schouten
4. RIK
5. Claus Süberkrug (Besucher)
6. Kink Kong
7. Joe (Aussteller)
8. Harry

Interessenten am ABBUC-Stand
Am Stand konnten wir ein neues Mitglied begrüßen, Björn aus Gütersloh. Er kannte den Club schon und meinte, er müsse endlich mal Mitglied werden. Ansonsten haben viele den ABBUC zum ersten Mal "live" gesehen. Reges Interesse herrschte wie immer am SIO2PC Interface. Da aber die Produktion gerade der Nachfrage nicht folgen kann, haben wir keine anbieten können. Insgesamt war der Stand des ABBUC der einzige, an dem das Benutzen der Spiele im Vordergrund stand – wie ich meine eine Bereicherung für die Veranstaltung.

Sonstiges
Die beiden Organizer Frank und Axel hatten einen großen Tisch gleich neben dem Eingang. Dort haben sie auch in zwei Glasvitrinen einige seltene Videospiele ausge stellt. Für den Fall, dass weitere rare Exemplare auftauchen, war in einer Ecke eine Fotokamera aufgebaut und bereit diese für das neue Buch "Die Geschichte der Videospiele" abzulichten. Ich traf noch einen ATARIaner, der in der Nachbarstasse in Wiesbaden wohnt. Außerdem kam noch ein C64 User, dem Harry eine Commodore-Tüte schenkte (da habe ich dich geoutet, Harry!) und mit dem wir in Zukunft vielleicht noch etwas unternehmen werden. Und – last but not least – taten Harry und mir am Nachmittag die Füße weh vom langen Stehen.

Der Abschluss
Um 16 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und CAS, Harry und ich ließen den Tag bei einem köstlichen Essen in einem türkischen Restaurant ausklingen.

Die nächste 8-Bit Börse wird am 2. November 2002 wieder an gleicher Stelle stattfinden.
Weitere Infos findet ihr bei www.8bitgames.de
Mad Butscher/F2
Harry Reminder/RAF

3. Börse für klassische Video- und Computerspiele

 

Wie gut dass es ATARI gibt

Schwer haben es PC-Besitzer: Hier am Beispiel: Wie wechsle ich meine alte Grafikkarte aus?
Schritt für Schritt Anleitung:

Was brauchen wir: Eine Flex, Schweißbrille, Handschuhe, eine Rohrzange und eine PC. In manchen Fällen kann auch ein Hammer hilfreich sein.

Als 1. suchen wir uns die Position der Steckkarte die wir
austauschen wollen

Nun zeichnen wir die Position mit einem wischfesten Stift außen auf dem Gehäuse ein.

Nun zeichnen wir ein Viereck, ca. 2 cm breit und 15 cm lang.

Wenn wir damit fertig sind, sieht das ganze dann so aus.

Nun kann es losgehen. Mit einer handelsüblichen Flex, die Sie bei jedem Computerhändler bekommen, sägen wir das eingezeichnete Stück aus. Seien Sie dabei vorsichtig, um den Tower nicht unnötig zu beschädigen.

Wenn wir fertig sind, sehen wir die Karte, die wir austauschen
wollen, direkt vor uns.

Nehmen Sie nun eine handelsübliche Rohrzange und
entfernen Sie die Karte vorsichtig.

So sollte das dann aussehen

Die neue Grafikkarte bauen wir wieder genauso ein.

Achten Sie darauf, dass die Karte fest und sicher im Slot steckt. Sollte die Karte nicht richtig reingehen, kann ein Hammer sehr nützlich sein..

Am Ende verkleben wir das Loch mit einem Stück Tesafilm. Fertig.

Neues vom PD-Service

Infos zu den PDs
Der PD-Katalog ist weiter ergänzt und überarbeitet worden. Ihr könnt ihn außerdem als geZIPtes Word97-File von unserer Homepage herunterladen. Die vielen kleinen Veränderungen anzusprechen hat an dieser Stelle einfach keinen Sinn. Eventuell könnte ich eine PDF-Version zum Download anbieten für die Bit Byter, die sich einen Katalog selbst ausdrucken wollen. Es wäre auch möglich, eine ATARI-Text-Version als TXTFile auf einer der nächsten Magazine unterzubringen. Als gepacktes File (ARC) dürfte es so um die 110 KB groß sein. Wer an den PDF- bzw. ARCFiles Interesse hat, möge mir eine Info (PD@ABBUC.DE) zukommen lassen. Die PD-Bestellseite auf unserer Homepage musste verschoben werden und hat daher eventuell noch Fehler. Sollte etwas nicht funktionieren, bitte die Fehler mitteilen, damit sie ausgemerzt werden können.

PD # 576 wurde mit Stand März 2002 von Les Wagar nochmals aktualisiert. Er arbeitet konstant an einer Optimierung seiner Utilities, was der Qualität der Programme sehr zuträglich ist.

Neue PDs kann ich immer gebrauchen. Selbst programmierte Software kann man auch als PD in Umlauf geben. Scheut euch nicht, sie mir zuzuschicken. Leider will es einfach nicht gelingen, die Klassiker von ATARI, ECA, Sierra usw. freizukriegen. Die Firmen tun sich aus mir unbekannten Gründen schwer damit. Da muss an einigen Stellen wohl noch kräftig massiert werden Die aktuellen Neuzugänge sind so neu nicht. Dafür erweitern sie den Überblick über die Szene der Diskettenmagazine. Diese Reihe wird so lange fortgeführt, wie Clubs oder ehemalige Clubs und Firmen ihre Magazine freigeben. Ich kann mich da noch an manches tolle DiskMag erinnern aus Hamburg, Lüneburg, Recklinghausen, München, Lübeck und einige mehr. Sollten aktive Mitglieder von damals noch Zugriff auf die Disks haben, überlegt doch bitte, ob es nicht eine interessante Bereicherung für die PDBibliothek sein könnte.

Erinnern will ich nochmals daran, dass die PDs mit TurboDOS 2.1 versehen werden, sofern es machbar ist. Daher bitte nicht irritiert sein, wenn eine PD-Disk erst nach Brummgeräuschen mit einer leichten Verzögerung, dafür aber mit Highspeed auf XF 551 und Speedy-kompatiblen Laufwerken startet. Sorry, Engl-Turbo- Besitzer

Übrigens, unser Floppy-Doc Erhard hat noch Speedy-Erweiterungen anzubieten. Und ich könnte eine Turbo gebrauchen, da meine leider das Zeitliche gesegnet hat.
Gruß & Good Byte
Walter Lojek

Unconventional 2K2

Vom 30 . August bis
1.September findet nunmehr
zum 3.Mal die Unconventional
statt. Wie immer in
Lengenfeld (5km von Schreiersgrün).

Es wird die üblichen Spielewettbewerbe, Demo- Competitions und Vorführungen geben. Als special event werden wir diesmal am Samstag Realtime Leaderboard, also Golf spielen im Garten machen. Informationen gibt es im Internet unter: http://unconventional.atari.org Wir freuen uns recht viele ABBUC Mitglieder begrüßen zu können

Die Organisatoren
* Thorsten Butschke
* Helmut Weidner
* Bastian Moritz
* Markus Römer
* Rouven Gehm

ABBUC e.V. PD-Neuheiten

650 Bilderdisk & Autofader 128K 2S/SD
A-Seite: 8 GR-9-Bilder in s/w und Farbe, die aus einem Menü zum Betrachten ausgewählt werden können. B-Seite: Ein Bildbetrachter mit Diashow-Option und eine reine Diashow. Der Clou: 15 Koala-Bilder, die mit Computer Eyes am XL digitalisiert und mit KoalaPad nachbearbeitet wurden.

651 ATARI DOS 1.0 US & DOS 2.0 US 2S/SD
Die beiden DOS-Klassiker im Original für die Jäger und Sammler. DOS 1.0 erschien mit FDD 810 im Jahr 1979, die verbesserte Version 2.0 bereits 1980.

652 Surf’s Up 2S/SD
Surfen bis der Arzt kommt – falls dich vorher nicht Kraken, Haie oder Monsterwellen vom Brett holen. Auf der B-Seite ist die komplette Anleitung als Autoreaderfile gespeichert. Ein ehemals kommerzielles Spiel und jetzt frei als PD.

653 Serie Disk-Mags: ECS 1/91 2S/ED
Der EDV-Computer-Shop Berlin gab ein neues monatliches Info-Magazin für den 8- Bit-ATARI heraus. Es war von Anfang an Public Domain und ist mit vielen Infos gefüllt: Neue Diskettenlaufwerke FDD 101 TS, FDD 102 UF, FDD 103 UFC werden angekündigt, Kurse in QUICK und BASIC, News, Infos und Teste zu Hard- und Software, Software auf der B-Seite: Speed Script, Börsenspiel und Scrolldemo. Mit <OPTION> booten.

654 Serie Disk-Mags: ECS 2/91 2S/ED
QUICK-Kurs, Software: The Top Part 3, Time To Enjoy, Das Omen. Und wie der Infos und Teste zu Produkten für die 8-Bit-ATARIs. Mit <OPTION> booten.

655 Serie Disk-Mags: ECS 3/91 2S/ED
QUICK-Kurs mit Listing der Demo von ECS-Mag 1/91, BASIC-Kurs, News, Infos, Teste, Indexlochumgehung für XF 551, Software: Chefredakteur (Spiel), Mini-DOS 1.1, Deutschland-Demo. Mit <OPTION> booten.

656 Serie Disk-Mags: CCB 4/91 2S/ED
Fortsetzung des ECS-Info-Mags als Diskmagazin des Computer Clubs Berlin. Infos, Teste, Berichte und Software: Hans XL, Superscroller. Mit <OPTION> booten.

657 Serie Disk-Mag: CCB 5/91 2S/ED
Noch mehr Kurse: QUICK, BASIC, Display List. Berichte, Teste, Infos, Grafikstufen des ATARI, Software: Treshold (Spiel), Lamer, Revenge (2 Demos), Skat-Berechner (Tool). Mit <OPTION> booten.

ABBUC e. V. – Public Domain Software-Bibliothek
c/o Walter Lojek – Esinger Steinweg 98c – 25436 Uetersen
walter.lojek@web.de

 

Umsetzung des Print-Magazins zu Text/HTML
Scannen, Layout, HTML Andreas Bertelmann
Rohdaten als PDF, Grafik Wolfgang Burger