Atari und PC-Grafikformate:

Eine Informationssammlung über Grafikformate von Andreas Magenheimer

Hier eine Übersicht über gängige Atari und PC-Grafikformate, die entweder auf dem Atari existieren (erzeugt werden können) oder wenigstens auf den/dem Atari konvertiert/angeschaut werden können. Typische Atari Formate sind z.B. Graphics 7,8,9,15 unkomprimiert (62 Sektoren, 7680-7684 Bytes) oder komprimiert (Koala / Micro-Illustrator); typische Formate für den PC (IBM, Mac, ST, Amiga, etc.) sind z.B. GIF, JPG, BMP, TIF, etc. die man größtenteils auf den Atari konvertieren oder damit wenigstens anschauen kann. Los geht`s:

1) PC – Grafikformate:

a) Extender: b) Header: c) Farben:

d) Größe (Pixel): e) Länge (Bytes): f) Packart:

g) Viewer/Konverter:

h) Sonstiges:

– ART:

a) *.ART b) Herz, Herz, … c) monochrom (s/w)

d) beliebig e) beliebig f) un+komprimiert

g) Art-View, PC-PIC und andere Art-Viewer vom ABBUC Diskmagazin;

h) dieses Bildformat stammt von dem PC-Programm PSF-First-Publisher-

– Run-Length-Encoded:

a) *.RLE b) (ESC) GH c) monochrom (s/w)

d) 256×192 und 128×96 e) <= 16 kbytes f) komprimiert

g) MIC-to-RLE, RLE-to-MIC, RLE-Konverter (alle aus Antic oder Analog);

h) es gibt heutzutage versch. RLE-Kompressionsarten, nämlich mit 2Bit, 4Bit, 8Bit, 12Bit,

16Bit, etc., diese werden bei vielen versch. Grafikformaten verwendet; hierbei handelt es

sich aber um den uralten Vorgänger von GIF, ein Grafikformat nur für s/w Bilder;

– Graphics Interchange Format:

a) *.GIF b) GIF87a (GIF89a) c) max. 256 colors

d) beliebig e) beliebig f) komprimiert;

g) PCPIC.BAS, Atari8View.COM und andere Viewer aus dem ABBUC-Magazin;

Apacview 1.4 (Jeff Potter), Jview 1.0 (Jeff Potter) und andere GIF-Konverter;

h) nur GIF87a Bilder kann der kleine Atari darstellen; mit GIF-Animationen oder animierten GIFs kann der Atari wenig/nichts anfangen; versch. GIF-Kompressionen sind kein Problem!;

– Bitmap-Graphics:

a) *.BMP b) BM (inv. -) (inv. 🙂 c) true color (16,7 Mio.)

d) beliebig e) beliebig f) unkomprimiert (+ komprimiert)

g) Bitmap-File-Konverter (Silver-Software/PL), PC-XL Konvert (ehemals PPP/Rätz, nun PD),

Bitmap-Viewer/Konverter (aus dem Top-Magazin) und vermutlich noch andere;

h) nur unkomprimierte Bitmap-Bilder kann der Atari bisher darstellen und leider auch nur in

Graphics 8 (mehr machen die Viewer/Konverter nicht);

– JPEG:

a) *.JPG b) …HerzPikJFIF c) true color (16,7 Mio.)

d) beliebig e) beliebig f) komprimiert

g) A8JPEG, JPEGCONV, JPEGVIEW (alle drei Programme von Raphael Espino);

h) mit progressiven- JPEG-Bildern und JPEG 2000/2001 kann der Atari nix anfangen;

– TIFF:

a) *.TIF b) II*Herz c) true color (16,7 Mio.)

d) beliebig e) beliebig f) unkomprimiert

g) Tiff-Konverter von Starsoft/Berlin (vom Starsoft-Magazin bzw. der Starsoft-Homepage)

h) es können nur TIF-Bilder mit 160×192 Pixel in Gr. 15 konvertiert werden;

– Degas: (nur Atari ST und kompatible Rechner)

a) *.PI1, *.PI2, *.PI3 b) viele Herzen c) 2, 4 oder 16 Farben

d) 640×400, 640×200, 320×200 e) ca. 32kbytes f) unkomprimiert

g) Degas-View 1.0 (Jeff Potter), Degas-View-XE (Mathew ‘MAT*RAT’ Ratcliff),

Degas-Konverter (Ruedy Haegemann; erschienen im ABBUC magazin);

h) Degas-Bilder können bisher leider nur in Gr. 8 konvertiert (gesaved) werden;

anschauen kann man diese Bilder jedoch auch in Gr. 9 und Gr. 15 ;

– Degas-Elite (nur Atari-ST und kompatible)

a) *.PC1, *.PC2, *.PC3 b) Herz, Contr-B, Contr-G, w c) 2, 4 oder 16 Farben

d) 640×400, 640×200, 320×200 e) <= 32kbytes f) komprimiert

g) Degas-View 1.0 (Jeff Potter) ist wohl das einzige Programm für kompr. Degas;

h) bisher kann man diese Bilder nur anschauen – aber nicht abspeichern/konvertieren;

– IFF / LBM: (vermutlich nur Amiga und kompatible)

a) *.IFF , *.LBM b) FORM…ILBM… c) 2-32 Farben

d) beliebig? e) <= 32kbytes f) un+komprimiert

g) ILBM-Read (von Jeff Potter), ein Viewer+Konverter;

h) Bilder können in Gr. 9 und Apac (Gr. 9+11) konvertiert werden;

– MACPAINT: (vom Apple-Mac)

a) *.PNT b) 64 oder 72 Bytes c) keine Ahnung!

d) 576x???, 512x??? e) unbekannt! f) un+komprimiert?

g) Mac-View von Clay Halliwell (Basic-Programm mit ML-Datafile);

h) Bilder können nur in Gr. 8 konvertiert werden (mit versch. Verkleinerungen);

Erläuterungen: … bedeutet hier stehen mehrere Atari-XL/XE-(Sonder-)Zeichen;

(ESC) bedeutet hier steht ein (Atari-) Escape-Zeichen;

(inv.) das darauffolgende Zeichen erscheint auf dem Atari invers;

Herz, Pik, etc. – hier steht nicht das Wort, sondern das Atari-Sonderzeichen;

Contr-… hier steht ein Atari-Sonderzeichen, bestehend aus Control+Zeichen;

Alle angegebenen Header beziehen sich auf die Erscheinungsform des Files auf dem Atari XL/XE via ATASCII-Darstellung (im Disk/Sektor-Editor, Texteditor, Type-Befehl im DOS,

etc.); es wurden jedoch nicht alle möglichen Bildformen getestet, deshalb kann es durchaus

noch weitere Header für ein und dasselbe Bildformat geben. Auch *.PCX und *.TGA haben Header, die auf dem Atari immer gleich aussehen, allerdings nur aus Sonderzeichen bestehen. Leider lassen sich auf dem PC die meisten Atari-Sonderzeichen so schlecht darstellen.

Wie man aber sieht sind die gängigsten PC-Grafikformate schon in irgendeiner Form auf dem kleinen Atari vertreten und entweder darstellbar oder sogar konvertierbar. Es wäre lediglich bei einigen Programmen noch wünschenswert, dass diese die Bilder eben auch konvertieren (in einer Atari Grafikstufe saven) und wenn möglich in div. Grafikstufen darstellen bzw. speichern könnten (wenigstens 8,9,15, eventuell aber auch 9+11, HIP, RIP und RGB oder ein anderes Interlace-Format wie INT, INP oder ILC)…

2) Atari-Grafikformate:

Man hat hier versch. Unterscheidungsmöglichkeiten, so kann man die Bilder in unkomprimiert / komprimiert, in non-interlaced / interlaced und in Gr. 8,9,9+11,15, etc. , sowie in viele weitere Arten einteilen. Auch eine Unterscheidung nach Bildern mit Standardfarben, Bildern mit DLI`s, Bildern mit Players od. Missiles, Interlace von einer Grafikstufe (Gr. 15 + Gr. 15), Interlace von zwei versch. Grafikstufen (7+10, 9+10, 9+11, 10+15, 11+15, etc.) wäre denkbar. Um es nicht allzu kompliziert zu machen, habe ich mich für eine Einteilung in unkomprimiert und komprimiert entschieden…

a) unkomprimiert < oder = 62 Sektoren:

– Paint: Gr. 7, das Programm gab es erst von Reston, später dann von Atari; es war für den Atari 800 gedacht und da dieser keine Grafikstufen 12-15 parat hat, hat man auf Gr. 7 zurückgegriffen; da die Auflösung mit 160×96 Pixel sehr viel geringer ist, als Gr. 15, kann es sein, dass diese Bilder auch kürzer als 62 Sektoren sind. Mangels Programm oder Beispielbildern konnte ich das bisher nicht testen. Viewer: Multi-Screen, Sideprint, etc.; Konverter: Rapid-Graphics-Konverter (von Charles Jackson, aus dem Antic Magazin);

– G.A.D.: Graphic-Arts-Department, ein Gr. 7 Malprogramm das auf dem Atari 800 entwickelt wurde (und deshalb auch Gr. 7 statt Gr. 15 benutzt). Als es anno 1985/86 auf dem Markt erschien wurde es natürlich wegen der geringen Auflösung bzw. der niedrigen Grafikstufe kritisiert. Viewer: Multi-Screen, Sideprint
, etc.; Konverter: Rapid-Graphics-Converter.;

b) unkomprimiert, = 62 Sektoren:

– Computer Eyes: Gr. 8,9,15 – digitalisierte Bilder, unkomprimiert; Viewer: Antic-Fader, Magic Lantern, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc. ; Konverter: Rapid-Graphics-Converter (alle Grafikstufen!) und einzelne Konverter für Gr. 8, 9 oder 15;

Piccon 1.0, Pictrix, etc. (um Gr. 8,9,15 ins Koala-Format zu konvertieren);

– Design Master: Gr. 8 – Grafiken in Form von Bildern, Schaltplänen, Fonts, Icons, etc.;

Viewer: Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix, etc. (um Gr. 8 ins Koala-Format zu konvertieren);

– Graphics Master: Gr.8, unkomprimierte Grafiken / Bilder; Viewer: Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Rapid-Graphics-Converter, Piccon 1.0, Pictrix, etc. (um ins Koala-Format zu konvertieren, etc.);

– Graphics-Machine: Gr.8, unkomprimierte Grafiken / Bilder; Viewer: Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Rapid-Gr.-Konv., Piccon 1.0, Pictrix, etc. (Koala-Format, etc.);

– GTIA-Magic: Gr.9, unkomprimierte Digi- oder Graustufen Bilder; Viewer: gepatchter Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix, etc. (Koala-Format), Eagle-Print (um nach Gr.8 zu konvertieren), Colorizer (um in Gr. 9+11 bzw. nach Apac, Digipaint oder Paint 256 zu konvertieren);

– Master 9: Gr.9, unkomprimierte Digi- oder Graustufen-Bilder; Viewer: gepatchter Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix, etc. (Koala!), Eagle-Print (in Gr.8!), Colorizer (für Apac, Digipaint, Paint 256);

– Scantronic: Gr.9, extrem miserable Printer-Digi-Bilder; Viewer: gepatchter Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix, etc. (Koala!), Eagle-Print (in Gr.8!), Colorizer (für Apac, Digipaint, Paint 256);

– GTIA-Sketchpad: Gr. 9,10,11 – unkomprimierte GTIA-Color-Bilder; Viewer: nur für Gr. 9 (siehe oben!), für Gr. 10 und Gr. 11 ist mir nichts bekannt; Konverter: für Gr. 9 gibt es Koala-Konv., Gr. 9+11 Konv. und Gr. 8 Konv.; für Gr. 11 wohl nur Gr. 9+11 Konverter; Konverter für Gr. 10 sind mir nicht bekannt (vielleicht ja HIP, RIP, CIN, etc. ?);

– Visualizer: Gr.9, unkomprimierte Digi- oder Graustufen-Bilder; Viewer: gepatchter Antic-Fader, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2 etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix (Koala!), Eagle-Print (in Gr.8!), Colorizer (für Apac, Digipaint, Paint 256);

– Drawpac: Gr. 9+11, Digi-Bilder mit 256 Farben (62 Sektoren, eine Hälfte Gr. 11, eine Hälfte Gr. 9); Viewer: nur Drawpac! (weil Bildhälften / Grafikstufen vertauscht sind); Konverter: derzeit keine bekannt (es existiert auch nur 1 Beispielbild das mitgeliefert wird);

– Apac: Gr. 9+11, Digi-Bilder mit 256 Farben (Ursprung im Analog-magazin, bekannter ist jedoch Apacview!); Viewer: Apacshow 1.0, Colorizer, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Colorizer.TUR, APCCONV.TUR (konvertiert nach Apac-2 bzw. Paint 256); Apac bzw. Apacview speichert die Gr. 9+11 Bilder nicht in Bildhälften, sondern jeweils zeilenweise ab (eine Zeile Gr. 11, dann eine Zeile Gr. 9, dann wieder eine Zeile Gr. 11, etc.), dies läßt sich aber mit dem Colorizer umändern bzw. konvertieren…

– Paint 256 / Apac-2: Gr. 9+11 Digi-Bilder mit 256 Farben (erschien in Happy Computer und wurde dort Paint 256 genannt, in engl. Staaten bezeichnet man das Grafikformat als Apac-2; es besteht aus zwei Bildhälften, eine davon in Gr. 9, die andere in Gr. 11 – exakt umgekehrt zum Drawpac-Format); Viewer: Paint-256-Viewer, Highlander-Soft-Viewer, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Colorizer, Apacview (um z.B. nach Gr. 9 zu konvertieren, mit Verlust der Colordaten, so dass dann das Gr. 9 Bild ebenfalls Streifen enthält);

=> Auf Monitoren und insbesondere via Emulatoren sollen die Gr. 9+11 Bilder angeblich nur sehr schwer/schlecht (oder gar nicht) darstellbar sein. Kann man ja mal testen…

– Micro-Painter: Gr.15, das Gr. 15 (4 Farben) Standard-Programm für 62 Sektoren von Datasoft. Viewer: Antic-Fader, Magic Lantern, Multi-Fader, Mega-Graph-View 1.2, The Projector, etc.; Konverter: Piccon 1.0, Pictrix, Rapid-Gr.Conv., etc. etc. (konvertieren alle nach Koala-Format); die 4 Farben sind in der Reihenfolge bzw. Speicherstelle 712, 708,709, 710 geordnet, was hin und wieder von Unwissenden vertauscht wird (z.B. von einigen Picture-Finder Programmen)…;

– Micro-Paint/Micro-Artist/PD-Paint: Gr. 15, das Programm gibt es seit Jahren in der PD-Szene und in vielen PD-Sammlungen, daher hat es auch div. Namen erhalten (es trägt selber nämlich keinen Namen, man landet sofort im Malprogramm). Es ist vollständig kompatibel zu Micro-Painter und ähnelt diesem auch sehr. Vielleicht wurde es ja vom gleichen Autor programmiert oder Micro-Painter diente als Inspiration. Es hat aber immerhin einige Funktionen mehr als Micro-Painter. Man kann logischerweise die gleichen Viewer und Konverter für dieses Programm wie für Micro-Painter verwenden…;

c) unkomprimiert > 62 Sektoren:

– Digipaint: Gr. 9+11, die Grafiken bestehen aus zwei Vollbildern, die mittels append- aneinander gehängt werden und sodann eine Länge von 123-124 Sektoren erhalten. Mittels Pageflipping wird zwischen beiden Bildern umgeschaltet, wodurch der 256 Farben Eindruck entsteht. Ein leichtes Flimmern läßt sich dabei nicht vermeiden, dafür hat man aber angeblich auch eine höhere Auflösung (160×96 oder 80×192 via Interlace mit flimmern; im Gegensatz zu 80×96 Pixel bei Paint 256 / Apac-2 ohne Interlace und flimmerfrei); Viewer: Pryzmview, Apacview, etc.; Konverter: Apacview, Colorizer (um nach 62 Sektoren APAC oder Paint 256 / Apac-2 zu konvertieren); Beispiele findet man in der ABBUC-PD-Bib. (PD-Nr. 206-208);

– Pryzm: Gr. 9+11, in der Machart identisch mit Digipaint, allerdings basiert die Technik auf NTSC-Standard, d.h. das Flimmern ist auf PAL-Maschinen stärker/höher und die Farben erscheinen nicht so gut. Die Länge der Bilder beträgt 123 Sektoren, es wird Pageflipping (und Interlace) benutzt. Viewer: Pryzmview, Apacview, etc.; Konverter: Apacview, Colorizer (konvertiert ins 62 Sektoren Apac bzw. Apac-2 Format);

– Technicolor: Gr. 9+11, das Format besteht aus zwei Files / zwei Halbbildern (*.COL für die Farbhälfte und *.LUM für die Helligkeitshälfte), da hier zudem noch Overscan und/oder Underscan benutzt wird, sind die Bildhälften jeweils 39 Sektoren lang; auf dem Screen werden beide Bilder zusammengelegt- und ergeben so ein Vollbild, das größer ist als der normale Atari-Screen. Viewer: Technicolor-Viewer (versch. Basic-Versionen); Konverter: Eagle-Print (aus ABBUC Mag. 26, konvertiert jede Bildhälfte in 62 Sektoren, die man danach via append zusammenfügen und als Digipaint/Pryzm Bild benutzen kann; oder nochmal mit Apacview oder Colorizer ins 62-Sektoren Format konvertieren kann); Beispiele finden sich in der ABBUC-PD-Bib. (PD-Nr. 186) und zahlreicher auf der Pooldisk-CD oder bei HAPS. Dieses Format hat übrigens einen immer gleich lautenden Header (bestehend aus Atari-Sonderzeichen)…

– Fun with Art: Gr. 15 mit DLI`s, dieses Format basiert auf einem Malprogramm (Modul) von Epyx, es benutzt die Grafikstufe 15 und hängt zusätzlich noch DLI`s an, wodurch einerseits bis zu 128 Farben (die meist wie Neon- leuchten) möglich sind, andererseits aber mehr als 62 Sektoren gebraucht werden. Die Sektorenlänge ist variabel und kann zwischen 62 und ca. 80 Sektoren betragen. Viewer: FWA-Viewer (die Bi
lder müssen hier den Extender .PIC haben!);

Konverter: FWA-Konverter von Charles Jackson (aus Antic!), Rapid-Gr.-Conv. von Charles Jackson (Antic!), etc.; Beispiele finden sich in der ABBUC PD-Bibliothek (PD-Nr. 189) und auf der Pooldisk-CD; auch dieses Format hat einen immer gleich lautenden Header (u.a. zwei inverse, nach links gerichtete Dreiecke);

– S.A.M.-Painter: Gr. 15 mit DLI’s, dieses Format nutzt ebenfalls die Display-List Interrupts um mehr Farben in Gr. 15 zu erzeugen. Das Malprogramm gehört zum Lieferumfang von SAM (Screen-Aided-Management, ein Desktop von Raindorf-Soft) und erzeugt Bilder mit einer festen Länge von jeweils 66 Sektoren; Viewer: SAM; Konverter: SAM;

– Smart-Art-II: Gr. 15+DLI`s, ein PD-Programm das ebenfalls Gr.15-Bilder mit DLI`s erzeugen kann. Die Sektorenlänge dieser Bilder ist variabel, doch leider ist das Programm bzw. dessen Bilder nicht zu FWA kompatibel; von daher ist es kein Wunder, dass kaum derartige Bilder existieren; Viewer: Smart Art; Konverter: nicht bekannt;

– MCS-Bilder: Gr. 12 + Player-Missiles, dieses Format nutzt die Grafikstufe 12, um dann aber mehr als 4 Farben zu erzeugen (ca. 8-9 sind möglich), werden die Player und/oder Missiles (bzw. deren Register) als zusätzliche Farben benutzt. Als Titel- oder Intro-Bilder sind sie sehr geeignet, da ihre Farbenvielfalt und hohe Auflösung auf dem XL/XE beeindruckt. Die Länge beträgt grundsätzlich 82 Sektoren. Als Hintergrundbilder in einem Spiel eignen sie sich aber nur sehr bedingt, da dann die Hardware mäßigen Player und/oder Missiles nicht mehr vorhanden sind und man diese dann per Software erzeugen und steuern muss, was sehr viel Speicher verschlingt. Viewer: MCS-Viewer (Basic mit ML-Routine); Konverter: auf dem Atari keine; auf dem PC soll einer existieren…

– GED-Bilder: Gr. 15 + Player+Missiles, dieses Format nutzt ebenfalls Player und Missiles zur Erzeugung von mehr Farben (bis zu 14 oder 15 Farben sollen möglich sein). Die Länge beträgt stets 91 Sektoren pro Bild. Als Titel- oder Introbilder sollen sie gut geeignet sein, als Hintergrundbilder weniger. Allerdings ist das Format recht schwierig zu erzeugen und sowohl hierzulande, als auch in Polen ziemlich unbekannt. Viewer: GED-Painter von John Harris (oder John Hardie?), Mega-Player 2.0 von MacGyver; Konverter: derzeit keine (es existieren auch nur 5-6 GED-Bilder);

– R,G,B-Bilder: Gr. 8, 9 oder 15, die Grafiken bestehen aus drei Bildern (3×62 Sektoren, ein Bild mit Rottönen, eines mit Grüntönen und eines mit Blautönen) und verschlingen somit recht viel Platz (186 Sektoren, drei File-Einträge in der Directory). Dafür bieten sie versch. Grafikstufen und aufgrund der RGB-Technik (mittels DLI, VBI, Pageflipping, etc. umschalten der Farben bzw. Farbregister) werden bis zu 2x2x2 Graustufen (Gr.8), 4x4x4 Farben (Gr. 15) oder 16x16x16 Farben (Gr. 9) erreicht. Da das Prinzip auf NTSC basiert flackert es auf PAL Maschinen besonders stark, ausserdem scheinen in Gr. 8 auf PAL-Geräten gar keine Farben und in Gr. 9 nur recht wenige Farben möglich zu sein. Es ist aber auch möglich, das dies vom Rechner und/oder TV bzw. Monitor abhängt. Viewer: Colorview (Gr. 9 und 15), Konverter: Apacview (GIF => R,G,B), Jview (GIF=> R,G,B oder RGB) und Colorviewsquash (R,G,B => RGB);

– H.I.P.-Bilder: Gr. 9+10 Graustufen-Bilder, zum allerersten Male wurde der Grafik-Trick von JAC! (Peter Dell) in seiner Demo Visdom oder Visdom-2 benutzt. Von der Demogruppe HARD aus Ungarn wurde er dann zum allg. Standard umgesetzt, d.h. es wurden Beschreibungen und Konverter hervorgebracht. Der Trick basiert auf einem Bug des GTIA in Gr. 10, nutzt man hier die Interlace-Technik, so wird seltsamerweise eine Auflösung von 160×200 Pixel (Gr. 10: 80×192 Pixel) erreicht. Bei sanften- Farbübergängen flackert das Bild dann auch kaum und man hat beim Graustufenmodus von HIP ca. 30 Graustufen in 160×200 Pixel Auflösung (das ist deutlich besser als Gr. 9). Die Länge der Bilder beträgt 129 Sektoren in unkomprimierten Zustand. Es gibt von HIP auch sog. Color-Bilder, die jeweils nur eine Farbe (z.B. grün oder blau) in 30 Helligkeiten nutzen, diese sind aber kaum verbreitet, da sie sehr schnell vom besseren RIP-Format (colored+compressed HIP) abgelöst wurden. Viewer: HIP-Viewer von MacGyver, Visage von MadTeam, The Projector, Mega-Graph-View 1.3, etc.; Konverter: div. PC-Konverter, für den XL/XE scheint es nur den JPG-Konverter zu geben, der JPG nach HIP konvertiert; Hip-Bilder haben einen Header…

Ich erspare es mir hier noch zahlreiche polnische und tschechische Grafikformate aufzuzählen (wie z.B. INP, INT, ILC, MAX, CIN, XLP, etc.) da ich hierüber einfach zu wenig weiß und diese wohl auch nur in Polen/Tschechien verbreitet und bekannt sind. Als Viewer können hier Mega-Graph-View 1.3 und The Projector dienen (außerdem natürlich einzelne Viewer und Konverter, z.B. INTVIEW, INPVIEW, XLPVIEW, CINVIEW, INTCONV, etc.).

d) komprimiert, variable Länge:

– Koala/Micro-Illustrator: Gr. 8,9,15, Koala ist das Standard-Komprimierungsformat auf den Atari 8-Bittern. Es war ursprünglich nur für Gr. 15 gedacht, läßt sich aber ebenso bei Gr. 8 und 9 einsetzen. Es gibt drei Varianten, nämlich a) vertikal komprimiert (beste Komprimierung, deutlich kleiner als 62 Sektoren), b) horizontale Komprimierung (schlechtere Komprimierung, nicht sooo viel kürzer als 62 Sektoren) und c) keine Komprimierung (Länge = 63 Sektoren, da 62 Sektoren Bilddaten + 1 Sektor für den Koala-Header). Der Header teilt dem Loader, Viewer oder Konverter mit, ob es sich um ein Koala-Bild handelt und in welcher Art dieses komprimiert ist. Anschliessend folgen jede Menge Leerzeilen, die für den Nutzer/Anwender freigehalten wurden. Hier hätte man theoretisch (!) den Namen des Bildes, die Grafikstufe (8,9,15,etc.), die Auflösung (in Pixel), die Länge (in Bytes) und die Anzahl der Farben unterbringen können. Allerdings wurde das von niemandem genutzt und es existiert auch kein Malprogramm oder ähnliches das dies nutzen würde/könnte.. Viewer: Antic-Fader, The Projector, etc.; Konverter: Pictrix (alle Kompressionen), Piccon 1.0 (nur vertikal kompr. Koala-Bilder), Graphic und Rapid-Gr.-Conv. (alle Kompressionen?), etc.; auch Koala-Bilder haben einen mehrere Zeichen langen Header, er beginnt mit (inv. Dreieck), (inv. Herz), (inv. I), (inv. G) gefolgt von weiteren Sonderzeichen…

– RGB-Bilder: Gr. 8,9,15; Es handelt sich um die R,G,B Bilder die via RLE-Komprimierung zu einem Bild zusammengefasst und gepackt wurden. Man hat also nur noch einen File-Eintrag in der Directory und das Bild ist meistens deutlich kürzer als 186 Sektoren (Ausnahmen sind Bilder mit sehr viel Dithering, die sich damit kaum packen lassen). Man kann die Bilder direkt mit Jview aus GIF-Bildern erzeugen oder bereits bestehende R, G, B Bilder in dieses platzsparende Format konvertieren. Die Idee dazu und die ersten Konverter+Viewer stammen von Clay Halliwell; Viewer: Colorsqashview (Gr. 8,9,15), The Projector, etc.; Konverter: Colorviewsquash (R, G, B => RGB); Jview (GIF => RGB); komprimierte RGB-Bilder haben als Header die Kennung RGB1…

– RIP-Bilder: Gr. 9+10 Color oder Graustufen; Es handelt sich dabei um mehrfarbige HIP–Bilder. Allerdings sind RIP-Bilder in der Länge und Auflösung variabel (und nicht wie HIP festgelegt) und lassen sich auch platzsparend packen. Im ungepackten Zustand benötigen die meisten RIP-Bilder ca. 129 Sektoren (160×200 Pixel) oder ca. 153 Sektoren (160×238 Pixel), gepackt sind sie z.T. bis zu 80% kürzer. RIP-Bilder können eine max. Auflösung von 160×238 Pixel erreichen, sie haben ca. 32-64 Farben (obwohl ja Gr. 9+10 theoretisch 16×9, also 144 Farben ergeben müßte). Die Bilder können bisher ausschließlich auf dem PC erzeu
gt werden und dies auch nur sehr umständlich, da nur wenige PC-Malprogramme über 9 Farben (Graphics 10!) verfügen, während 16 Farben oder 16 Graustufen (Gr. 11 bzw. Gr. 9) kein Problem darstellen. Allerdings basiert die hohe Auflösung nunmal auf einem Bug des GTIA in Gr. 10. Viewer: Visage by Mad Team; Konverter: nur auf dem PC verfügbar; Es existieren mehrere Header, alle beginnen mit der Kennung RIP, gefolgt von einer Versionsnummer (1.0, 1.1, 1.6, 2.0, etc.)…

– TIP-Bilder: Gr. 9+11 also 256-Farben-Bilder. Es wird hier Interlace und Overscan + Underscan genutzt, dadurch wird eine deutlich höhere Auflösung als bei normalen- (non-interlaced) 256 Farben Bildern erreicht. Die minimale Auflösung beträgt 160×1 Pixel, die maximale Auflösung 160×119 Pixel (normal = 80×96 Pixel). Die Bilder können gepackt oder ungepackt vorliegen (z.B. ungepackt 160×100 ist ca. 97 Sektoren lang, ungepackt 160×119 ist ca. 115 Sektoren lang). Die typischen PAL-GTIA Fehler von Gr. 9 / Gr. 11 und somit halt auch Gr. 9+11 (sehr schwache Rottöne, viele Rottöne erscheinen auf dem XL/XE als braun, viele Blautöne erscheinen auf dem XL/XE als violett oder lila, etc.) sind natürlich auch hier, genau wie bei allen anderen Gr. 9+11 Formaten, vorhanden. Viewer: TIP-Viewer von EPI/Allegresse (für XL/XE!), Konverter: BMP2TIP.EXE (für den PC!);

Bei den unkomprimierten Atari-Grafikformaten habe ich viele polnische und tschechische Formate weggelassen, genau das gleiche tue ich hier. Denn viele poln./tschech. Grafiken gibt es auch in gepackter Form, wobei dann meist auch poln. Packer-Programme, wie der SFDN-Packer oder ein LZW-Packer oder sonst irgendwas benutzt wurde. Allerdings bin ich zu faul, dies hier alles aufzuzählen und zu nennen, wozu denn auch.

Die div. Bilder Viewer und Konverter für den kleinen Atari findet man auf der Pooldisk Two und auf einigen poln. Homepages. Wer will kann auch mich anmailen, wenn er ein best. Programm benötigt. Meine E-Mail Adresse lautet: AMP@ABBUC.DE So, genug geschwätzt für heute. Vermutlich habt ihr hier sehr viel mehr erfahren, als ihr eigentlich wissen wolltet. Egal, wen es nicht interessiert, der braucht es ja nicht zu lesen… Andreas Magenheimer.