Preview # 73

erscheint voraussichtlich im Juli 2003 Wie ich zum Atari (in Schreiersgrün) kam – oder auch net-

Dies ist eine kleine Leidensgeschichte, eine Geschichte voller Wehmut, Tiefsinn und Schwachsinnigkeiten- Denn statt mit glänzenden Augen vor den Ataris zu stehen fanden wir uns am Ende sitzend hinter Schwarzbiergläsern wieder – aber alles zu seiner Zeit.
Eine Woche Urlaub lag hinter mir und krönender Abschluss sollte die Atari-Messe in Schreiersgrün werden, doch so wie der Freitag angefangen hat (uns wurden 2 nagelneue Räder praktisch unterm Arsch weg geklaut), sollte auch der Samstag weitergehen.
Voller Vorfreude stand ich ¾ 8 auf und hey, das ist ein Phänomen bei mir, das nur wenige Ereignisse herausfordern kann, denn normalerweise verlass ich zum Wochenende das Bett nie vor 11- Ich also zu meinen Ellies getappelt, um den Morgen mit einem gemeinschaftlichen Frühstück zu beginnen. Und wie sich herausstellte, saß meine Mama schon zu früher Morgenstunde praktisch auf glühenden Kohlen und lernte, dass der Bäcker erst halb 8 seine Pforten öffnete.
Fragt mich nicht, wie wir es geschafft haben, aber tatsächlich kurz nach halb 9 saßen wir im Auto Richtung Vogtland. Und das ist auch ein Phänomen, denn wenn wir uns normalerweise vornehmen, halb 9 loszufahren, sitzen wir meist so gegen 10 im Auto. Jaja, da war sie wieder, die anziehende Kraft der bunten Atari-Gemeinde und das Freuen auf ein Wiedersehen.
Wir also rauf auf die Autobahn und etwas später standen wir auch schon wieder – nämlich im Stau. Ok, Stau kennen wir, der Stau kennt uns; meistens einigen wir uns auf eine Sehenszeit- von maximal 20 Minuten und dann trennen sich unsere Wege wieder. So aber nicht heute. Der Verkehrfunk meldete einen kleinen Stau von einem Kilometer wegen Unfall auf der A9 und dass aber über ne Abfahrt in der Nähe der Stau umgeleitet werden sollte. Später wurden dann laut Verkehrsfunk aus dem einen Kilometer eine Stunde Wartezeit. Wenigstens war das Wetter gut, ein Stau mit Regen hätte unsere Laune ganz zerstört. Daraufhin wurde dann das erste Mal eine Rettungsgasse gebildet, weil ein Krankenwagen durchwollte. Später folgte dann ein normales Fahrzeug des Rettungsdienstes und noch mal so 20 Minuten später folgte dann ein Bluttransport. Spätestens an diesem Punkt hatten wir dann doch schon leichte Zweifel, ob wir noch nach Schreiersgrün kommen. Doch dann setzte sich die Kolonne wieder in Bewegung – leider ein Trugschluss. Nur etwas Bewegung kam dann noch mal in die wartende Meute, als sich ein Abschleppwagen den Weg bahnte. Wider allen Erwartens kamen wir dann doch wieder ins Rollen und nach insgesamt sagenhaften 2 Stunden und 9 Minuten hatten wir die inzwischen 12 Kilometer Stau gemeistert (der Verkehrsfunk hat sich inzwischen auf 5 Kilometer Stau verbessert). Wahnsinn.
Inzwischen hatten wir es dann kurz nach 12 und wir hatten die Unfallstelle mit inzwischen doch leicht knurrenden Mägen hinter uns gelassen. Für alle Neugierige: Der Unfall entstand wahrscheinlich dadurch, dass sich ein LKW (so ein Milchtransport-Teil mit Silo hintendran) spontan entschieden hat, die Richtung zu wechseln und umzukippen. Na mal sehen, was heute Abend durch die lokalen Medien flackert. Ach ja, und die üblichen Auffahrunfälle innerhalb der wartenden Kolonne gab es natürlich auch – Gott sei Dank ohne Beteiligung unserseits.
Schweren Herzens haben wir uns dann entschieden, doch nicht mehr nach Schreiersgrün zu fahren. Bitte verzeiht uns, aber wir wären erst gegen halb 3 dort angekommen und da verkrümeln sich ja manche Aussteller schon wieder und im Magen hatten wir immer noch nix. Mama hat zwar fürsorglich ein paar Bananen und Laugenhörnchen eingepackt, aber der Sinn stand uns dann doch nach festerer Nahrung. Also gingen wir auf die Suche nach ner Kneipe, was sich dann doch als schwieriger als erwartet herausstellte, denn entweder waren die Nester, durch die wir fuhren, zu klein, um ne Kneipe zu haben, oder das Teil war zu. Einzige Alternative noch (neben dem McDonalds an der Autobahn, aber da haben sich meine Ellies gegen gesträubt, ich versteh gar net, warum-..) war dann Bad Köstritz. Und da meine Mama und ich bekennende Schwarzbierfans sind und aus Bad Köstritz ja nun das Köstritzer Schwarzbier kommt, haben wir uns schweren Herzens 😉 aufgemacht, die Stadt des Bieres im Sturm zu erobern. Ok, so stürmisch wurde es dann doch nicht, die erst gefundene Kneipe machte, natürlich, erst um 5 auf, doch dann wurden wir fündig.
Und da saßen wir nun, hungrig, staugeplagt, mit nem einsamen Atari-Teddy auf der Hutablage des inzwischen arg sonnengewärmten Autos, hinter den Schwarzbiergläsern und trauerten dem entgangenen Treffen mit Euch nach.
Aber eins lasst Euch gesagt sein: Das näxte Jahr kommt bestimmt und da kann uns auch kein Stau stoppen!
In dem Sinne – Liebe Grüße aus Leipzig von der Lady Chaos und der restlichen Familie Bittner-Krüger