Vorschlag für ein ATARI Präsentationsprogramm Dateiformat, genannt SLIDE

Vorschlag für ein ATARI Präsentationsprogramm Dateiformat, genannt SLIDE

Version 1.1, 10.3.2003

Wenn ich eine Präsentation für eine ATARI Veranstaltung wie die ABBUC JHV oder Schreiersgrün vorbereite, dann stört es mich, dort mit einem PC System vorzutragen und die Präsentation in StarOffice oder, noch schlimmer, mit M$ PowerPoint vorzutragen.

Die müsste doch auch mit dem ATARI gehen. Leider habe ich bis heute noch kein wirklich flexibles Präsentationsprogramm für den A8 gefunden. Ich habe mir daher ein paar Gedanken über ein ATARI Präsentationsformat gemacht. Dieses Präsentationsformat ist unabhängig von einer konkreten Implementierung, d.h. es ist möglich das die Präsentationsdateien von verschiedenen Präsentationsprogrammen gelesen und dargestellt werden. Für die Erstellung die Dateien kann wiederum ein anderes Programm benutzt werden.

Allgemeines Format

Die Präsentationsdateien werden in reinem ASCII/ATASCII Textdateien abgelegt. Somit ist es möglich diese Dateien auch über einen Texteditor (CompyShop Editor, ACTION! Editor etc) oder auch über ein spezielles Präsentationserstellungsprogramm zu erzeugen. Reine Textdateien können einfach aus jeder ATARI Programmiersprache gelesen und geschrieben werden, und auch einfach zwischen Rechnern ausgetauscht werden.

Jede Zeile der Präsentationsdatei enthält endweder einen Befehl der den Inhalt der Präsentation (Content) oder das Aussehen (Style) definiert.

Befehle

Jede Zeile der Präsentationsdatei beginnt mit einem vier Zeichen langen Befehlscode, gefolgt von einem Doppelpunkt und den jeweiligen Argumenten für den Befehl. Der Befehl endet am Zeilenendezeichen (155, $9B).
Beispiel:
TEXT: Willkommen bei der ABBUC JHV 2003

Style-Befehle (definieren das Aussehen) gelten ab der Zeile in der sie definiert wurden bis sie a) umdefiniert werden oder b) bis zum Ende der Präsenation.

Inhaltsbefehle, SLIDE Version 1.0

  • VERS: – Version, Argumente: eine Zahl zwischen 1 und 255, definiert die SLIDE Version. Präsentationsprogamme sollten unbekannte Befehle ignorieren. Der Version-Befehl sollte am Anfang der Datei stehen.
  • TEXT: – Text, Argumente: bis zu 40 Zeichen. Mit diesem Befehl wird der Text der nächsten Zeile ausgegeben. Hierbei werden alle bisher gesetzten Style-Befehle angewandt.
  • TITL: – Titel, Argumente: bis zu 20 Zeichen, die den Titel der aktuellen Seite beschreiben.
  • PICT: – Picture, Argumente: Dateiname eine Bildes im ungepackten 7680 Byte Format. Dieses Bild wird sofort angezeigt, wenn eine sinnvolle Grafikstufe aktiv ist (Gr. 8,9,15)
  • KOAL: – Bild im Koala-Format, Argumente: Dateiname eines Bildes im gepackten Koala Format. Dieses Bild wird sofort angezeigt, wenn Gr. 15 aktiv ist.
  • TRAN: – Transition (Übergang), Argumente: Dateiname des Transition Effektes (siehe Abschnitt Transition-Effekte).
  • REMK: – Remark (Kommentar), Agrumente: Text bis 80 Zeichen. Dieser Befehl dient zur Kommentierung der Präsentation.

Stylebefehle, SLIDE Version 1.0

  • SIZE: Grösse des Textes, Argumente: Zahl zwischen 1 (=normal) und 3 (=gross). Die Darstellungstechnik bleibt dem Programm überlassen (Displaylist Änderungen, Zeichensatz, Grafik-Text …)
  • ALGN: Alignment (Ausrichtung), Argumente: right, left, center. Ausrichtung des folgenden Textes (rechtsbündig, linksbündig, zentriert)
  • TCOL: Textcolor (Textfarbe), Argument: Farbwert auf der ATARI Palette zwischen 0 und 255.
  • BCOL: Background-Color (Hintergrundfarbe), Argument: Farbwert auf der ATARI Palette zwischen 0 und 255
  • EFCT: Effect (Effekt), Argument: Maschinenspracheprogramme für PAGE6. Das Maschinenspracheprogramm erzeugt einen Effekt während der Darstellung der Seite (Text oder Bild). Das Programm ist ein normales ATARI DOS COM-Programm welches in die PAGE 6 lädt und über eine Sprung nach 1536/$600 aufgerufen wird. Das Programm soll auf Tastendruck oder Knopfdruck des ersten Joysticks zum aufrufenden Programm zurückkehren. Das Programm muss von BASIC aus aufrufbar sein, muss daher die von BASIC auf den Stack bereitgestellten Werte verarbeiten. Dieser Befehl kann auch benutzt werden um Musik zu einer Präsentation-Folie abzuspielen.
  • BLIN: Blend-In (Einblenden), Argument: –. Aufrufen der Einblende-Routine an Speicherstelle $603.
  • BLOT: Blend-Out (Ausblenden), Argument: –. Aufrufen der Ausblende-Routine an Speicherstelle $600.
  • WAIT: Wait (Warten), Argument: 0-255. Dieser Befehl stoppt die Präsentation für 0-255 Sekunden.
  • PAUS: Pause, Argument: –. Dieser Befehl stoppt die Präsentation und wartet auf einen Tastendruck oder auf den Feuerknopf des ersten Joysticks.
  • SCRL: Scroll, Argument: 0-255. Dieser Befehl stellt den kommenden Textbefehl als horizontalen Scroller dar. Das Argument 0-255 bestimmt die Geschwindigkeit des Scrollers (0=schnelles, 255=sehr langsam)
  • GRAP: Graphics, Argument: 0,1,2,8,9,15 . Wahl des ATARI Grafikmodus.
  • FONT: Font (Zeichensatz), Argument: Dateiname eines ATARI Zeichensatzes (1024 Bytes). Dieser Zeichensatz wird geladen und aktiviert.

Übergänge (Transitions)

Beim Befehl TRAN wird ein Maschinenspracheprogramm in die Page 6 (1536,$600) geladen. Dieses Programm erzeugt den Übergang zwischen zwei Präsentations-Folien. Das Programm hat zwei Einsprungadressen:

  1. $600 / 1536 – Ausblenden
  2. $603 / 1539 – Einblenden

Das Präsentationsprogramm lädt den Übergangeffekt. Hierbei sollte ggf geprüft werden, ob das Programm für den Effekt noch im Speicher vorhanden ist um unnötiges Laden zu vermeiden. Am Befehl BLOT: wird der Übergangseffekt, Ausblende-Vektor, aufgerufen. Am Ende des Ausblende-Effektes sollte der Bildschirm durch Ausschalten des ANTIC DMAs schwarz geschaltet werden. Das Übergangseffekt-Programm gibt die Programmausführung zurück an das aufrufende Programm.

Das Präsentationsprogramm baut nun die neue Seite auf. Dies wird nicht angezeigt, da der ANTIC-Zugriff noch abgeschaltet ist.

Am Befehl BLIN: wird der Übergangseffekt, Einblende-Vektor, aufgerufen. Die Einblende-Effekt sollte zuerst den ANTIC-Zugriff wieder aktivieren und dann den Einblendeeffekt anzeigen.

Die Einblende- und Ausblenderoutinen sollte von BASIC heraus aufgerufen werden können, d.h. die Routinen müssen die vom BASIC auf den Stack abgelegten Werte berücksichtigen.

Wenn das Präsentationprogramm in Maschinensprache oder mittels eines Compilers (CC65, ACTION!, Quick) geschrieben wird, sollte die BASIC-Aufrufkonvention simuliert werden.

Carsten Strotmann, März 2003